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	<title>Briefe aus der "province"</title>
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	<description>On ne sait pas où on va, mais on y va... (frz. Sprichwort)</description>
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		<title>Briefe aus der "province"</title>
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		<title>Février 2011 : Wetten dass… ?</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 14:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[ Je parie une bouteille de champagne qu’Alliot-Marie aura démissionné avant la fin de la semaine! Am Sonntag wette ich, dass Außenministerin Michèle Alliot-Marie vor Ende der Woche zurückgetreten sein wird! Dass ist unser neuer Volkssport in Frankreich, und obwohl ich meine deutsche Freunde darum beneide, dass sie solche Spiele nicht haben, wenn es um Champagner [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=462&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong> Je parie une bouteille de champagne qu’Alliot-Marie aura démissionné avant la fin de la semaine!</strong></em></p>
<p>Am Sonntag wette ich, dass Außenministerin Michèle Alliot-Marie vor Ende der Woche zurückgetreten sein wird!</p>
<p>Dass ist unser neuer Volkssport in Frankreich, und obwohl ich meine deutsche Freunde darum beneide, dass sie solche Spiele nicht haben, wenn es um Champagner geht setze ich mich schon mal gerne auf meine Prinzipien. Wie? Der brandenburgische Bildungsminister tritt zurück, weil er mit einem gesponserten Auto in Urlaub gefahren ist? Anfänger! Hier fliegt eine Außenministerin durch den tunesischen Himmel an Bord einer Privatmaschine, deren Besitzer wohl enge Beziehungen zu Ben Ali unterhält, aber sie bleibt im Amt! Zwar wird jetzt klarer, warum sie der tunesischen Regierung mitten in den Unruhen französische Hilfe in Sachen Ordnungshüten angeboten hat: wahrscheinlich wollte sie Zeugen ihres Privattrips beseitigen. Nun ist es ja nicht das erste Mal, dass ein Minister bei uns Mist baut und trotzdem im Amt bleibt, aber dieses Mal scheint es ja doch etwas ernsthafter zu sein, geht es doch um die Repräsentation Frankreichs im Ausland. Und dort, berichtete die Presse zaghaft, dort wird Alliot-Marie mittlerweile ausgebuht. Immer noch stark Deutschland geprägt gehe ich davon aus, dass Sarkozy seine Ministerin bald entlassen MUSS, wenn sie schon nicht freiwillig geht, und schlage also die Wette ein, unbedacht der Tatsache, dass <em>l’Homme</em> mich darauf aufmerksam macht, dass unser Staatsoberhaupt seit fast vier Jahren regelmäßig „Buletten macht“ (<em>faire des boulettes</em>: frz. Umgangssprache für Mist bauen) und dennoch wieder gewählt werden möchte. Jetzt ist jedenfalls Mittwoch, und wie es scheint werde ich diese Wette verlieren, denn seit gestern ist klar, dass auch Premierminister Fillon sich seinen Privaturlaub von einem anderen Staatsoberhaupt hat finanzieren lassen, dieses Mal vom Ägypter Mubarak. Und wenn einer geht, in dem Fall MAM, muss Fillon auch gehen, und umgekehrt, und gleich zwei Ministerrücktritte in einer Woche&#8230; <em>Faut pas rêver</em>, da träumst du wohl! Bei uns treten die Minister nicht nicht zurück, weil sie unschuldig sind, sie treten nicht zurück, weil es sonst, Dominosteine gleich, zu einer vollständigen Kabinettsumbildung käme&#8230;</p>
<p>Während es Paris wie gewohnt weiter geht, werden in der Provinz ebenfalls wie gewohnt unschuldige Mitbürger Opfer des Grossen Schwarzen Französischen Verwaltungsloch:</p>
<p>eine Freundin geht für eine banale Untersuchung ins Krankenhaus, reicht am Empfang ihre „<em>carte vitale</em>“ ein (eine Art Ausweis, auf der die Daten der Krankenversicherten elektronisch gespeichert und abrufbar sind) und erfährt, dass sie gar nicht krankenversichert ist. Ups! Geht mit einer kleiner Akte („bitte reichen Sie baldigst folgende Unterlagen nach&#8230;“) wieder nach Hause, ruft sofort die (staatliche) Krankenkasse an, drückt sich durch die Tasten („drücken Sie auf Stern , bestätigen Sie mit Raute&#8230;“) bis sie endlich an einen Menschen gerät und hört da, das sei ja alles Quatsch, natürlich sei sie krankenversichert! Doch nein, das könne man dem Krankenhaus nicht einfach so mitteilen, sie müsse vorbeikommen, um die Bestätigung zu holen, die sie dann dem Krankenhaus schicken kann (sofern der Brief nicht in das Grosse Schwarze Französische Postloch fällt, doch das ist eine andere Geschichte). Etwa zerknirscht (nimmt man Lage ihres Wohnortes und kombiniert ihn mit der Lage der Krankenkasse, die man dann wiederum mit den Längst- und Quergrade des Krankenhauses kreuzt, und addiert man dazu die Wartezeiten an beiden Büros, muss sie sich wieder einen Tag Urlaub für den Sch&#8230; nehmen) etwas zerknirscht also ruft sie beim Krankenhaus an, drückt auf Stern, bestätigt mit Raute, bis sie einen Menschen an der Strippe hat, erklärt, sie habe gerade telefoniert und sei durchaus versichert, ob man das nicht bitte&#8230; Doch nein: sie müsse mit der offiziellen Bestätigung kommen. Wer letzten Endes an dem Unfug Schuld ist, wird sie nie erfahren: die Krankenkasse gibt dem Krankenhaus die Schuld, und umgekehrt, und notfalls erklären beide „die Informatik“ sei Schuld, bekanntlich wurde „die Informatik“ ohnehin eigens dazu erfunden, das sonst perfekt funktionierende französische System aus dem Lot zu bringen. Bezahlen wird aber meine Freundin, die einen Tag Urlaub opfern muss für einen Irrtum, an dem sie unschuldig ist&#8230;.</p>
<p><em>L’Homme</em> bekommt am selben Tat vom (ebenfalls staatlichen) Amt, das seine Sozialabgaben verwaltet, zwei Schreiben: in einem erfahren wir, dass sein Antrag auf Erstattung von Kosten nicht akzeptiert wurde, im zweiten heißt es, sein Antrag wurde akzeptiert, Geld sei unterwegs. Jetzt heißt es bis Ende der Woche warten, um zu wissen, welchem der beiden Briefe man nun glauben kann&#8230;</p>
<p>Im Herbst letzten Jahres saß ich im Büro eines Stadtrates meines Dorfes (aber Dorfrat sagt man glaube ich nicht). Ich saß zerknirscht und peinlich berührt, hielt er mir doch eine Rede über Umwelt und meinen Verpflichtungen als Bürger dieses Planeten. Die Geschichte: wir haben angebaut, ein Zimmer mehr ans Haus geklatscht, schöner Kasten aus Holz, und laut Bauantrag sollten wir das Dach begrünen. Nur dass wir das kostenbedingt erst mal nicht für sofort eingeplant hatten. Laut Architekt sei es eh „mehr oder minder egal, kontrolliert eh keiner“. Wir wurden natürlich kontrolliert, bekamen das Papier für die Versicherung nicht, und deswegen liest mir jetzt ein fremder Mensch mit Krawatte die Leviten. Zur Untermalung seiner Worte zeigt er mir Photos deutscher Dächer, die eindeutig in Schweden fotografiert wurden. Sei’s drum. Ende Oktober begrünen wir das Dach, ich hole mir eine Gelenkentzündung erster Kategorie, kriege hierfür vom Arzt ein Medikament verschrieben, das in anderen europäischen Ländern seit fast zehn Jahren verboten ist (seufz) und melde mich, als es endlich so grünt wie Schwedens Dächer grünen, ordnungsgemäß beim Rathaus. Vier Monate wird es dauern, bis jemand vorbeikommt und sich das Ganze anschaut. Kommt, guckt und geht, mit dem lapidaren Satz: „da haben Sie sich aber viel Mühe gemacht! Wissen Sie, dem Stadtrat liegt viel an Umwelt, aber kontrollieren tun wir selten.“ Es ist der gleiche Mensch, der uns das erste Mal kontrolliert hatte und uns die Bestätigung verweigert hatte.</p>
<p>Doch ach! All dies sind doch Lappalien in Vergleich zu dem Ärger mit der Verwaltung, die andere seit geraumer Zeit hier erleben. Zumindest laut <em>l’Homme</em>, der mir oft ganz grausiges Zeug erzählt über Frankreich, Dinge, die ich manchmal gar nicht nachprüfen möchte im Internet weil: nachher stimmt das alles sogar! Gestern hat er mir erzählt, es sei jetzt verboten, in einem Zelt zu leben, in einem Wohnwagen, oder in einer „<em>yourte</em>“ (laut Google eine Jurte), kurz, in allen nicht festen Bauten darf man ab sofort nicht mehr wohnen. Und zwar seit der neuesten Ausgabe des Gesetzes zur Staatssicherheit, mit dem drolligen Namen „Loppsi 2“*. Beim Ärger mit den Romas hat man ja schon einen Eindruck bekommen, was es bedeuten kann, wenn das Gesetz ernst genommen wird. Zumal es in Frankreich zahlreiche Menschen gibt, die sich nichts anderes leisten können als ‚nicht Festbau’.</p>
<p>http://www.rue89.com/2010/12/28/la-yourte-alsacienne-un-avant-gout-de-la-loi-loppsi-182623</p>
<p>Obdachlos sein ist aber nach wie vor gestattet. Na denn&#8230;</p>
<p>* LOPPSI: loi d’orientation et de programmation pour la sécurité intérieure</p>
<p><em>http://www.interieur.gouv.fr/sections/le_ministre/interventions/loppsi-2010</em></p>
<p><em>In der nächsten Folge : wie Sarkozy sich nun auch die Richter zum Feind gemacht hat, selbst Rocksänger sich in Frankreichs Angelegenheiten einmischen, Isabelle Opernsängerin werden soll und alles gar nicht so schlimm ist, wenn man sich entschuldigt&#8230;.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/category/2011/'>2011</a> Tagged: <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/462/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=462&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Douce nuit ?!!</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 16:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lire]]></category>

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		<description><![CDATA[Le problème avec le Québec, c&#8217;est que tous ceux qui vous en parlent encensent la beauté de la nature, chantent les louanges de la vie sauvage, proclament à qui veut l&#8217;entendre les bienfaits d&#8217;une vie à la limite du dépouillement et vantent les mérites du plein air et des longues marches à travers bois. A [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=455&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Le problème avec le Québec, c&#8217;est que tous ceux qui vous en parlent encensent la beauté de la nature, chantent les louanges de la vie sauvage, proclament à qui veut l&#8217;entendre les bienfaits d&#8217;une vie à la limite du dépouillement et vantent les mérites du plein air et des longues marches à travers bois. A force de marketing, même vous, citadine endurcie qui poussez de petits cris dès que tombe une feuille morte, même vous finissez par craquer et par succomber à l&#8217;idée saugrenue qu&#8217;une nuit de camping au Québec début septembre vous ferait le plus grand bien. Pire encore: usant du vocabulaire des pros du tourisme et de deux-trois autres arguments, vous réussissez à entraîner l’Homme dans l&#8217;aventure. Dont acte.<br />
