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Und wieder kocht das Land…

09/10/2014

Freitag, Spätnachmittag, an einer Terrasse der Innenstadt.

– Ich muss einen Job finden, aber es wird nicht leicht! Und der da in Paris, der hilft uns ja auch nicht gerade! Kein Wunder, wenn man die Armen nicht mag!

Äh… Tschuldigung liebe Aïcha, verstehe ich jetzt nicht. OK, du hast deine Fortbildung im Sommer leider aus diversen Gründen in den Sand gesetzt, dumm gelaufen, mutig von dir, dass du einen zweiten Anlauf nimmst, klar musst du nebenbei jetzt arbeiten, weil das Arbeitsamt nicht zwei Mal für die gleiche Ausbildung bezahlen kann, logisch, warum sollte es. Aber was in aller Welt hat jetzt der Präsident damit zu tun, dass du bislang nunmal nur als Verkäuferin gearbeitet hast und es daher schwierig ist, einen Job in einer anderen Branche zu finden?!

Aïcha und ich sind befreudet, seit wir uns letztes Jahr im Arabisch Unterricht kennen gelernt haben. Sie ist eine 30jährige, an sich intelligente junge Frau, die früh zu arbeiten angefangen hat und vor zwei Jahren beschlossen hat, ihr Abi nach zu holen. Was im ersten Anlauf wie gesagt nicht geklappt hat. Jetzt sitzen wir also beim „apéro“ zusammen und das Erste, was sie mir sagt, ist das: am ganzen Elend ist der Präsident Schuld. Einmal durchatmen und nachfragen bitte.

– Was hat denn Hollande mit deiner Jobsuche zu tun, so ganz konkret?

– Na hast du denn das Buch seiner Ex nicht gelesen?! Der Mann ist ein Heuchler!

Verdammt ! Es hat uns wieder ! Kaum glaubt man, man habe sich (nicht zuletzt Dank Hollande) von der elenden französischen Plage befreit, fällt es wieder über uns her, und zwar vollends aus dem toten Winkel: Leidenschaft und Politik, Privatsphäre und Öffentlichkeit, persönliches Elend vs Allgemeinwohl. Es ist zum Heulen!

Seit letztem Donnerstag (dem 4.9.) bebt Frankreich wahlweise vor Entsetzen, vor Schadenfreude, vor Bestürzung, vor Lachen… Kein Tag, kein Tagg, keine Nachrichten, kein Post, ohne dass DER Skandal des Jahres erwähnt wird: die ehemalige Gefährtin des Präsidenten hat ein Buch geschrieben, in dem sie über ihre Erfahrung im Elysée Palast, aber vor allem über ihre Beziehung mit dem Politiker spricht. Zur Erinnerung: im Frühjahr war bekannt geworden, dass Hollande eine – geheime – Beziehung zu einer Schauspielerin unterhielt. Ungünstigerweise erfuhr seine offizielle Partnerin auch durch die Presse von der Affäre. Was natürlich und aus rein menschlicher Sicht betrachtet schmerzhaft gewesen sein muss, für die Frau. Aber das haben Affären nun mal an sich: sie sind geheim, und der/die Betrogene erfährt in der Regel als Letzte/r davon.

Verletzt , beleidigt und ohnehin als recht, nun, cholerisch bekannt, hat die Gehörnte nun ein Buch geschrieben, auf dessen Inhalt ich jetzt gar nicht eingehen will. Nicht mal lesen will ich’s. Ich hab’s noch nicht geprüft, aber ich fürchte, die Geschichte ist auch schon über die Grenze gekommen. Es ist so grotesk. Kaum erschienen, sorgt der Skandal dafür, dass Hollande in den Umfragen abstürzt, und wenn er auch ohne Buch schon recht unten kroch, allein die Tatsache, dass sich jetzt Wähler ihre politische Meinung bilden anhand eines Buches, das offensichtlich in erster Linie der Rache einer beleidigten Leberwurst dient, das macht mich zugleich wütend und traurig.

Ich kratze den letzten Rest Geduld zusammen, den ich aufbringen kann, erkläre Aïcha meine Sicht der Dinge („man sollte einen Politiker danach beurteilen, was er für das Land tut, nicht danach, ob er seine Frau betrügt oder nicht, und schon gar nicht aufgrund von Gerüchten, deren Wahrheitsgehalt nicht mal prüfbar sind!“) liste ein paar Punkte auf, die ich für sehr positiv halte in Hollandes Politik, auch wenn sie zugegebenermassen wenig zu tun haben mit Aïchas Jobsuche, und plötzlich von einer Eingebung erfasst stelle ich die Frage, mit der ich hätte anfangen sollen:

– Sag mal, hast du das Buch denn überhaupt gelesen?