Nous sommes arrivés au camping de &#8222;Mer et Monde&#8220;, non loin de Tadussac, le mercredi 1er septembre vers 18 heures. Le temps de passer à la réception nous annoncer et récupérer le matériel de camping ainsi que quelques bûches, et nous voici crapahutant dans les rochers pour rejoindre notre emplacement. Le camping de &#8222;Mer et Monde&#8220; n&#8217;est pas un<a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dsj3388.jpg"><img class="alignright size-large wp-image-458" title="_DSJ3388" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dsj3388.jpg?w=1024&#038;h=679" alt="" width="1024" height="679" /></a> camping comme les autres. C&#8217;est un camping de type alternatif. Ce qui veut dire que comme emplacement, vous avez une plate-forme de 10m² environ, installée sur les rochers qui bordent la côte du Saint-Laurent et équipée en tout et pour tout d&#8217;un &#8216;rond de feu&#8217;, autrement dit quelques pierres posées en cercle.</p>
<p>Vous ne disposez pendant votre séjour ni d&#8217;électricité, ni d&#8217;eau, potable ou pas, ni de sanitaires, à part des toilettes situées à 200 m de votre emplacement, facile à atteindre si vous vous sentez capable de parcourir la distance de nuit, sans autre lumière que celle du ciel, en escaladant les rochers tout en fendant les buissons. Si vous y parvenez, vous serez récompensé par une cabane au-dessous de laquelle il y a un trou au-dessus duquel des gens bien intentionnés ont eu la bonne idée de poser une cuvette de WC.<br />
Par contre, vous avez pour vous le calme et la tranquillité, puisque vos voisins les plus proches sont hors de vue et de portée de voix. Et vous avez surtout pour vous l&#8217;immensité du fleuve sous vos yeux. Immensité dans laquelle flotte une grosse tête de phoque qui regarde dans votre direction, avec comme un grand sourire chaleureux entre ses moustaches.<br />
Heureusement, monter une tente n&#8217;est plus un problème de nos jours. <a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dsj3388.jpg"></a>Fixer celle-ci sur la plate-forme à l&#8217;aide de ficelles est un chouïa plus délicat, mais mon boyscout perso, duement équipé de mes ciseaux à ongles suite à la perte de son couteau suisse, a plus d&#8217;un tour dans son sac. Puis, pendant que l’Homme nous faisait un bon petit feu, j&#8217;ai préparé notre joli nid douillet, en installant les matelas (enfin, les feuilles de plastique si minces qu&#8217;on nous vend comme tel) les sacs de couchage, les housses dans les sacs de couchage, puis en rentrant nos minces effets perso dans la tente. Le tout en me disant que c&#8217;était trop cosy,  une tente, alors que je me cognais pour la mille et unième fois contre la paroi.<br />
L’Homme et moi nous sommes assis sur la plate-forme, à côté du feu, en grignotant des cacahuètes avec notre gobelet de rouge. La tête de phoque nous regardait toujours en souriant gentiment. Nous avons entendu un souffle, une baleine est passée, comme ça, doucement, comme passent les baleines. Autour de nous, la présence des voisins n&#8217;était perceptible qu&#8217;à travers tous les feux de bois qui illuminaient la nuit. Un deuxième souffle, une deuxième baleine, et puis la grosse tête de phoque a disparu peu à peu tandis que la nuit s&#8217;installait sur le Saint-Laurent. Nous nous sommes allongés sur la plate-forme.<br />
Au-dessus de nous, il y avait un ciel comme jamais il nous est donné d’en voir depuis notre terrasse. Un ciel tellement étoilé qu&#8217;on ne voyait plus le ciel. De temps en temps, je râlais parce qu&#8217;un satellite traversait notre idylle et que je trouve que l&#8217;humain fout trop de trucs partout, comme des satellites au milieu des étoiles. Au moment où je râlais, j&#8217;ai réalisé que je râlais aussi quand la réception Internet haute vitesse ne fonctionnait pas correctement dans les hôtels. Alors j&#8217;ai dû arrêter de râler à cause des satellites. Je crois qu&#8217;à notre époque, il est très difficile pour l&#8217;humain de vivre en accord avec ses principes, parce que beaucoup de ses principes sont parfaitement contradictoires.<br />
Comme le lieu s&#8217;y prêtait, je me suis concentrée sur la nature et les étoiles et le souffle des baleines au loin. De temps à autre, un petit plouf nous rappelait la présence du phoque devant  nous, l’Homme rajoutait une bûche dans le feu, c&#8217;était comme qui dirait un instant magique.</p>
<p>Sauf que ces instants là ne durent jamais très longtemps&#8230;<br />
Au bout d&#8217;un temps indéfini, nous avons réalisé que le souffle n&#8217;était plus celui des baleines mais du vent qui s&#8217;était levé et bien levé. Nous nous sommes retirés sous la tente, pensant pouvoir profiter encore un peu du panorama, la corps au chaud, la tête sous l&#8217;auvent. Sauf que ça soufflait vraiment fort. Nous avons fermé la tente. JL se servait de mon cardigan pour sa tête, moi, j&#8217;avais ma Pashmina et mon jeans comme oreiller, nous avions fait un seul sac de couchage des deux, tout aurait pu être parfait&#8230;<br />
C&#8217;est là que je me suis souvenue que je suis claustrophobe.<br />
Ceux qui ont des phobies le savent: il est très difficile de les contrôler. Moi, j&#8217;avais un peu zappé l&#8217;histoire, mais allongée dans ce tout petit espace entièrement clos, je me suis soudain remémoré plusieurs expériences malheureuses, allant de la perte totale et absolument flippante de l&#8217;orientation dans le noir à la destruction irrémédiable d&#8217;une tente sous laquelle dormaient aussi mes cousines. J&#8217;ai demandé à JL si je pouvais le réveiller en cas d&#8217;urgence, il a dit oui, et aussi, ne t&#8217;inquiète pas tout ira bien, mais ça ne m&#8217;a pas vraiment rassurée.<br />
Je me suis entortillée tant bien que mal dans la housse hygiénique, avec la désagréable impression d&#8217;être prise au piège dans une camisole de force. J&#8217;ai posé ma tête folle sur mon jeans et essayant de me calmer, mais plus j&#8217;essayais, moins j&#8217;étais calme. Mon coeur battait un peu trop vite à mon goût, mes mains cherchaient régulièrement la fermeture éclair de la tente, et mon être tout entier luttait contre l&#8217;envie de sortir de là en hurlant.<br />
J&#8217;ai pensé: &#8222;t&#8217;es conne, quand même, ma fille!&#8220; Et j&#8217;ai décidé de faire comme quand on est petit et qu&#8217;on s&#8217;imagine qu&#8217;on est un super héros avec des super pouvoirs, comme être capable de passer une nuit sous une tente sans faire chier tout le monde.<br />
A part Fantômette, la seule héroïne que je connaisse, c&#8217;est Florence Aubenas. Alors j&#8217;ai fermé les yeux, respiré très fort, et fait comme si de vilains terroristes m&#8217;avaient enlevée et enfermée sous une tente dans un camping sans eau potable et que je devais être courageuse.<br />
C&#8217;est là que ma vessie s&#8217;est rappelée à moi.</p>
<p>Je lui ai dit de la fermer. J&#8217;ai continué à me répéter &#8222;je suis Marie Aubenas et je suis une fille trop courageuse&#8220; et même si ça paraît franchement neuneu comme méthode, n&#8217;empêche que ça a marché et que j&#8217;ai fini par endormir ma vessie et à m&#8217;endormir aussi.</p>
<p>Une énorme bourrasque a décroché l&#8217;auvent de la tente.</p>
<p>L’Homme est sorti pour le raccrocher. Moi, je ne suis pas consciente de tout ça, mais visiblement, un auvent décroché peut entraîner des conséquences graves. Comme une tente qui s&#8217;envole, par exemple.</p>
<p>Quand l’Homme est revenu et qu&#8217;il était devant la tente pour rentrer, j&#8217;ai vu qu&#8217;il était sorti sans slip. C&#8217;était rigolo, sur fond d&#8217;étoiles. On s&#8217;est entortillés dans nos housses et notre sac, ça a pris un bon moment parce que ce n&#8217;est vraiment pas grand, une tente pour deux, et quand nous avons été à peu près bien, ma vessie s&#8217;est de nouveau rappelé à moi. Et là, impossible de lui faire croire que tout le monde dormait. J&#8217;ai dit: Homme? une première fois, tout doucement. Pas de réponse. J&#8217;ai dit: Homme? une deuxième fois, un peu plus fort. Il y a eu un groumpf de son côté. Alors j&#8217;ai dit: Homme, mais assez fort, il a dit: hein? oui! quoi? je lui ai expliqué le truc, et il a soupiré: bon ben vas-y et prends la lampe!</p>
<p>Ah oui: parce qu&#8217;il m&#8217;a offert une lampe de poche avant d&#8217;aller camper. Mais je n&#8217;ai pas voulu m&#8217;en servir, sinon, tout le monde aurait pu me voir faire pipi sur le rocher à côté de la plate-forme. Même s&#8217;il n&#8217;y avait personne à proximité et rien d&#8217;autre qu&#8217;un vent à décorner un caribou.</p>
<p>Retente, rehousse, reentortillage. Sauf que cette fois, le truc des terroristes n&#8217;a pas marché.  Le vent soufflait si fort que je sentais la tente décoller sous mes fesses. Une vraie tempête. J&#8217;ai pensé à toutes ces tornades qui dévastent régulièrement les côtes américaines et j&#8217;ai senti la sueur me couler dans le dos. Mes mains cherchaient déséspéremment la sortie de la tente, je sentais mes bronches asthmatiques qui commençaient à passer en mode &#8222;panique&#8220;, je me contortionnais dans ma housse hygiénique sans pouvoir vraiment bouger&#8230;</p>
<p>Pour me rassurer, j&#8217;ai essayé de penser à des trucs du quotidien. Des petites choses banales. Parce que le mental, c&#8217;est drôlement important si on veut contrôler ses peurs. Je me suis dit que c&#8217;était rigolo, que cela faisait des lustres que je ne m&#8217;étais pas couchée sans me laver les dents, et sans me démaquiller! Ca m&#8217;a occupée style, 30 secondes. Puis je me suis dit qu&#8217;à mon âge, c&#8217;était franchement pas raisonnable, à cause de la peau, tout ça. La tente claquait sous mes fesses, le vent faisait un bruit terrible, alors bien sûr, j&#8217;ai commencé à imaginer ma propre mort, l&#8217;haleine fétide et mon visage noirci par le mascara non démaquillé. Quand j&#8217;ai senti les larmes monter et ma respiration devenir franchement inquiétante, j&#8217;ai décidé de réveiller l’Homme qui, de toute façon, ne dormait pas vraiment.</p>
<p>Le vent a fini par tomber un peu, je me suis vaguement calmée, on a réussi à somnoler quelques instants&#8230;<br />
Puis la pluie s&#8217;est mise à tomber. Fort. Longtemps. On a dû ouvrir un peu la tente parce que ça faisait un peu beaucoup pour l&#8217;hystérique que je suis, force m&#8217;est désormais de l&#8217;admettre. Quand nous avons eu atteint un degré d&#8217;humidité suffisamment désagréable, on a refermé, j&#8217;ai fait mes exercices de relaxation, et on a pu s&#8217;assoupir encore un peu.<br />
A six heures du mat&#8217;, nous étions réveillés définitivement. Nous avions prévu de voir le soleil se lever au-dessus de l&#8217;eau, sauf qu&#8217;il pleuvait toujours et qu&#8217;on a juste vu l&#8217;eau. Devant nous, la grosse tête de phoque flottait toujours, son énigmatique sourire sous ses moustaches. Ma vessie hurlait, mais je faisais semblant d&#8217;être sourde. A 6 h 37, la pluie s&#8217;est arrêtée. J&#8217;ai pu aller faire pipi. Comme c&#8217;est un camping vraiment simple, il n&#8217;y a pas de café non plus. On s&#8217;est fait un Yop et un peu d&#8217;eau qui nous <a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dsj3113modif.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-459" title="_DSJ3113modif" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dsj3113modif.jpg?w=300&#038;h=178" alt="" width="300" height="178" /></a>restait, ainsi qu&#8217;un demi biscuit chacun. On s&#8217;était dit qu&#8217;on resterait un peu dans la matinée, histoire de voir passer encore quelques baleines et de profiter du lieu. C&#8217;est là que le brouillard s&#8217;est levé, épais comme un cheese cake. On a roulé les sacs de couchage, démonté la tente et commencé à charger le tout dans la voiture. Au dernier voyage, je me suis retournée une dernière fois, comme on fait pour s&#8217;assurer qu&#8217;on a rien oublié.<br />
La grosse tête de phoque flottait toujours. Elle commençait déjà à disparaître dans le brouillard, mais j&#8217;ai quand même eu le temps de comprendre, dans une sorte de fulgurance: en fait, le phoque ne nous souriait pas gentiment.</p>
<p>Il se foutait de notre gueule&#8230;</p>
<p><a href="http://belugasses.files.wordpress.com/2010/09/dsj3113modif.jpg"></a><em> </em></p>
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		<title>Janvier (suite et fin) german tüchigkeit vs. french ras-le-bol</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 15:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[Le modèle allemand fait rêver la France ! Das deutsche Modell bringt Frankreich zum Träumen. Keine Claudia und keine Heidi, nein, Angela und ihre Wirtschaft sorgen seit Wochen in Frankreich für wilde BSP-Phantasien. Den wohl flagrantesten Beweis für diesen blanken Neid auf die 3,6% Wachstum 2010* liefert le président himself. Zu Besuch im Elsass am 19. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=448&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Le modèle allemand fait rêver la France !</em></strong></p>
<p><strong>Das deutsche Modell bringt Frankreich zum Träumen. </strong></p>
<p>Keine Claudia und keine Heidi, nein, Angela und ihre Wirtschaft sorgen seit Wochen in Frankreich für wilde BSP-Phantasien. Den wohl flagrantesten Beweis für diesen blanken Neid auf die 3,6% Wachstum 2010* liefert <em>le président</em> himself. Zu Besuch im Elsass am 19. Januar verwechselt er die doch schon seit längerer Zeit französische Region mit dem Nachbarland (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=5kS6xjgJX0E">http://www.youtube.com/watch?v=5kS6xjgJX0E</a>) und obgleich einige Kommentatoren darüber lästern, dass des Präsidenten Allgemeinbildung mal wieder sehr zu  wünschen übrig lässt (Sarkozy ist inzwischen bekannt für große Lücken in dieser sowie schlechten Umgang mit der französischen Sprache) für die Freudianer unter uns ist klar: es ist der unbewusste Wunsch des Präsidenten, lieber Oberhaupt eines erfolgreichen Landes zu sein als Chef einer Streiknation, der sich da aus seinem Unter-Ich direkt in die Mikros hoch gesprochen hat.</p>
<p>Seit Wochen also fragen wir uns hier in Frankreich: warum?<a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dscn7515.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-450" title="DSCN7515" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/dscn7515.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Warum sind die Deutschen so gut und wir so schlecht?</p>
<p>Warum klappt das deutsche Modell während das französische keinen Frosch mehr hinter’m Ofen lockt?</p>
<p>Warum haben wir einen kleinen Mann im Elysée und die Deutschen eine große Frau an der Spree?</p>
<p><em>Pourquoi? Pourquoi? Pourquoi?</em></p>
<p>Wie so oft sind die ersten Erklärungen denkbar einfach, die wir da in den Abendnachrichten vorgesetzt bekommen: die Deutschen haben keinen Mindestlohn, viele verdienen weniger als unsere 8,71 € Bruttostundenlohn (netto: 6,84 €), im Schnitt seien Gehälter und Lohnkosten in Deutschland ohnehin um 10% niedriger als in Frankreich (31 €/Stunde in F, 27,50 € in D**). Die Deutschen, so heißt es, würden mehr Stunden pro Woche arbeiten, während unsere 35-Stunden-Woche der französischen Wirtschaft noch den Kopf kosten wird, und auch kleinere und mittlere Unternehmen würden viel mehr riskieren, als unsere faulen Brüder hierzulande.</p>
<p>Doch wie so oft, so furchtbar, so entsetzlich oft in Frankreich bleibt es bei oberflächlichen Analysen, niemand wirft einen globalen Blick auf beide Länder, niemand vergleicht z.B. die Kaufkraft in beiden Ländern, sonst würde man schnell merken, dass man in Deutschland in manchen Jobs zwar weniger verdient, mit weniger Geld aber mehr kaufen kann, als hier. Statt darüber nachzudenken und aufzuklären tut der französische Staat wieder ein Mal das, was er seit 2007 und Sarkozys Machtantritt am Besten kann: er bildet eine Arbeits- und Analysegruppe, die auf die Bildung eines neuen Amtes hinauslaufen wird („<em>pôle de compétivité</em>“) um es mit deutschen Betrieben aufzunehmen. Der interessanteste Satz der gesamten Analyse, in Frankreich werde von Staat und Banken hauptsächlich Geld in die Existenzgründung gesteckt, wenig aber in die Existenzentwicklung, dieser Satz bleibt irgendwie folgenlos im gedanklichen Niemandsland schweben. Immer öfter und immer unverhohlener spricht man hier von unlauterem Wettbewerb. Es ist wie im Sport, wo es heißt: wir sind nicht schlecht, es sind nur die anderen, die besser sind! In der Wirtschaft scheint das Motto zu lauten: bloß keine Eigenverantwortung übernehmen! Es ist die Krise, es sind die Chinesen, und jetzt sind’s halt auch die Deutschen mit ihren Autos und ihrem Export.</p>
<p>Wer will kann übrigens auf diesem Blog viel Material zu Mindestgehalt und Kaufkraft finden, dafür einfach in der Rubrik „<em>archives</em>“ die entsprechenden Suchbegriffe eingeben.</p>
<p>Die Franzosen sind zur Zeit nicht nur super deprimiert (<em>s. auch 2011: Janvier: Tous Allemands?</em>) sie sind weltweit auch am pessimistischsten. Nicht nur das „jetzt“ macht uns krank, auch das „morgen“ stimmt uns nicht zuversichtlich. Bleibt also nur das „gestern“, doch auf Dauer kann kein Land von seiner Vergangenheit leben. Wir sind ja jetzt schon am Ende unserer Glanzreserven, ehrlich. Und es ist ein lang bekanntes Phänomen: in Krisenzeiten zieht man sich zurück, besinnt sich auf das Familienleben und tendiert dazu, die böse und/oder bedrohliche Außenwelt da zu lassen, wo sie hingehört, nämlich draußen. Privatwirtschaftlich bedeutet das, dass Menschen wieder verstärkt in Homecinemas und Brotbackmaschinen investieren und mehr Kinder zeugen. Volkswirtschaftlich hat dies (oft) zur Folge, dass man nun selbst den netten arabischen Besitzer des kleinen Lebensmittelladens nicht mehr so doll mag, den Euro ohnehin schon lange Scheiße findet, und gegen dieses dämliche Europa mit den ganzen erfolgreichen Deutschen da hat man bereits 2005 nein gesagt und hat’s trotzdem bekommen.</p>
<p>Januar 2011: Franzosen sind, was Geburten angeht, an der Spitze aller Statistiken, und Marine Le Pen, Tochter ihres Vaters, werden langsam und im Gegensatz zum ihrem Erzeuger ernsthafte Chancen bei den nächsten Präsidentschaftswahlen vorhergesagt.</p>
<p>Das deutsche Modell bringt Frankreich zum Träumen?</p>
<p>Welche Träume weckt dann das französische Modell in Deutschland, hmmm?</p>
<p>* <em>avoir ras-le-bol</em>: zu dt. die Nase voll haben</p>
<p>**(Quelle: die Tageszeitung <em>Aujourd’hui la France</em> vom 31.01.2011, dessen Seiten 2 und 3 von mir photographiert wurden)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/category/2011/'>2011</a> Tagged: <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/arbeitswelt/'>Arbeitswelt</a>, <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/presse/'>Presse</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/448/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=448&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Do-it-yourself !</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 15:26:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Anekdote]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[ - Dis, Homme, tu ne voudrais pas avoir un pistolet et faire la loi dans le quartier ? Na, wie iss es ? Kleine Pistole gefälligst, und dann mal auf für law &#38; order im Viertel gesorgt! L’Homme schaut inzwischen nicht mal mehr auf, wenn ich versuche, im häuslichen Rahmen Begeisterung für neueste Regierungspläne zu wecken. Und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=445&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <strong><em>- Dis, Homme, tu ne voudrais pas avoir un pistolet et faire la loi dans le quartier ?</em></strong></p>
<p>Na, wie iss es ? Kleine Pistole gefälligst, und dann mal auf für law &amp; order im Viertel gesorgt!</p>
<p><em>L’Homme</em> schaut inzwischen nicht mal mehr auf, wenn ich versuche, im häuslichen Rahmen Begeisterung für neueste Regierungspläne zu wecken. Und derzeit geht die Tendenz in Frankreich nun mal stark in Richtung „<em>do it yourself</em>“, denn durch wiederholte Sparmassnahmen in einem solchen Nebenbereich, zu dem der öffentliche Dienst hier geworden ist,  klaffen doch inzwischen arge Lücken im Personalbereich. In der Presse klappt diese Entwicklung schon ganz gut, ja, man könnte sogar sagen, dass die Internet-Presse da geradezu tonangebend, gar avantgardistisch gewesen ist. Denn ganz ohne Anweisung aus dem Elysée Palast fing Otto Normalverbraucher – französisches Pendant: <em>le citoyen</em> – schon vor Jahren damit an, entweder als Ersatz oder zumindest als Zusatz zur „offiziellen“, traditionellen Presse im Netz für bürgernahe Information zu sorgen. Und zwar mit solchem Erfolg, dass die Printmedien arg in Bedrängnis gerieten. Ob sich die französische Regierung von diesem <a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/police-nationale.