Und prompt kommt auch schon die gefürchtete Antwort:

– Non, mais…

Nicht mal selbst gelesen, sondern sich vollends auf die Gerüchteküche verlassen. Keine Frage, mein Volk ermüdet mich, manchmal… Zuviel Leidenschaft, zuwenig Verstand, schon in der Liebe nicht die beste Kombination, in der politischen Meinungsbildung aber absolut verheerend…

La mauvaise foi

09/10/2014

So wie es im Französischen kein Wort für Schadenfreude gibt, so gibt es im Deutschen keins für „mauvaise foi“. Für „être de mauvaise foi“ gibt das Wörterbuch « unehrlich, oder unzuverlässig sein » an. Was nicht falsch ist. Was aber auch nicht die wahre Größe, den wahren Charakter dieses sehr französischen Wesensmerkmals wiedergibt.

 

„Etre de mauvaise foi“, das geht weit, sehr weit über die banale Unehrlichkeit hinaus. „Etre de mauvaise foi“, das ist bei uns fast schon eine Lebensphilosophie. Kombiniert mit einer pathologischen Abneigung gegen allzu viel Organisation – es könnte ja unserer legendären Spontaneität schaden, sowie unserem Talent, uns aus jeder Zwickmühle rauszuimprovisieren – kombiniert mit chronischem Mangel an Organisation und Planung also macht es unsere mauvaise foi möglich, dass wir ohne rot zu werden, dem anderen zielsicher ins Weiße der Augen blickend, verkünden können: „gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben“…  auch wenn das Objekt der Begierde vor unserer Nase liegt. Ein paar Beispiele gefälligst? Hier schon mal ein kleines buntes Panorama der Dinge, die es eigentlich nicht gibt im Frankreich des 21. Jahrhunderts. Für Anekdoten und Geschichten zum Thema bin ich immer dankbar!

 

Die Idee, darüber zu schreiben, kam mir, als ein Freund und ich an der Kasse eines großen Museums standen und uns die mauvaise foi geballt entgegenkam. Das Museum, das gerade nach mehrjährigen Renovierungsarbeiten vor kurzem wieder für das Publikum geöffnet worden war, gilt inzwischen als eines der schönsten Europas. Nicht gerade der Ort, an dem man gleich am Empfang mit der mauvaise foi konfrontiert werden kann, mag man sich da denken. Weit gefehlt. Es ist tatsächlich ein sehr schönes Museum geworden… nur der Eintritt gestaltet sich etwas, nun, „unzuverlässig“. Dieser Freund und ich stehen also am Eingangsschalter, bzw. zunächst in der Warteschlange, wo wir uns die Zeit damit vertreiben, den geeignetsten Eintrittspreis auszusuchen. Dann sind wir dran, ich frage nach zwei Mal Duo, und höre mir sagen:

– Gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben…

Nun haben wir uns dieses Duo ja nicht spontan aus den Fingern gesogen, nein! Es wird eindeutig auf dem Flyer des Museums angeboten. Es ist eine Formel, die einem sowohl zur Dauer- als auch zur aktuellen Ausstellung Zugang verschafft… sofern der Mensch an der Eintrittskasse Ihnen das Ticket dazu auch verkauft. Was dieser an diesem Tag aber nicht will. Hätte ich nicht für meinen – deutschen – Freund übersetzen und rückfragen müssen, hätte man ein Missverständnis vermuten können. Aber nein: ich frage nochmals, weise sogar auf den Flyer hin, mit dem ich dem Menschen unter der Nase wedle – eine an sich sehr unhöfliche Geste, aber in meiner Verzweiflung fällt mir nichts besseres ein – und erkläre nochmals höflich und bestimmt, ich wolle zwei Duos. Doch ohne den Flyer auch nur eines Blickes zu würdigen blickt mir der – übrigens sympathische – Mann ins Weiße der Augen und wiederholt den verhängnisvollen Satz:

– Gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben…

Wir kaufen schließlich zwei normale Tickets und schauen uns zumindest mal die Dauerausstellung an.