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-446" title="police-nationale" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/police-nationale.jpg?w=217&#038;h=300" alt="" width="217" height="300" /></a>Beispiel hat inspirieren lassen als sie anfing, großzügige Schnitte ins französische Beamtenkontingent zu schneiden? Jedenfalls gab es bereits letztes Jahr den Ansatz, kranke Lehrer durch Rentner und Studenten zu ersetzen, völlig unabhängig von Ausbildung und Erfahrung. Ehrlich gesagt müsste ich mich jetzt mal erkundigen und schauen, wie weit dieses waghalsige Unternehmen inzwischen ist. Das letzte, woran ich mich erinnere, ist das entsetzte Gesicht dieses Rentners in den Fernsehnachrichten, nachdem er eine Stunde lang einer 5. Klasse ausgeliefert worden war. Er könne gar nicht verstehen, so der sichtlich geschockte Ex-Lehrer, dass die Kinder heutzutage gar nicht mehr stillsitzen und zuhören könnten. Dabei war er noch in einer zivilisierten Schule eingesetzt worden, nicht mal in einem dunklen Vorort. Wie auch immer, dieses Jahr also Folge drei unserer französischen Do-it-yourself-Reihe : <em>la police</em>. Nun muss ich als Militärstochter gestehen, dass Uniformen auf mich eine ganz besondere Wirkung ausüben, weshalb ich auch, kaum wird diese neue Idee in den Nachrichten angekündigt, mit ganz gierigen Blick Richtung <em>l’Homme</em> schaue. Denn man stelle sich vor: ab sofort kann wohl jeder, der über 18 ist, die französische Staatsangehörigkeit besitzt und nicht vorbestraft ist, zum Hilfspolizisten werden. Das geht viel schneller und unkomplizierter, als für richtige Polizisten: nach nur dreitägiger Ausbildung bekommt man eine Uniform UND eine Waffe! Und kann dann Gesetz hüten, dass Gott erbarm! Wäre <em>l’Homme</em> bereit, sich freiwillig zu melden, könnten wir in unserem Viertel endlich all jene verhaften und bei Brot und Wasser darben lassen die uns regelmäßig vorwerfen, unseren Rasen nicht oft genug zu mähen. Und auch auf nationaler Ebene scheint der Zeitpunkt für eine Bürgermilize genau richtig ausgewählt: die rechtsnationale Partei stand noch nie so gut da, Rassismus, vor allem gegenüber Moslems, hat in den letzten Jahren wie fast überall in Europa zugenommen, und regelmäßig wird in Untersuchungen verschiedener Quellen beklagt, dass der französischen Polizei immer öfters rassistisch bedingte, oftmals tödliche „Irrtümer“ wiederfahren. Da kann man sich so richtig schön ausmalen, was Sheriff Citoyen nach ganzen drei Tagen Ausbildung mit seiner Pistole ausrichten könnte! Sicher würde eine Bürgerpolizei z.B. helfen, die Kosten für die immer zahlreicher werdenden Abschiebungen illegaler Einwanderer zu senken. Peng! Hups! Schon wieder ein Flugticket weniger zu zahlen au <em>nom de la République</em>! Ehrlich, seit ich mal in einem hamburger Waschsalon erlebt habe, wie ein Afrikaner und ein Grieche sich in radebrechendem Deutsch gegenseitig als „Scheißausländer“ beschimpft haben ist mein Glaube an die Menschheit so stetig gegen Null gesunken, dass ich genau diesen furchtbaren Hintergedanken bei unserer Regierung vermute: Bürgerpolizei gegen illegale Einwanderer und überhaupt gegen alle, deren Nase einem nicht passt. Nu kam diese Meldung bereits vor ein paar Tagen in den Nachrichten, und soweit ich es überblicke hat sich bislang nicht das Geringste bewegt im Volk. Kein Protest, kein entsetzter Aufschrei, nix. Habe ich geträumt? Nein, es war kein Traum, wie eine kurze Recherche im Internet bestätigt (s.u.a. <a href="http://www.rue89.com/2011/01/17/la-loppsi-2-nest-pas-notre-france-186163">http://www.rue89.com/2011/01/17/la-loppsi-2-nest-pas-notre-france-186163</a> , und France2.fr, 20 Uhr-Nachrichten vom 27.01.2011). Vielmehr scheinen wir Franzosen im Augenblick zu zermürbt, um uns über solchen und ähnlichen Unfug noch aufregen zu können. <em>L’Homme</em> jedenfalls versetzte mir heute den Gnadenstoss: er könne, so zerbrach er mit einem Satz meine Uniformphantasie, er könne gar nicht an der Ausbildung teilnehmen, denn er sei – <em>mon Dieu</em>! – vorbestraft. Wegen Beamtenbeleidigung.</p>
<p>PS: Wenn es so weitergeht wird Frankreichs Geschichte mal folgendermaßen erzählt werden: <em>Il était une fois</em>&#8230; Es war einmal ein Land, da gab es Beamten, die man beleidigen konnte&#8230;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/category/2011/'>2011</a> Tagged: <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/anekdote/'>Anekdote</a>, <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/445/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=445&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Janvier 2011 : Tous Allemands ?</title>
		<link>http://alltaginfrankreich.wordpress.com/2011/01/27/janvier-2011-tous-allemands/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 11:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Psycho]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Das Auto XY: deutsche Qualität &#8220; Pas besoin de parler allemand pour comprendre… Nein, man braucht keinerlei Deutschkenntnisse, um zu verstehen was da passiert. Aber gute Kenntnisse der schrumpfenden Grande nation sind hier hilfreich. Seit Wochen erlebt man auf französischen Bildschirmen sowie in diversen Medien eine kleine Revolution: Werbung in deutscher Sprache. Sie liegen weit hinter [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=436&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>&#8222;Das Auto XY: deutsche Qualität &#8220;</strong></em></p>
<p><em><strong>Pas besoin de parler allemand pour comprendre…</strong></em></p>
<p>Nein, man braucht keinerlei Deutschkenntnisse, um zu verstehen was da</p>
<div id="attachment_440" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/sany0022.jpg"><img class="size-medium wp-image-440" title="SANYO DIGITAL CAMERA" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2011/01/sany0022.jpg?w=300&#038;h=168" alt="Couv le point" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Sind sich selbst ein Rätsel: die Franzosen</p></div>
<p>passiert. Aber gute Kenntnisse der schrumpfenden <em>Grande nation </em>sind hier hilfreich.</p>
<p>Seit Wochen erlebt man auf französischen Bildschirmen sowie in diversen Medien eine kleine Revolution: Werbung in deutscher Sprache. Sie liegen weit hinter uns, die Zeiten, in denen sich das französische Deutschlandbild in der Werbung auf jodelnde Lederhosenträger beschränkte, und Deutsche wenn überhaupt dann als lächerliche Antihelden gezeigt wurden. Jetzt sind uns unsere Nachbarn schon so weit überlegen, dass man die Autowerbung nicht mal übersetzen muss, also keinerlei Deutschkenntnisse braucht, um zu verstehen, was da passiert: der Werbespruch „deutsche Qualität“ spricht für sich, spricht Bände, und lässt das Gefühl der Einsamkeit, das das französische Volk schon länger immer deutlicher empfindet, ins schier Unerträgliche steigen. Deutsche Qualität&#8230; <em>Maman! Au secours!</em>Deutscher Wirtschaftswachstum 2010 : über drei Prozent. Frankreich: unter zwei. In Deutschland steigen die Gehälter, in Frankreich die Arbeitslosenzahlen (+ 3 % 2010, kann man am 27.01. auf der Homepage von des Radiosenders Europe 1 lesen) . Und die Selbstmorde unter Postmitarbeitern, wie letztes Jahr beim anderen, ehemaligen öffentlich-rechtlichen Unternehmen Telecom (<em>s. Actualités: September, immer noch: Fashionista</em>). Sowie die Suizide unter Kinder und Jugendlichen. Sowie die Mordfälle, bei denen Gewalt nahezu aus dem Nichts heraus explodiert, für einen Parkplatz, eine verweigerte Zigarette, einen schiefen Blick&#8230; Innenminister Hortefeux erzählt, die Kriminalität habe im letzten Jahr abgenommen, doch niemand glaubt ihm. Denn überall fühlt man förmlich, dass Hauseinbrüche und Autodiebstähle vielleicht weniger geworden sind, doch die latente Aggressivität, die Respektlosigkeit, die Gewalt gegenüber Einzelpersonen, die sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Der Verlust der Werte setzt sich in unserer Gesellschaft fort. „Leben wie Gott in Frankreich?“ <em>Désolée, Dieu n’habite plus ici</em>. Gott wohnt nicht mehr hier.</p>
<p>Was bleibt ist die immer intensiver werdende Depression des Volkes. Gleich zum Jahresanfang wurden wird von den Schlagzeilen erschlagen, die Franzosen seien das depressivste Volk der Welt (<a href="http://www.republicain-lorrain.fr/fr/temps-forts/GRDC_URWeb_Detail.aspx?iCategorieRedactionnelle=78&amp;iURWeb=4407393">http://www.republicain-lorrain.fr/fr/temps-forts/GRDC_URWeb_Detail.aspx?iCategorieRedactionnelle=78&amp;iURWeb=4407393</a>). Im Grunde nichts Neues: wir sind schon seit Jahrzehnten zumindest im Schlucken diverser Antidepressiva Weltmeister. Aber das Wesen dieser Depression hat sich geändert: gehörten Nörgeln und Unzufriedenheit lange zum französischen DNA, hat sich die Lust am Motzen in den letzten Jahren in Resignation verwandelt. Die Rentenreform ist nicht zustande gekommen, weil man sich nach wochenlangen Streiks doch noch mit der Regierung einig geworden ist. Sie ist durchgekommen, weil auch hier das Volk aufgegeben hat. Wären wir wieder im Jahre 1789, die Bastille hätte noch schöne Tage vor sich, der König den Kopf fest auf den Schultern.</p>
<p>Da hilft auch Sarkozy mit seiner traditionellen Neujahrsrede nicht. Im Gegenteil: auch er scheint nach der anfänglichen Hysterie fast resigniert, auch wenn er jetzt schon Richtung 2012 und den nächsten Wahlen schielt. Er wollte Frankreich in die Moderne ziehen, er wollte ein neues Frankreich schaffen, zugute halten kann man ihm zumindest, dass er „<em>la vieille France</em>“, das alte Frankreich endgültig unter sich begräbt. Was kommt danach? Schwer zu sagen. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft könnte in den jüngeren Generationen liegen. Dafür muss man aber zuerst noch die eine oder andere Bastion erschlagen und zulassen, dass auch diejenigen an die Politik kommen, die nicht in den verstaubten grandes écoles und anderen Verwaltungslehranstalten ausgebildet werden. Die ENA, école nationale d’administration, aus der heute noch fast alle politischen Entscheidungsträger Frankreichs stammen, ist Frankreichs neue Bastille! Sie muss vom Volk erobert und außer Kraft gesetzt werden! Dann nämlich kommen endlich die Jüngeren zum Zuge, vor allem die heutigen U-30-jährigen. Die, für die die Grande nation ohnehin nur ein absurdes, völlig veraltetes Modell ist. Und Berlin DIE Stadt, aus der die Energie kommt&#8230;</p>
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		<title>Juni: Bufanas vs. Buffones</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 09:57:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[Archives]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[ - J’espère qu’ils vont perdre! Sinon, l’autre nain là, il va encore faire le caquou à l’Elysée ! Ich hoffe, sie verlieren ! Sonst gibt der Zwerg da wieder an im Elysee Palast! Ich stehe an der Kasse des Tante Emma Ladens in meinem Dorf, zusammen mit der Besitzerin und drei anderen Kunden, als dieser Satz fällt. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=409&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <em>- J’espère qu’ils vont perdre! Sinon, l’autre nain là, il va encore faire le caquou à l’Elysée !</em></p>
<p>Ich hoffe, sie verlieren ! Sonst gibt der Zwerg da wieder an im Elysee Palast!</p>
<p>Ich stehe an der Kasse des Tante Emma Ladens in meinem Dorf, zusammen mit der Besitzerin und drei anderen Kunden, als dieser Satz fällt. Und zwar VOR dem Eclat der französischen Nationalmannschaft. Sogar noch VOR dem ersten Spiel der Bleus überhaupt. Die Jungs saßen noch nicht mal im Flieger nach Südafrika, da war man sich schon einig, dass man ihnen Niederlage und Erniedrigung wünschte. Aber da standen sie noch gleichsam symbolisch für den Präsidenten Sarkozy, der als leidenschaftlicher Fußballfan gilt und sich gerne im Ruhme erfolgreicher Sportler sonnt. Und da wir ihn schon nicht loswerden können, sollte wenigstens die Nationalmannschaft ihm zeigen, wie sehr wir ihn inzwischen hassen. Damit, dass das Team von Trainer Domenech unseren Hoffnungen so radikal erfüllen würde, konnte allerdings keiner rechnen. Merci, les Bleus&#8230;</p>
<div id="attachment_411" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/06/foot1.jpg"><img class="size-medium wp-image-411" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/06/foot1.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">22 juin 2010: Un grand moment de solitude...</p></div>