Warum dieser Mensch das sagte? Warum er uns den Duo nicht verkaufen wollte? Hatte er die entsprechende Ticketrolle nicht mehr, und auch keine Lust, eine neue zu holen? Traute er uns nicht zu, beide Ausstellungen an einem Nachmittag zu sehen? Wollte er damit andeuten, dass ohnehin kein Mensch kontrolliert, mit welchem Ticket wir in welcher Ausstellung gehen? Ich weiß es nicht. Ich meine, es ist längst nicht mehr so, dass man mein Unverständnis mit mangelnder Frankreicherfahrung erklären kann, nein. Es ist nur so, dass gerade dieses ‚nicht logisch und nachvollziehbar erklären können’ zur mauvaise foi einfach dazu gehört. Wie gesagt: Frankreich ist ein sehr willkürliches Land…

Das Erscheinungsbild und die Konsequenzen der mauvaise foi können, wahlweise, einfach nur nerven, geradezu verzweifeln, in Schwierigkeiten bringen, schwarz ärgern, Weinkrämpfe auslösen… aber auch zum Lachen bringen, weil hier z.T. Ausmaße an Albernheiten erreicht werden, die man sich, glaube ich, in keinem anderen Land vorstellen könnte.

Kurz nach der Museumsanekdote habe ich spaßeshalber im Freundeskreis eine kleine Umfrage zum Thema gestartet. Alle reagierten mit Begeisterung und ungeahnter Erleichterung. Begeisterung, weil sie es entweder einfach nur witzig fanden, ihre Anekdoten zum Besten zu bringen, oder aber froh waren, ihrem Ärger endlich Luft machen zu können. Erleichterung, denn nun fühlten sie als Teil einer großen Gruppe, und nicht als Opfer der französischen Willkür. Ich habe ein paar von diesen Anekdoten einfach mal so aufgeschrieben, wie sie mir erzählt wurden. Es sind nicht alle, bei weitem nicht, denn ich könnte wahrscheinlich ein ganzes Buch schreiben mit dem Titel: „La mauvaise foi en France“. Um meine Wahl zu treffen habe ich einfach alle in ein Hut gesteckt, und ein paar rausgezogen. Auch dies eine willkürliche Methode, und gerade daher erschien sie mir sehr passend.

Meine Freundin Flo und ihr Lebensgefährte sind gerade umgezogen. Sie haben schon eine Telefonleitung, doch mit dem Internetanschluss und dem DASL klappt es noch nicht. Also ruft sie von ihrem neuen Haus aus die Telecom an, und beschreibt das Problem. Doch da kommt sie auch prompt, die französische Lösung. Das sei ganz normal, erklärt ihr die Angestellte von der Telecom:

– Gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben,

kurz, sie könne gar kein Internetanschluss haben, denn sie habe noch kein Telefon. Etwas verwirrt schweigt Flo ein paar Sekunden. Doch dann fällt es ihr wieder ein:

– Natürlich habe ich ein Telefon! Ich rufe Sie doch gerade damit an!

– C’est pas possible. Das kann nicht sein.

– Aber doch! Ich sage Ihnen doch: ich stehe gerade in meinem neuen Haus und rufe Sie von dort aus an! Ich habe auch irgendwo den Vertrag der Telecom!

– Und ich sage Ihnen: das kann nicht sein! Sie haben kein Telefon. Wenn Sie ein Telefon hätten, wären Sie auch bei uns registriert, und das sind Sie nicht. Also haben Sie auch kein Telefon!

Frankreich hat eine sehr eigene Art, mit Syllogismen umzugehen.

Später hat uns Flo erzählt, sie hätte tatsächlich kurz geglaubt, die Stimme am anderen Ende der Leitung habe Recht, und sie hätte gar kein Telefon (das ist das Gefährliche bei der mauvaise foi: sie kann einen dazu bringen, die eigene Realität zu bezweifeln). Und tatsächlich blieb ihr und ihrem Freund am Schluss nichts anderes übrig, als der Telecom ein Einschreiben zu schicken mit der Kopie des Vertrages, um zu beweisen, sie seien tatsächlich registriert… nur halt nicht im Computer der Telecom, wie es schien.

Etwas ähnliches passierte einer anderen Freundin. Diese ist Kundin der Postbank, und zwar seit über zehn Jahren. Sie war immer im gleichen Postbüro, den des kleinen Ortes, wo sie lebt. Die Damen am Schalter kennen sie gut, schließlich hat sie regelmäßig bei der Post zu tun, und wie so üblich im Süden plappert man viel über das Wetter, die Familie, die Schönheit der neuen Briefmarken… Last but not least stürzt ihr Kontoverwalter immer aus seinem Glasbüro um sie zu begrüßen, wenn er sie sieht, wie er das halt immer so macht bei seinen Kunden. Man sollte also glauben, folgende Geschichte hätte nie stattfinden können.

Magali ging also in ihr Amt der Postbank, um eine Bareinzahlung auf das Konto einer Freundin vorzunehmen. Da diese ebenfalls Kundin der Postbank ist, wenn auch in einem anderen Ort, sei dies, dachte sie sich, keine große Sache und schneller erledigt, als ein Scheck zu schicken. Am Schalter füllte sie das entsprechende Formular aus, bis zur Frage, welcher Zentrale das Postamt ihrer Freundin angeschlossen sei. Sie weiß es nicht, teilt es der Dame am Schalter mit, fügt aber gleich hinzu, es sei ja nicht so schlimm, sie habe ja die IBAN (international bank account number, heißt es glaube ich) die internationale Banknummer eben, dabei, und da seien ja auch alle Informationen vorhanden.

– Das ist ein Konto mit IBAN? Dann ist es aber kein Postkonto.

– Doch! Natürlich! Ich habe ja auch eine IBAN !

Und da kam es in voller Überzeugung:

– Sie haben eine IBAN? Dann sind Sie aber nicht bei der Post!

Und das nach zehn Jahren treue Kundschaft… Schließlich musste sie ihre Freundin anrufen um den Ort der Zentrale zu erfragen.

Ebenfalls aus den Reihen des öffentlichen Dienstes (was für Telecom und Post ja nicht mehr ganz zutrifft) hier eine persönliche Anekdote:

wie fast alle Franzosen besitze ich eine carte vitale, eine Karte der Krankenversicherung, auf der mein Status als Sozialversicherter eingetragen ist. Allerdings nur im Bereich Krankenversicherung, in Frankreich ja Pflicht und staatlich. Das heißt, die staatliche Versicherung übernimmt einen Teil der Kosten (was und in welcher Höhe, hängt z.B. vom Alter und von der Krankheit ab) für den Rest kommt man entweder selbst auf, oder hat eine mutuelle, eine private Zusatzversicherung. Bei Versicherten mit wenig Einkünfte, was bei mir zu dieser Zeit noch der Fall ist, kommt der Staat als Zusatzversicherung auf. Und all dies ist auf meiner carte vitale zu lesen.

Als staatlich unterstützte Versicherte muss ich jährlich einen neuen Antrag stellen, u.a. um meine Einkünfte anzugeben. Das erste Jahr in meinem Dorf beschließe ich, das Angebot der Versicherung zu nutzen und, statt in die Stadt zu fahren oder alles per Post zu erledigen, direkt zur wöchentlichen Bereitschaft in meinem Rathaus zu gehen. Der nette Herr nimmt meine Unterlagen entgegen, prüft mit mir, dass nichts fehlt, und nimmt dann auch meine Karte entgegen, die mit geschickt werden muss aus welchen Gründen auch immer. Und dann höre ich erst mal wochenlang nichts.

Ich höre so dermaßen wochenlang nichts, dass ich irgendwann wieder zur Bereitschaft gehe. Dort muss ich dieses Mal länger bleiben, als beim letzten Mal denn…

-… gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben…

… der nette Herr findet meine Unterlagen nicht mehr. Sie sind nicht in seinem Koffer, und auch in seinem PC kann er mich nicht finden. Damned! Wieder einmal bin ich Opfer des Grossen Französischen Schwarzen Verwaltungslochs geworden.

– Vous êtes sûre que c’était avec moi? Sind Sie sicher, dass Sie bei mir waren ?

Nun ist er aber der einzige, der zu dieser Bereitschaft kommt.

Meine Unterlagen für die Erneuerung meiner Krankenversicherung sind also verschwunden. Und, wenn schon, mit ihnen auch meine Karte. Den Menschen scheint es erstaunlich wenig zu stören.

– Dann melden wir die Karte einfach als verloren!, beschließt er. Und lässt mich einen Brief unterschreiben, laut dem ich sur mon honneur, bei meiner Ehre schwöre, dass ich meine carte vitale verloren habe.