<p>Die deutsche Presse versorgt die deutschen Leser ja genug mit Infos über die (kurze) Reise der französischen Trainingsboykotteure in Südafrika. Aber eines scheinen deutsche Journalisten noch nicht im wahren Ausmaß erkannt zu haben: wie sehr nämlich diese Mannschaft den gnadenlosen Untergang der Grande nation verkörpert. Vulgarität auf dem Fußballplatz, Vulgarität im Elysée und in Matignon. Viel Kohle für wenig Können hier, wenig Können für viel Kohle da. Profilneurosen, Verachtung des Volkes, das für sie stimmte, wie Verachtung der Anhänger, die ihre Ersparnisse in die WM gesteckt haben. Viel Lärm, keine Leistung. Skandale. Peinlichkeiten. Frauengeschichten.</p>
<p>Vulgarität. Das ist das Wort, das alles am Besten zusammenfasst.</p>
<p>Am Abend haben wir noch erfahren, dass das Team sich sogar geweigert hat, südafrikanische Jungs in einem armen Viertel zu besuchen, weil Rama Yade mit dabei sein sollte (s. hierzu ein anderer Skandal der frz. WM&#8230;).</p>
<p>Heute um 16 Uhr spielen sie ihr letztes Spiel. Davor, so war heute zu lesen, haben sich die Spieler eine Standpauke der eigens beauftragten Ministerin Bachelot anhören müssen. Wie es heißt hat Roselyne Bachelot einige Spieler zu Weinen gebracht, als sie ihnen von der Schande erzählte, die sie über ihre Heimat bringen. Von dem Heldenstatus, den sie mit ihrem Verhalten in den Augen der Kinder Frankreichs verloren haben. So gesehen ist es das erste Mal seit langem, dass ein Politiker wirklich im Namen des französischen Volkes spricht. Trifft sich halt so, dass es in Form einer Moralpredigt an eine Fußballmannschaft ist.</p>
<p>Heute um 16 Uhr spielen sie ihr letztes Spiel, und zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs wird ein ganzes Volk hoffen, dass seine Mannschaft rausfliegt aus der WM-Vorrunde.</p>
<div id="attachment_412" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/06/foot2.jpg"><img class="size-medium wp-image-412" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/06/foot2.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">22. Juni 2010: Mehr Ordungskräfte als Fans</p></div>
<h3>Gagner plus? Surtout pas!</h3>
<p>Nach langer Suche habe ich endlich jemand gefunden, der WIRKLICH Obstbäume schneiden kann. Glauben Sie mir, so ein Mann ist in so einer Region kostbar. Ehrlich: als er das erste Mal in unserem Garten gearbeitet hat, habe ich mich gefühlt, wie überarbeitete Eltern, die endlich Mary Poppins begegnen (nur dass Monsieur T ehemaliger Berufssoldat und zwei Meter hoch ist. Aber Sie verstehen den Gedanken). Sehe nicht nur ich so, und deswegen ist Monsieur T auch WOCHENLANG ausgebucht, und man muss echt Glück haben, wenn er einen in sein Kundenrepertoire aufnimmt. Denn Monsieur T hat einen ganz besonderen Ehrgeiz, den viele Franzosen mit ihm teilen: er will nicht zuviel verdienen. Also nimmt er auch nicht soviel Arbeit an. Denn wenn Monsieur T als Selbständiger über eine gewisse Einkommensgrenze hinaus verdient, kommt er in die nächste Abgabe- und Steuerschicht, und ab da, erzählt er mir, lohnt sich das Arbeiten erst dann, wenn man UNGEHEUER viel mehr verdient, was mit solcher körperlicher Arbeit wie seiner kaum machbar ist, und wenn, dann hat man keine Zeit mehr für seine Kinder. Monsieur T ist keine Ausnahme. Ich lerne jede Woche solche Menschen kennen. Vor ein paar Tagen erst einen Korbflechter, der richtig viel verdienen wollte (er macht Luxusartikel aus Korb). Er hat’s versucht, und versucht und versucht, doch wie viele kam auch er zu dem Schluss, dass der französische Staat alles tut, um Erfolg zu verhindern. Zu viele Abgaben, gerade als Selbständiger. Er konnte das Problem erst umgehen, als er anfing, sein eigenes Schilfrohr zu züchten. Jetzt gilt als Bauer (steuerlich, versteht sich) zahlt weniger Abgaben, aber reich wird er nicht, den Traum hat er aufgegeben. Obwohl er berühmt ist im Dekorationsgeschäft, bis hin nach Paris. Ich glaube, Frankreich ist das einzige Land Europas, in der sich Schwarzarbeit volkswirtschaftlich logisch begründen lässt&#8230;</p>
<h3>Le bonheur de l’Homme</h3>
<p>Am 21. Juni war in Frankreich Musikfest. So auch in meinem Dorf. Ein bürgerliches, eher ruhiges, um nicht zu sagen verpenntes Dorf von 8.000 Einwohner. Der letzte große Polizeieinsatz war zu bewundern, als zwei Kids im Supermarkt Bonbons geklaut hatten und erwischt wurden.  Gestern Abend haben l’Homme und ich nicht weniger als 10 Polizisten auf dem Platz gezählt. In vielen Vierteln Frankreichs wiederum sind die einzigen Uniformen, die man zu sehen bekommt, die von Feuerwehrmänner oder Notärzten. Anscheinend will die Polizei hier lieber nicht zu viel tun, und bleibt besser ganz ruhig und entspannt in bürgerlichen Dörfern statt in unruhigen Vierteln.</p>
<p>L’Homme war übrigens ein glücklicher Mann, beim Musikfest. Das stand nämlich ganz im Zeichen der Frau. Aber wohl doch eher aus männlicher Sicht. Denn außer einer Saxophonistin haben wir nur zwei Frauen auf den verschiedenen Bühnen gesehen: zwei mit Riesenfedern ausgestattete Mädels mit strammen Gesäß, die zu brasilianischen Klängen lustige Tänze aufführten, die langfristig, so fürchte ich, ganz verheerende Auswirkungen auf die Straffheit ihre Brüste haben könnten. Jedenfalls kam ich zu dem Schluss, dass Dutzende solcher Hühner auf Dutzende Karnavalwagen noch was hermachen, so ganz brasilianisch eben. Aber zwei sichtlich frierende Blondinen mit Riesenboa im Popo auf einem kaum besuchten Dorfplatz (es gab ja noch Fußball) wirken doch eher albern. L’Homme stimmte mir vorsichtshalber mal zu, aber ich habe das Gefühl, wenn ich heute frage, was die Frage war, wird er nicht mehr wissen, wovon ich spreche&#8230;</p>
<p>Noch einen Grund zum glücklich sein hatte er: vor einigen Wochen hat er für eine französischen Autobahngesellschaft einen Werbefilm gedreht, weil es – toll – einen neuen Automaten zum bezahlen gibt. Jetzt müssen sie den Film noch mal drehen, weil die Autobahngesellschaft beim Sichten des ersten gemerkt hat, dass kein Mensch daran gedacht hatte, die Sicherheitsmarkierungen auf dem Asbest zu malen&#8230;</p>
<p>Sowas tröstet einen über die kleinen Widrigkeiten des französischen Alltags hinweg. Die zur Zeit so aussehen, dass l’Homme, der dieser Tage Dreharbeiten in den Strassen der Stadt hat, gestern von einem alten Mann böse angepöbelt wurde. Er solle, so der gereizte Alte, mit dem Sch&#8230; aufhören und lieber Fußball spielen lernen.</p>
<p>WM 2010: eine Nation ist verwirrt.  Und es darf vermutet werden, dass viele sich insgeheim wünschen, bei der nächsten Präsidentenwahl 2012 könnte noch ein verhasstes Hätschelkind eine solche raclée, eine solche Ohrfeige erfahren, diesmal in den Urnen.;.</p>
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		<title>Vatermord im Languedoc-Roussillon</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 16:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[Actualité]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Skandal um Georges Frêche, ehemaliger Bürgermeister und jetziger Vorsitzender des Languedoc-Roussillons, bringt OB Hélène Mandroux als mögliche Kontrahentin gegen den umstrittenen Politiker auf den Plan. Doch selbst in den eigenen Reihen zweifelt man an ihre Gewinnchancen. Von Marie Urdiales Sie finden erst Mitte März statt, und schienen doch schon gelaufen: bei den französischen Regionalwahlen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=395&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Ein Skandal um Georges Frêche, ehemaliger Bürgermeister und jetziger Vorsitzender des Languedoc-Roussillons, bringt OB Hélène Mandroux als mögliche Kontrahentin gegen den umstrittenen Politiker auf den Plan. Doch selbst in den eigenen Reihen zweifelt man an ihre Gewinnchancen. Von Marie Urdiales<a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/03/rnz_09-02-10-brief-aus-montpellier.pdf"></a><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/03/rnz_09-02-10-brief-aus-montpellier.pdf"></a></em></strong></p>
<p>Sie finden erst Mitte März statt, und schienen doch schon gelaufen: bei den französischen Regionalwahlen startete im Languedoc-Roussillon der aktuelle Regionsvorsitzende Georges Frêche als großer Favorit. Wie bei den Bürgermeisterwahlen, aus denen er über 30 Jahre lang jedes Mal als Sieger herausging, sah es so aus, als könnte niemand dieses politische Monster daran hindern, ein zweites Mandat als Regionsvorsitzender zu gewinnen. Doch dann kam der Skandal.</p>
<p>Es begann, eigentlich, im Dezember, als Frêche bei einem Versammlung sagte, er würde nie für den Sozialisten Fabius stimmen, dieser hätte „einen nicht sehr katholischen Kopf“. Ein alter Ausdruck, der in der französischer Sprache heißen will, dass man einem Menschen nicht ganz über den Weg trauen kann. Es ist eine Redewendung, eine der ganz alltäglichen Art. Und es kam als Antwort auf eine Aussage des gleichen Fabius, er würde nie für Georges Frêche stimmen. Kleiner Hahnenkampf unter Politiker, unter normalen Umständen keine Zeile Wert. Aber es sind keine normalen Umstände, und Frêche ist kein normaler Kampfhahn. Die Regionalwahlen sind auf nationaler Ebene wichtig, werden sie doch als Barometer für die Politik der Regierungspartei unter Präsident Nicolas Sarkozy dienen. Und Frêche kommt von links, wo seit 2002 nur noch gähnende Programmleere und Zank unter Oberhäupter herrscht. Frêche aber – und das macht die Sache besonders spannend – wurde bereits 2007 von der sozialistischen Partei ausgeschlossen. Offizieller Grund: „wiederholte sexistische und rassistische Äußerungen“.</p>
<p>Nun ist Frêche tatsächlich alles andere als politisch korrekt. Doch auch wenn seine zahlreichen Anhänger immer wieder behaupten, seine umstrittenen Zitate wären jedes Mal aus dem Kontext gerissen, und der Regionsvorsitzender sei weder Sexist noch Rassist, die sozialistische Partei konnte eigentlich nichts anderes tun, als ihn auszuschließen. Zumindest national, denn regional wurde Frêche Anfang Dezember zum Kandidaten der&#8230; Sozialisten gekürt. Und dann das. Der nicht sehr katholische Kopf. Es war ein Satz, den Frêche bei einer rein lokalen Veranstaltung sagte. Und der eigentlich untergegangen wäre, sind Wähler, Anhänger und auch Gegner Frêches längst an seine verbalen Ausrutscher gewohnt. Hier reagiert schon längst niemand mehr auf seine Provokationen. Es ist Lokalkolorit in einer Region, in der traditionell eh gerne laut und teilweise vulgär gesprochen wird. Aber dieser Satz fand sich wieder in einem Artikel über den „<em>tyran et titan</em>“, so der Titel, im Wochenmagazin „<em>L’Express</em>“ (28. Januar). Der Autor des Artikels, der Journalist Jacques Molénat, gilt als Spezialist des Politikers, den Satz hatte er als einen unter vielen zitiert. Aber er schlug ein wie die berühmte Bombe, und brachte die Sozialisten in Bedrängnis.</p>
<p>Parteivorsitzende Martine Aubry rief nach Hélène Mandroux und bot ihr an, bei den Wahlen die Führung einer offiziellen sozialistischen Liste zu übernehmen, und zwar gemeinsam mit anderen Parteien eher linker Gesinnung, wie zum Beispiel die Grünen. Die Bürgermeisterin nahm das Angebot an, und damit begann ein spannender Kampf in einer Wahl, deren Ausgang für fast alle schon feststand.</p>