– Aber ICH habe sie doch gar nicht verloren, lächle ich ihn an.

Ist doch wahr: immerhin ist hier meine Ehre im Spiel.

– Ach! Ist doch egal! Prüft doch ohnehin keiner.

Na denn…

Seitdem korrespondiere ich immer per Post und schicke Einschreiben.

Was aber auch gefährlich sein kann! Denn auf meine Umfrage meldet sich u.a. auch Didier:

– Ist ja lustig, dass du ausgerechnet heute danach fragst! Just heute habe ich bei der sécu (das Amt für Sozialversicherung) angerufen, weil ich keine Antwort auf meinen letzten Wiederspruch habe.

Didier gehört auch zu denen, die nicht viel verdienen und so ein Recht auf staatliche Zusatzversicherung hat. Doch sein letzter Antrag ist nicht angenommen worden, und er hat Widerspruch eingelegt. Das muss man hier übrigens auch wissen: solche und ähnliche Anträge werden zu einem großen Prozentteil erstmals abgelehnt, egal in welchem Bereich. Sprich man muss immer, immer kämpfen und Wiedersprüche einlegen. Was natürlich voraussetzt, dass man immer über seine Rechte informiert sein muss. Oder aber, man legt prinzipiell Wiederspruch ein. Ich habe Freunde, die das machen: sie legen prinzipiell erst mal Wiederspruch ein.

– Und? Was haben sie dir gesagt?

– Na ja, erst das übliche: gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben. Laut ihrem PC haben sie meinen Wiederspruch nie erhalten. Aber ich habe mich aufgeregt und gedroht, jetzt wollen sie noch mal suchen.

Ein paar Tage später ruft mich Didier wieder an.

– Ich habe die Antwort auf meinen Wiederspruch! Interessiert’s dich noch?

– Klar!

– Also, pass auf, und ich will einen guten Platz in deinem Kapitel: die Antwort lautet:

„Sehr geehrter blablabla“… Also, hier: „wir haben Ihre Unterlagen geprüft und festgestellt, dass die Abteilung für Wiederspruch Ihre Unterlagen erhalten hat. Aber wir haben die Unterlagen ihres Antrages vom 21. Februar nicht an Abteilung für Wiederspruch weitergeleitet. Wir werden Ihre Unterlagen vom 21. Februar sofort an die Abteilung für Wiederspruch weiterleiten“. Im FEBRUAR! Die haben meinen Wiederspruch seit dem 21. FEBRUAR, und wir haben Mitte April, und wenn ich mich nicht gemeldet und nachgehackt und gedroht hätte, wäre ich jetzt ohne Zusatzversicherung, und keiner hätt’s gemerkt!

Genau. Und wäre so auch aus den Statistiken für Zusatzversicherte rausgeflogen, wie das wahrscheinlich viele tun, die sich nicht gegen das Grosse Französische Schwarze Verwaltungsloch wehren, sei es aus Mangel an Information, sei es aus mangelnden Sprachkenntnisse, oder sei es aus Resignation.

Überhaupt verschwindende Akten… Ganze Kapitel könnte man dem Thema widmen! Meine Freundin Inga, eine deutsche Ärztin, die hier ihr Internat gemacht hat, war immer bestürzt zum einen über die Vielzahl der täglich verschwindenden Unterlagen („wir müssen täglich unzählige Untersuchungen neu machen, weil die Krankenakten einfach verschwinden!“, erzählte sie live aus dem großen Uniklinikum) zum anderen staunte sie nicht schlecht über die Selbstverständlichkeit, mit der solche Sachen hier hingenommen werden.

– Es scheint niemand auf die Idee zu kommen, man könne das ändern, erzählte sie mir eines Abends. Wenn es wieder heißt „gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben“, dann zucken alle mit den Schultern und schieben den Patienten halt wieder unter’m Scanner. Sie scheinen es alle völlig normal zu finden.

Und das stimmt: Franzosen finden das normal, weil sie es nicht anders kennen. Sie sind sogar immer ganz überrascht wenn sie erfahren, dass es in anderen Ländern durchaus klappt, die Organisation.