<p>Offiziell hat die nationale Führungsebene sicherlich rechtens getan: die Sozialisten stehen seit Jahren nicht besonders gut dar, und können sich nicht die kleinste Grauzone mehr leisten. Man verdächtigt Frêche, ein Antisemit zu sein? Weg mit dem Mann, Sozialisten sind keine Rassisten. Regional allerdings kann es sein, dass diese Entscheidung den Rechten, allen voran der Regierungspartei UMP, den Languedoc-Roussillon regelrecht in die Hände schiebt. Denn allen verbalen Ausrutschern zum Trotz erfreut sich Frêche in der Region großer Beliebtheit. Kein anderer französischer Politiker kann sich rühmen, so lange und so kontinuierlich an der Macht geblieben zu sein. Ein Langlebigkeit, die ihm unter anderen ein unzerstörbar wirkendes Beziehungsnetz beschert hat. Und selbst seine Gegner geben zu, dass er viel für Montpellier und die Region getan hat. Der Mann hat nicht nur eine große Klappe, er lässt Worten meistens Taten folgen. Der 71-Jährige ist ein unmöglicher Mensch, aber ein politischer Riese.</p>
<p>Ihm gegenüber hat Mandroux noch viel von einem David. Niemand hat vergessen, dass sie von Frêche selbst in den Bürgermeistersessel gesetzt wurde, und auch, wenn die ausgebildete Ärztin ihr zweites Mandat per Volksentscheid gewonnen hat, ohne Frêche hätte ihre politische Karriere nie wirklich beginnen können. Ob sie deswegen so lange nicht murrte, auch wenn ihr Ziehvater sie als „<em>conne</em>“, als dämliche Kuh bezeichnete? Es heißt aber, irgendwann wären es der Beleidigungen zuviel geworden, und die 69-Jährige muckte auf. Bei Angelegenheiten, die die Stadtverwaltung angehen, lässt sie sich schon längst nicht mehr sagen, und sie macht auch kein Geheimnis daraus, dass sie gerne Frêches Sessel als Distriktvorsitzender hätte (Frêche sitzt sowohl der Region als auch dem Distrikt vor). Aber die Region? Zu zahlreich sind die Anhänger des Amtsinhaber, die Grünen sind nicht so wild auf gemeinsame Listen, zumal die Sozialisten ja direkte Konkurrenten sind im großen Machtspiel, und schlimmer noch: in den eigenen Reihen werden Stimmen laut, die Hélène Mandroux des Verrates bezichtigen. Ihr eigenes Team, so war zu lesen, könnte ihr gar endgültig den Rücken kehren, weil sie sich gegen Frêche aufgelehnt hat. Vatermorde waren noch nie gut angesehen in der Geschichte, und im Süden geht es mit besondere Leidenschaft vor.</p>
<p>Zwei unbekannte Größen könnten den Wahlkampf noch spannender machen: zum einen Frêches Gesundheit, denn das Mundwerk läuft vielleicht noch wie geschmiert, doch das Herz, das schlägt nicht mehr allzu gut. Die Frage, wie lange der Löwe noch brüllen wird, ist angesichts seines kurzatmigen Ganges legitim. Zweite unbekannte Größe im Kampf: die Verschwörungstheorie, oder warum sorgt ein Satz, der vor Wochen im kleinen Komitee gesagt wurde, plötzlich für so großen Ärger? Eine Frage, die immer wieder gestellt wird hier. Montpellier, Testwiese für Wiederaufbaupläne der sozialistischen Partei? Wie gesagt: das Spiel ist gefährlich. Mandroux könnte das Rathaus verlieren, wenn ihre eigenen Truppen sie verlassen, und die Sozialisten könnten die Region verlieren, sollte sich der Wähler nicht in diesem Zweikampf wiederfinden.</p>
<p>Die Geschichte hat gezeigt, dass das ganz schnell geht: 2002 standen nicht umsonst plötzlich Chirac und der Rechtsradikale Le Pen im zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen. Der Wähler war verwirrt von zuviel Spaltung auf der linken Seite. (<em>Eine gekürzte Fassung ist</em> <em>am 9.2.10 in der Rhein-Neckar-Zeitung erschienen</em>)</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Februar: Medaillen im Schlafanzug</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 15:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[Actualité]]></category>
		<category><![CDATA[Anekdote]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Frankreich seine Sportler unterstützt, Minderjährige ungewöhnliche Erfahrungen machen, und schwedische Journalisten den Unmut ihrer französischen Kollegen wecken...<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=391&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Wie Frankreich seine Sportler unterstützt, Minderjährige ungewöhnliche Erfahrungen machen, und schwedische Journalisten den Unmut ihrer französischen Kollegen wecken&#8230;</em></strong></p>
<p>- <em>Il n’y a que quatre filles dans cette finale, si l’une d’elles tombe, et si ce n’est pas la Française qui tombe, alors, nous avons une médaille !</em></p>
<p>Vier junge Frauen sind im Finale, wenn eine von ihnen stürzt, haben wir eine Medaille, vorausgesetzt, es ist nicht die Französin, die sich hinlegt.</p>
<p>Vancouver, olympische Winterspiele 2010, Crossboard Final. Der Schneegott scheint das seltsame Gebet der Kommentatoren erhört zu haben: letztlich stürzen zwei Sportlerinnen, und Frankreich bekommt Silber.</p>
<div id="attachment_393" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/03/neige.jpg"><img class="size-medium wp-image-393" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/03/neige.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Von wegen im Süden scheint immer die Sonne...</p></div>
<p>Ansonsten begann auch der Februar nicht gerade mit einer optimistischen Note. Frühnachrichten vom 1.2.: 600.000 Kinder leben in Frankreich in unzumutbare Unterkünfte (und mit ihnen, so ist zu vermuten, auch ihre Eltern, nur dass arme Erwachsene längst nicht mehr wach machen in den Frühnachrichten) immer mehr Menschen kommen in U-Haft für immer unverständlichere Gründe, selbst Jugendliche sind betroffen, und Anfang Februar wird eine 14-jährige berühmt, weil sie in den Morgenstunden von der Polizei abgeholt und in U-Haft geführt wurde. Der Grund: sie war Zeugin einer Auseinandersetzung auf dem Schulhof gewesen, die Polizei hielt sie für mitschuldig, sie verbrachte zwei Tage in einer Zelle. Sie war noch im Schlafanzug.</p>
<p>6. Februar: sieh an! Sagte ich nicht, für französische Arbeitnehmer seien freundliche und soziale Arbeitnehmer verdächtig? Sie passen nicht in unser Bild des bösen Kapitalisten <em>vs</em> dem unschuldigen Prolet (s. Dezember). Und bitte: bei IKEA wird gestreikt! Ich habe es nicht geprüft, aber es würde mich nicht wundern, wäre dies das erste Mal in der Geschichte des schwedischen Möbelhauses, dass gestreikt wird. Und dabei sind die Arbeitsbedingungen, zumindest für die französischen Angestellten, auch für hiesige Verhältnisse alles andere als schlecht&#8230; Zugegebenermaßen allerdings wird der Streik nicht gerade massenhaft verfolgt&#8230;</p>
<p>Beamten soll man demnächst kündigen können. Zum Beispiel, wenn sie einer Versetzung nicht zustimmen. Nicht die Idee an sich wundert, jedenfalls nicht bei unserer augenblicklichen Regierung. Erstaunlich aber ist die Tatsache, dass keine nennenswerten Reaktionen erfolgen. Nach wie vor wirkt Frankreich wie gelähmt.</p>
<p>Stellt übrigens auch Jean-Paul Delevoye fest. <em>Monsieur</em> <em>le médiateur de la République</em>, ein staatlicher <em>ombudsman, </em>erklärt in seinem Jahresbericht, die Franzosen seien erschöpft, ausgehöhlt (<a href="http://www.liberation.fr/societe/0101621022-les-francais-sont-uses-de-partout-dans-tous-les-compartiments-de-la-vie">http://www.liberation.frsociete/0101621022-les-francais-sont-uses-de-partout-dans-tous-les-compartiments-de-la-vie</a>). Und geht es in seiner Arbeit in erster Linie um das Verhältnis zwischen Volk und öffentlichen Einrichtungen, das Fazit fasst doch die ganze französische Existenz zusammen: „Früher waren wir bei der Arbeit erschöpft. Jetzt sind wir überall ausgehöhlt, dauernd unter Spannung, in allen Lebensgebieten (<em>Avant, on était crevés au boulot. Maintenant, on est usés partout, tendus tout le temps, dans tous les compartiments de la vie»).</em></p>
<p>Um wieder an Lebenslust zu gewinnen beschließe ich, das Angebot einer Frauenzeitschrift zu nutzen, und eine der 100 besten Adressen für Schönheit und Entspannung zu testen. Doch ach! Ich lebe in der Provinz, von 100 Adressen sind 95 in Paris, der Rest in Bordeaux, Lyon und Marseille.</p>
<p>Von Montpellier spricht man derzeit auch viel, aber aus ganz anderen Gründen. Da es um die bevorstehenden Regionalwahlen geht widme ich dem Politdrama eine Extraseite (s. „Vatermord im Languedoc-Roussillon?“). Und angele mich weiterhin lustlos von einer Nachricht in die nächste.</p>
<p>Streik die Zweite: Lehrer einer Schule streiken, weil zum wiederholten Mal Gewalt von Außen in die Schulwelt eindrängt. Die Eltern streiken mit. Mehr Lehrkräfte, mehr Mitteln werden verlangt. Nach zwei Wochen Kraftprobe treffen die Lehrer ihren Minister. Ein Satz bleibt hängen, als die Pädagogen nach dem Gespräch aus dem Ministerium kommen. Ein Satz, und der Gesichtsausdruck:</p>
<p>- Er kennt unsere Arbeit gar nicht! Er hat keine Ahnung, wie die Realität in den Schulen aussieht!</p>
<p>Fassungslosigkeit in den Gesichtern.</p>
<p>Fassungslosigkeit und am Schluss auch etwas Gereiztheit bei einem schwedischen Journalisten. Man hat kürzlich erfahren, dass in einem der Schlösser, die von Steuergeldern unterhalten werden und dem Präsidenten zur Verfügung stehen, wieder Fuchsjagden veranstaltet werden. Sie wissen schon: diese seltsam anmutende Jagden, bei denen Menschen hoch zu Ross und wilde Hundemeuten hinter einem einsamen hechelnden Fuchs rasen. Unter Chirac nahezu abgeschafft sind sie unter Sarkozy wieder ins Leben gerufen worden, und da man weiß, dass dieser die engen Beziehungen zwischen Wirtschaft und Politik schätzt wundert es niemanden, dass die französischen Füchse wieder um ihr Leben zittern müssen, weil sich in einem Schlösschen wichtige Menschen diskret zusammentun. Entsetzen herrscht nun – ganz plötzlich – weil niemand weiß, wer kommt, wer eingeladen wurde, und <em>last</em> <em>but</em> <em>not</em> least: wer das ganze Galopp finanziert. Niemand weiß es&#8230; außer einem schwedischen Journalisten, Korrespondent einer Tageszeitung in Paris. Besagter Journalist hat erfahren, dass ein schwedischer Minister das Gewehr geladen hat, um sich im Schlösschen zu vergnügen, und der Politiker musste in der Presse erklären, dass er diesen Ausflug aus eigener Tasche zahlen würde. Wie er DAS denn rausbekommen habe, wird der Journalist von französischen Kollegen im Radio gefragt (<em>12.Februar, France Inter, 9.30 – 10 Uhr</em>). Wo denn das Problem sei, antwortet dieser. Wenn er Informationen braucht, sucht er sie. Und findet sie auch. Da sei schließlich der Job eines Journalisten, oder? Nun, ja, sicher, aber in Frankreich sei es schwierig, an solche Infos ranzukommen und überhaupt. Das Gespräch zieht sich noch ein paar Minuten hin, der Schwede bleibt höflich, bis er, angesichts des französischen Staunens, dann doch etwas gereizt erklärt:</p>
<p>- Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist! Wenn ich Beweise will, rufe ich unseren Minister heute auf sein Handy an und er schickt mir seine Rechnungen!</p>
<p>Herr Smörobröd, wir danken für das Gespräch, <em>merci beaucoup</em>, und nun zum nächsten Thema.</p>
<p>Diese Auffassung von Politik, Journalismus, Steuergelder, Transparenz&#8230; Das ist den französischen Kollegen nicht ganz geheuer.</p>
<p>Bliebe noch, um diesen trüben Februar abzurunden (den ich erst im März online stellen werde, weil wir, warum auch immer, seit TAGEN kein Internet mehr haben&#8230;) zum Schluss also noch die Geschichte der Künstlerin, deren Werk abgehängt wurde, weil ihre großen Schrifttafeln einen von Sarkozys berühmten Wahlsprüchen zum Thema hatten. Aus „<em>travailler</em> <em>plus pour gagner plus</em>“ behielt sie « <em>travailler, gagner, plus</em> »… und setzte ein « <em>moins</em> » hinzu. „<em>Travailler plus pour gagner moins“, „travailler moins pour gagner plus</em>“, je nachdem, aus welcher Richtung der Besucher kommt. Runter also mit dem subversiven Objekt. Zum Glück sind einige Franzosen noch wach und protestieren so lange, bis sie wieder gezeigt werden dürfen. Wie lange noch? Wann schlafen wir endgültig?</p>
<p>(<a href="http://www.rue89.com/confidentiels/2010/02/11/une-artiste-chinoise-censuree-par-les-beaux-arts-de-paris-137898">http://www.rue89.com/confidentiels/2010/02/11/une-artiste-chinoise-censuree-par-les-beaux-arts-de-paris-137898</a>)</p>
<p>Zum Glück sorgen zumindest die ersten Tagen der olympischen Spiele für Optimismus in französischen Reihen. Die ersten Tagen gibt’s Medaillen. Und auch hier sorgt französische Lebensphilosophie für ein Lächeln:</p>
<p>- Ah! Une deuxième Place derrière la Russie, c’est comme une victoire !</p>
<p>Ein zweiter Platz hinter Russland, das ist so gut wie ein Sieg !</p>
<p>Das ist unser ewiges, unser französisches Problem: wir sind nicht schlecht. Es sind nur die anderen, die immer besser sind&#8230;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/category/actualite/'>Actualité</a> Tagged: <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/anekdote/'>Anekdote</a>, <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/arbeitswelt/'>Arbeitswelt</a>, <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/gesellschaft/'>Gesellschaft</a>, <a href='http://alltaginfrankreich.wordpress.com/tag/politik/'>Politik</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/alltaginfrankreich.wordpress.com/391/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=391&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Januar : wie übersetzt man „lassitude“?</title>
		<link>http://alltaginfrankreich.wordpress.com/2010/01/26/januar-wie-ubersetzt-man-%e2%80%9elassitude%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 18:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
				<category><![CDATA[Actualité]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Psycho]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum ich zum 31. Mal Star War schaue, von China nix weiss und in letzter Zeit so oft gähnen muss... <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=378&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><em>Warum ich zum 31. Mal Star War schaue, von China nix weiss und in letzter Zeit so oft gähnen muss&#8230; </em></h3>
<p><em>- Chers concitoyens, chères concitoyennes. </em><em>L’année 2009…</em></p>
<p>Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen&#8230;</p>
<p>Wie es die Tradition verlangt hat sich <em>le président</em> auch dieses Jahr via Fernsehbildschirm an das Volk gewandt. Ich muss gestehen, ich habe ihm nicht zugehört. Schlimmer noch: ich habe den Fernseher gar nicht erst angemacht. Und nicht mal einen Kater zur Entschuldigung&#8230;</p>
<p>Auch gestern (es war, ich erinnere mich, der 25. Januar) auch gestern also hat sich <em>le président</em> an das Volk gewandt. Erst in den Nachrichten, in einer Plauderei (offiziell heißt das hier „<em>interview</em>“) mit einer Journalistin, mit der er eine einst eine Liebelei gehabt haben soll. So wurde zumindest getratscht, natürlich lange vor seiner italienischen Epoche. Spannendster Augenblick des Gesprächs: die Journalistin spricht ihn auf DAS derzeitige Gehaltskandal an (s.weiter unten) und Sarkozy schlägt zurück:</p>
<p>- Ich könnte Sie ja auch nach Ihrem Gehalt fragen, und im Vergleich mit einem Mindestlohnverdiener stünden Sie auch da wie die blanke Ungerechtigkeit!</p>
<p>Puuuuuh! Wie gemein! </p>
<div id="attachment_380" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/01/lassitudebis.jpg"><img class="size-medium wp-image-380" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/01/lassitudebis.jpg?w=300&#038;h=168" alt="" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Lassitude, lassitude, quand tu nous tiens...</p></div>
<p>Schnell ein kleiner Werbeblock, und dann im Sauseschritt ins Studio, wo elf durchschnittliche (offiziell heißt das hier „<em>représentatif</em>“) und eigens ausgewählte Franzosen darauf warten, den Staatsoberhaupt mit ihren Fragen in die argumentative Ecke zu drängen (offiziell natürlich). Man darf vermuten, dass, wie schon für Big Brother z.B., auch bei diesem Casting besonders viel Wert auf fast schon karikaturale Durchschnittlichkeit gelegt wurde. Der (private) Sender gehört einem guten Freund des Präsidenten, aber für die Ästhetik der Räume hat der <em>bon ami</em> nicht viel springen lassen, das Studio sieht aus, so die Kommentare heute im Radio, wie die Kantine eines billigen Betriebes. Kein Kuschelplüsch, kein Gold das glänzt, nein, Plastik und altbacken. Die auserwählten Mitbürger und Mitbürgerinnen jammern: Krise, keine Kohle, keine Arbeit, alles <em>merde</em>&#8230; <em>Le président</em> beruhigt, ganz väterlich: iss bald vorbei, Arbeitslosenzahlen sinken auch bald, wird schon&#8230;</p>
<p>Zwei Stunden lang.</p>
<p>Dies alles, die Plauderei, die Deko, das Väterliche, dies alles also erreichte mich erst heute früh, und auch ganz indirekt, als ich Nachrichten hörte, denn ich muss es auch dieses Mal beichten: ich habe dem Präsidenten SCHON WIEDER nicht zugehört! Denn gestern Abend zur gleichen Zeit hatte ein anderer Privatsender niemanden geringeres als Darth Vader (<em>en français: dark vador</em>) dem Präsidenten gegenüber gestellt. Und ehrlich gesagt kommt es mir inzwischen weitaus wahrscheinlicher vor, dass Chewbacca einen Werbevertrag mit Gillette unterschreibt, als dass die Arbeitslosenzahlen in Frankreich bald sinken. Ehrlich. Meinten übrigens auch Journalisten heute. Und auch: in den nächsten Wochen verlieren in Frankreich eine Million Menschen ihre letzten Rechte auf Arbeitslosengeld, und dann fliegen sie erst mal raus aus den Statistiken. So gesehen sinken die Zahlen der Arbeitslosen dann tatsächlich. Aber diese Art der Zählung ist ja bei uns nicht neu.</p>
<p>Aber auch das erwähne ich hier gleichsam nur <em>en passant</em>. Denn zu meiner großen, großen, und auch noch abgrundtiefen Schande muss ich gestehen, dass ich seit WOCHEN kein großes Interesse mehr an Presse und Information habe. Buuuuh, zehn Peitschenhiebe dafür, oder schlimmer: man fessle mich vor die Klotze, wenn <em>le président</em> sich das nächste Mal an uns richtet, auf dass ich keinen Fluchtweg habe. Bin ich erst mal ausgepeitscht ist es Zeit, sich mit den Beweggründen dieses Desinteresses zu beschäftigen. Gehen wir doch mal ganz systematisch vor:</p>
<p>Hypothese <em>numéro</em> eins: es ist Winter (ach was) es wird später hell und früher dunkel, und damit reicht das Tageslicht nicht mehr zum Lesen selbst einer französischen Zeitung.</p>
<p>Mmmm&#8230;</p>
<p>Hypothese <em>numéro</em> zwei: bin inzwischen auch zum Googlenewsmaniac geworden und begnüge mich damit, Titeln und Zwischenunterschriften zu lesen.</p>
<p>Mmmm Mmmm&#8230;</p>
<p>Hypothese <em>numéro</em> drei: die IKEA-Maloche (s. Nov./Dez.) hat mich so platt gemacht, dass keine Kraft mehr zum informieren bleibt.</p>
<p>Alternative zur Hypothese <em>numéro</em> drei: seit ich eine neue Küche habe sind Kochbücher meine einzige Lektüre.</p>
<div id="attachment_381" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/01/saint-honore.jpg"><img class="size-medium wp-image-381" src="http://alltaginfrankreich.files.wordpress.com/2010/01/saint-honore.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kuchen backen statt Zeitung lesen...</p></div>
<p>Ach! Wissen Sie was, es ist viel einfacher: ich glaube, ich bin wie viele Franzosen einfach in einer tiefen, tiefen <em>lassitude</em> gefallen.</p>
<p>Da die Umbaumaloche noch nicht beendet ist komme ich z.Z. nicht an meine Wörterbücher ran. Aber ich weiß es ohnehin, und Internetübersetzung bestätigt es: das französische Wort „<em>lassitude</em>“ wird mit „Müdigkeit“ übersetzt. Aber wie so oft: es ist nicht falsch, aber es gibt auch nicht die wahre Größe des Wortes wieder. <em>Lassitude</em>, das ist mehr Ermüdung als Müdigkeit. Eine sanfte Melancholie zieht zarte Bahnen in dieses Wort. Es schwebt knapp am Depressiven vorbei. Ganz knapp, ein Lufthauch nur. Wäre „<em>lassitude</em>“ ein deutscher Held, er hieße Werther.</p>
<p>Und ich muss ganz schnell wieder klar werden, sonst weine ich gleich über meine Chronik.</p>
<p>Kurz und gut: ich glaube, nach Monaten der leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Politik –vor allem natürlich mit dem neuen Präsidenten – haben wir Franzosen einfach keinen Bock mehr. Ich verweise an dieser Stelle auf mein Archiv, vor allem auf das Kapitel „<em>Happy Birthday monsieur le président</em>“. Dort erzähle ich von dieser leidenschaftlichen, fast schon neurotischen Beziehung zwischen einem Volk und seinem neuen Oberhaupt. Und jetzt, zweieinhalb Jahre, eine halbe Regierungsperiode, später? Vorbei, sie ist vorbei, die Leidenschaft. Wir sind aneinander ermüdet. Wir an ihn, und er an uns. Wie wird es weiter gehen? Die Regionalwahlen im März dürften zumindest im Ansatz eine Antwort bringen. Zur Zeit haben Franzosen nicht mal mehr richtig Kraft zum Streiken&#8230;</p>
<p>Das Land steht deswegen natürlich längst nicht still! Und auch, wenn mein Informationsbedürfnis sich seit Wochen darauf beschränkt, morgens Radio zu hören, das eine oder andere bekomme ich natürlich doch mit. Die Sache mit dem Gehalt (s.o.) zum Beispiel: der Chef der französischen Elektrizitätswerke bekommt zwei – natürlich – konsequente Gehälter, weil er – noch – ein zweites Unternehmen führt. Was von der Regierung zunächst noch verteidigt wird, bis die Polemik zu groß wird (<a href="http://www.boursier.com/vals/FR/edf-veolia-environnement-le-choix-du-meilleur-pour-edf-n-sarkozy-news-367963.htm">http://www.boursier.com/vals/FR/edf-veolia-environnement-le-choix-du-meilleur-pour-edf-n-sarkozy-news-367963.htm</a>).</p>
<p>Lehrer demonstrieren gegen die bevorstehenden Reformen. Ein paar, die eine Sarkozy-Maske oder ein Plakat mit dem inzwischen berühmten „<em>casse toi pauvre con</em>“* tragen werden erst mal verhaftet.</p>
<p><em>A propos</em> Lehrer: mein Schwager, der Lehrer ist, muss ein Examen ablegen um in die nächste Gehaltskategorie zu kommen. Er lebt in Südfrankreich, und muss dafür drei Tage&#8230;  nach Paris, wo das Examen zentral(istisch) organisiert ist.</p>