Manchmal versuchen sie es gar damit, mit der Organisation. Ein Freund von mir hat mir erzählt, wie man in seinem Distrikt einen Rundbrief an alle Einwohner geschickt hat, in dem man sie bat, ein Formular auszufüllen. Ziel war, so hieß es, anhand des Formulars eine Datei zu erstellen, die es dem Distrikt ermöglichen würde, die Bewohner sofort zu identifizieren. Soweit ich es verstanden habe, sollte es ähnlich wie beim Pizzadienst laufen (ich meine natürlich den deutschen Pizzadienst, in Frankreich ist so was nicht vorstellbar): man bestellt ein erstes Mal, gibt Name und Adresse an, bekommt eine Nummer, und bei der nächsten Bestellung gibt man nur die Kundennummer an und der Pizzamensch hat alle Angaben sofort abrufbereit. Das Gleiche wollte der Distrikt also für seine Bewohner haben, um die Abholung von Gartenabfall zu erleichtern. Besagter Freund fand die Initiative unbedingt positiv. Er ist Informatiker und legt großen Wert auf Organisation.

– Und? Was ist passiert?

Wäre alles glatt gegangen hätte er es mir ja nicht erzählen wollen.

– Zuerst musste ich beim Distrikt anrufen, denn im Umschlag steckte nur der Brief, nicht aber das Formular. Außerdem waren zwei verschiedene Adressen angegeben, an die man das Ganze zurückschicken sollte.

Nach einiger Zeit bekam er allerdings ein Dankesschreiben und… eine Nummer.

– … und gestern habe ich angerufen, weil ich Gartenmüll zu entsorgen habe, und weißt du was?

– Lass mich raten: gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben?

– Genau. Als ich ihnen meine Nummer geben wollte, haben sie genau das geantwortet. Und ich musste alle Angaben nochmals durchgeben um einen Termin zu bekommen.

Das i-Tüpfelchen der Geschichte ist, dass sein Gartenabfall nicht abgeholt wurde. Auf seinen Anruf erklärte man, das Team habe ihn vergessen. Aber es sei ja nicht schlimm, sie kämen dafür dann die Woche drauf. Was hieß, Gartenabfall erst mal wieder rein in den Garten, denn auf den Bürgersteig, wo er hätte abgeholt werden sollte, konnte er nicht bleiben. Die Woche drauf war’s dann Gartenabfall wieder raus. Seitdem lässt er regelmäßig seinen Gartenabfall abholen, und muss jedes Mal neu seine ganzen Daten durchgeben. Nicht schlimm, nicht wirklich schlimm, nur: warum wurde es überhaupt anders versucht? Und vor allem: warum klappte es nicht?

Meine Schwester hat im Frühjahr 2008 ein staatliches Examen abgelegt, und ist seitdem staatlich anerkannte Sozialhelferin, Spezialgebiet Familie und Kinder. Das ist eine gute Idee, finden alle, denn gerade im sozialen Bereich werden immer Menschen gesucht zum Arbeiten. Kaum hat sie ihr Diplom, geht sie also zum Arbeitsamt, um sich als Arbeitssuchende zu melden. Sie werde vom Amt hören, sagt man ihr, und zu einem Gespräch gebeten werden.

Nach zehn Tagen hat sie immer noch nichts vom Amt gehört. Also ruft sie an und kämpft sich erst mal durch alle „drücken Sie auf 1, bestätigen Sie mit Stern“-Ansagen, bevor sie mit Dudelmusik noch eine Viertelstunde zu etwas Geduld gebeten wird. Als sich endlich ein Mensch meldet erfährt sie, dass sie einen Termin hat… am nächsten Morgen um 9 Uhr. Die schriftliche Vorladung dazu hat sie nie erhalten. Wieder eine Geschichte aus dem Grossen Französischen Schwarzen Postloch, wie’s scheint. Doch das ist der Dame vom Amt egal: meine Schwester hat am nächsten Tag um 9 Uhr da zu sein. Punkt. Meine Schwester hat noch Glück: hätte sie nicht angerufen, hätte sie nie von dem Termin erfahren, und damit wäre sie wieder raus aus den Arbeitslosenstatistiken, bevor sie überhaupt richtig drin war.