<p><em>L’Homme</em> zittert immer noch, ob er wird nachweisen müssen, dass er Franzose ist. Tatsächlich hört man immer mehr Geschichten, an denen Kafka seine Freude hätte. Wie gesagt: sind Sie Franzose, von französischen Eltern, aber im Ausland geboren, oder wurden Ihre Eltern im Ausland geboren, müssen Sie sich ein „<em>certificat de nationalité</em>“ besorgen. Was immer schwieriger wird, seit fleißige Beamten sich durch die immer fremdenfeindlicher werdende Politik in ihrer eigenen Fremdenfeindlichkeit unterstützt fühlen, oder einfach nur besonders eifrig sein wollen, weil nicht mehr öffentlicher Dienst sondern Rekorde gefragt sind.</p>
<p>Der öffentlich-rechtliche Sender France Inter bestätigte übrigens heute Vormittag, was <em>l’Homme</em> mir vorgestern erzählt hat: wieder einmal sollen zwei Menschen, die keine Papiere vorweisen können, abgeschoben werden. Ihre Nationalität: Haitianer. Ein fleißiger Beamter (s.o.) hat beschlossen, dass die beiden so ganz ohne Ausweis nicht in Frankreich bleiben können. Zurück in die Heimat also. So wie kürzlich Dutzende Afghanen sollten auch die zwei Männer schauen, dass sie beim Wiederaufbau ihres zerstörten Landes helfen, statt sich hier einen schönen Lenz auf Sozialgelder zu machen, was? Warum ich das sage? Oh, kam die „Anekdote“ nicht bis nach Deutschland? Genau dies sagte ein französischer Minister als man ihn darauf ansprach, dass Afghanen in Frankreich kein Asyl bekommen, sondern in ihre Heimat abgeschoben werden. Sollen sie doch die Waffen ergreifen und ihr Land verteidigen, hieß es da. Ist doch wahr: dieses ganze Asylrecht ist doch längst überholt! Als ob Krieg oder Zerstörung noch ein Grund wären, in Frankreich Schutz zu beantragen! Ich weiß übrigens nicht mehr, wer das sagte, ich glaube, es war der derzeitige Innenminister Hortefeux, aber ich kann mich auch irren. Ich meine, es sind so viele, die es hätten sagen können.</p>
<p>Die Adjektive von <em>lassitude</em> sind übrigens <em>las</em> (m) und <em>lasse</em> (f).</p>
<p>Lustige Nachrichten, so in Zappingform: auf dem deutschen Google News lese ich von China, USA und Zensur, in den französischen TV-Nachrichten sehe ich eine Reportage über Chinesen, die mit Taschen voll Euros zum Shoppen nach Paris kommen. 10.000 € will da eine Dame in unserer Hauptstadt ausgeben!</p>
<p>Was bleibt jetzt bei mir von China hängen, im Januar?       </p>
<p>Von Afghanistan?</p>
<p>Von Frankreich?</p>
<p><em>Lassitude lassitude</em>, quand tu nous tiens&#8230;</p>
<p>*“<em>Casse toi pauvre con</em>“, etwa „hau ab du Depp“, sagte Sarkozy Anfang 2008 einem Mann, der ihm nicht die Hand schütteln wollte. Die Geschichte gehört inzwischen zur Allgemeinbildung hier&#8230; Geben Sie doch mal spaßeshalber ‚<em>pauvre con</em>’ in Ihr Suchmotor ein! Hier meine Lieblingsversion: http://www.dailymotion.com/video/x4i1eg_casse-toi-pauvre-con_music</p>
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		<title>Dans le tram</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 20:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>marieurdiales</dc:creator>
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		<description><![CDATA[L’imagination, c’est un peu comme un bouton de fièvre : on ne sait jamais où et quand ça va vous tomber dessus. Plus qu’un truc bien linéaire, facile à gérer, maîtrisable, ça se présente plus comme un machin toujours présent en vous, style virus, et soudain : Paf ! La crise. Généralement au moment où vous vous y [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=alltaginfrankreich.wordpress.com&amp;blog=6897659&amp;post=365&amp;subd=alltaginfrankreich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>L’imagination, c’est un peu comme un bouton de fièvre : on ne sait jamais où et quand ça va vous tomber dessus. Plus qu’un truc bien linéaire, facile à gérer, maîtrisable, ça se présente plus comme un machin toujours présent en vous, style virus, et soudain : Paf ! La crise. Généralement au moment où vous vous y attendiez le moins et où, franchement, vous vous en seriez bien passé.</p>
<p>Tenez, moi par exemple :</p>
<p>Ma dernière crise remonte à pas plus tard que lundi. J’étais dans le tram avec ma grand-mère, côté centre-ville, là-bas. Elle était en train de me raconter son dernier pontage cardiaque quand… Oui c’est bon, je sais : un pontage cardiaque, c’est moyennement top comme sujet. Mais bon : pour mémé, c’était comme qui dirait vital d’en parler, et comme elle n’a que moi… Bref, c’était drôlement important que je reste concentrée sur mémé, que je focalise un max’ sur sa voix râpeuse qui sortait comme ça, sans arrêt, de sa petite boubouche toute crispée… Ma lèvre supérieure commençait à me démanger un peu. On en était au moment où l’anesthésiste s’approchait de son lit, elle toute tremblotante, la pauvrette, ma lèvre me démangeait de plus en plus quand, soudain…</p>
<p>Il était là, à quelques mètres à peine de nous. Grand. Pas trop bien foutu. Un peu trop grassouillet à mon goût. Un peu basané, la raie bien sur le côté, là, un polo saumon… Comme ça, on aurait pu croire que c’était un mec bien, le gentil petit fifils un peu trop bien nourri à sa petite maman d’amour, mais non. Moi, je l’ai tout de suite reconnu : c’était un hypnotiseur ! Parfaitement ! Un Infâme Hypnotiseur de Gens ! Car sous sa frange si proprette, derrière ses grosses lunettes de soleil super-foncées se cachait, je le savais, un regard de Manipulateur d’Innocents. Et, comble de l’horreur : c’était sur moi qu’il pointait son regard invisible ! Pas de doute : c’était moi qu’il visait ! Damned !</p>
<p>Ma lèvre menaçait d’exploser, la voix de mémé gravitait, de plus en plus aiguë, autour de mon oreille droite, mon petit cœur battait trop fort, et lui, lui continuait à me fixer, immobile malgré les saccades du wagon. La sueur commençait à me perler dessus. Il en voulait à… Mais à quoi en voulait-il, au fait ? Mémé me tirait maintenant par la manche, elle voulait me montrer sa cicatrice. Enfin, je crois. Parce que moi, j’essayais vachement fort de me calmer. OK, l’Infâme Hypnotiseur de Gens en avait après moi, d’accord, surtout, pas de panique. Je ne devais pas me laisser faire. Vite ! Stratégie de défense ! D’un geste rapide, j’attrapais les lunettes noires de mémé. Vu qu’elle a été opérée de la cataracte, mémé, juste avant le pontage, elle a des lunettes noires très très noires. D’ailleurs, on peut même plus appeler ça des lunettes de soleil, à ce stade-là. C’est plutôt style lunettes d’éclipse totale. Mais bon, pour moi, en tout cas, c’était parfait. Car grâce aux lunettes spéciales cataracte, j’étais super bien protégée du regard de l’IHG. Je pouvais donc, à mon tour, le fixer droit devant et tenter de percer ses projets. A ma droite, mémé s’énervait. J’entendais des trucs comme « rendre » et « folle ou quoi ? » Moi, je fixais l’IHG, qui me fixait encore plus, on se fixait à mort, même à travers tous les autres gens du wagon vacillant. Et là, tout à coup, j’ai compris ! J’ai compris ce qu’il projetait de faire : grâce à la force de sa Super Volonté qu’il concentrait dans son regard de braise, l’Infâme Hypnotiseur de Gens voulait me forcer à me lever et à lui céder ma place ! Car ainsi, ainsi il lui serait possible de s’asseoir à côté de mémé et de lui vider son sac ! HA ! Un Infâme Hypnotiseur de Gens pickpocket ! Voilà donc à qui j’avais à faire !</p>
<p>Triomphante, j’ai fait un peu glisser les lunettes de mémé sur mon nez, comme ça, là, juste de quoi regarder au-dessus, droit vers l’endroit de ses lunettes à lui où j’imaginais que, derrière, il y avait ses yeux. Je voulais qu’il comprenne que, primo, je l’avais reconnu, deusio, je connaissais son plan, et trer… tierce… enfin, troisièmement quoi, que tant que moi, je serais là, personne, tu m’entends ? Personne ne toucherait au sac de mémé ! Non mais ! Et bien croyez-moi ou pas, mais j’ai carrément réussi à le faire faiblir. Il a même détourné un peu la tête, sur le côté, comme ça. Trop gêné le mec ! Il avait été percé ! J’avais la lèvre en feu, et du coin de l’œil, je voyais mémé qui prenait les gens du wagon à partie. Elle me montrait du doigt, puis ses yeux, puis sa tête, mais bien sûr, personne ne l’écoutait. Je la laissais se ridiculiser gentiment, moi, j’avais comme qui dirait d’autres chats à fouetter.  D’ailleurs, l’IHG s’était rapidement repris et, de nouveau, me fixait. Mais cette fois (je crois que c’est parce qu’il s’était rendu compte de à qui il avait à faire) cette fois son regard était encore plus intense. Un vrai regard expresso. Trop fort !</p>
<p>Il me regardait tellement fort qu’au bout d’un moment, dans ma tête, ça a fait comme dans les films là. Quand soudain, c’est comme s’il n’y avait que deux personnes au monde. Le héros et un autre quoi. Même quand en réalité, il y a beaucoup beaucoup de gens autour d’eux, et bien dans les films dont je vous parle, c’est comme s’ils étaient seuls. Vous savez ? Les autres, ils deviennent tout flous, ça fait comme un ralenti, il y a même un grand silence, enfin, sauf la musique du film bien sûr. Et bien là, c’était pareil ! Sauf la musique, bien sûr. Mais autour de lui et moi, les gens sont devenus flous, et il y a eu un grand silence, même mémé, je l’entendais plus. Par contre, évidemment, dans ma tête, j’entendais la voix de l’Infâme Hypnotiseur de Gens. Il chuchotait à mon cerveau :</p>
<p>- Lève-toi ! Lève-toi ! <em>(Il faut lire : Lèè-veuh TOIOIOI ! Lèè-veuh TOIOIOI !)</em> comme ça, de façon très convaincante, comme pour me mettre en transe. Mais moi, grâce aux lunettes noires de mémé, je résistais et résistais et…</p>
<p>Soudain, il y a eu une grosse secousse, et le silence a été interrompu par un crissement métallique de freins de tram. On était arrivé à l’arrêt de l’hosto, là où ça secoue toujours, même que les gens disent que c’est fait exprès pour faire gagner des sous aux docteurs. Nous, on y allait pour les trucs post-opération de mémé. Et ouf ! Nous étions arrivées ! Vite, j’ai fait sortir mémé du wagon, et quand on a été en sécurité, je me suis retournée, j’ai retiré les lunettes et j’ai jeté un regard trop mortel à l’Infâme Hypnotiseur de Gens.</p>
<p>- HA ! Tu n’as pas pu briser ma volonté ! Tu n’auras jamais le sac de mémé, Infâme Hypnotiseur de Gens !</p>
<p>Trop fière ! Lui, il faisait son air mine de rien.</p>
<p>Le tram est reparti, mémé a remis ses lunettes en râlant et tout à coup, elle a hurlé !</p>
<p>- Merde ! Mon sac !</p>
<p>C’est alors que, pendant que mémé me tapait dessus avec sa canne pour que je coure après le tram, c’est alors que j’ai réalisé subitement l’étendue réelle de la perversité du monstre. Car si mémé, mémé qui, de toute sa vie, n’a jamais rien perdu ou oublié, si mémé donc avait oublié son sac dans le tram, c’est qu’en réalité, ce n’était pas moi que l’Infâme Hypnotiseur de Gens avait visé dans le wagon.</p>
<p>Ce n’était pas moi, C’ÉTAIT MÉMÉ !</p>
<p>Damned !</p>
<p>© Marie Urdiales</p>
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