Meine Schwester hat aber auch Pech. Der nächste Tag ist nämlich ein Mittwoch, sprich ihr Jüngster hat keine Schule. Und da sie so kurzfristig niemanden findet, landet sie mit ihrem vierjährigen Kind beim Arbeitsamt. Dort erlebt sie gleich zwei Episoden aus der „gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben“ Reihe. Zum einen erklärt ihr die Frau, die sie (nach halbstündiger Wartezeit) empfängt, sie habe nie vom (staatlichen) Diplom meiner Schwester gehört. Sie weiß einfach nicht, was das für ein Beruf ist (es ist anscheinend das Spezialgebiet, das ihr unbekannt ist). Sie kann nichts damit anfangen. Nun sind wir zu dieser Zeit Mitte Juni. Man könnte also glauben, die Dame vom Arbeitsamt würde sich erkundigen und meiner Schwester einen neuen Termin geben. Weit gefehlt. Immer noch im Gefühl der Ungläubigkeit erzählt mir meine Schwester:

-… und dann sagt sie mir, ich soll im September wiederkommen, dann sei bestimmt jemand da, der sich im Sozialgebiet auskennt! Im September! Wir haben Juni!!

Vielleicht hofft das Amt, meine Schwester hätte bis dahin auch resigniert und darauf verzichtet, in der Statistik zu bleiben…

Meine Freundin Céline hat schon eine Arbeit: sie ist Forschungsleiterin, und hat vor kurzem in ein neues, ein grosses Labor angefangen. Auf meine Umfrage hin erzählt sie uns bei einem Essen, was ihr kurz vorher wiederfahren ist. Sie musste an ein bestimmtes Gerät ran, dass nur von speziell ausgebildeten Techniker bedient werden kann. Irgendetwas mit der Spaltung von Proteinen hat es glaube ich zu tun. Jedenfalls kennt Céline das Gerät sehr gut und weiß genau, was man damit tun kann und was nicht. An diesem Tag kommt sie mit einer bestimmten Menge Protein, die eine Runde in die Maschine müssen. Da sie noch recht neu ist im Labor hat sie noch nicht alle Techniker kennen gelernt. Den an diesem Tag kennt sie jedenfalls noch nicht. Und was sagt er, als sie mit ihrem Proteinpäckchen ankommt? Wir kennen es ja nun: gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben. Er leugnet schlichtweg die Existenz des Gerätes, das seinem Job doch überhaupt seine Daseinsberechtigung gibt! Und als Céline ihm erklärt, sie wisse ganz genau das Gerät sei da, da erklärt er ihr, es sei für die große Menge an Protein, die sie da dabei habe, nicht geeignet. Also muss Céline das tun, was man in Frankreich nur tun kann, wenn einem die mauvaise foi begegnet: je nach Persönlichkeit reagiert man mit Drohungen oder mit Humor… oder eben mit beidem.

Noch mehr Anekdoten gefälligst?

Mein Mann hat ein Gerät für seine Arbeit bestellt. Wie inzwischen in Frankreich üblich – siehe Postloch – soll das Paket binnen 48 Stunden von einem privaten Kurierunternehmen gebracht werden. Nach 72 Stunden ist das Paket immer noch nicht da. Also ruft mein Mann das Kurierunternehmen an und siehe da… Genau! Gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben. Das Paket ist verschwunden, keiner weiß wohin. Man kann dem PC noch entnehmen, dass er an einem bestimmten Tag in einen bestimmten LKW verladen wurde, und dann ist Schluss mit der Spur. Soweit mein Mann es versteht, sind sowohl Paket als auch LKW mitsamt Fahrer verschwunden. Das bestellte Gerät kommt schließlich nach fast einer Woche an, was eine Kettenreaktion nach sich zieht, bis hin zu einem französischen Fernsehsender, der auf eine Kassette wartet, für deren Überspielung mein Mann das Gerät eben bestellt hatte. Vom Kurierunternehmen kommt kein Wort der Entschuldigung und auch keinerlei Geste von wegen Guthaben oder so.

Meine Schwiegermutter ist im Januar 2001 verstorben. Da wir in ihr Haus gezogen sind, haben wir alle Ämter, teilweise mehrmals, per Einschreiben davon informiert, Kopie der Sterbeakte inklusive. Noch heute sind die Stromrechnungen auf ihren Namen ausgestellt. Und wenn ich beim Versandhaus anrufe, um eine Bestellung aufzugeben, fragt man mich jedes Mal, ob ich eine Frau X kenne, die an der gleichen Adresse lebt. Ja, sage ich seit sieben Jahren jedes Mal, das war meine Schwiegermutter, und sie ist seit 2001 tot.

– Oh! Désolée! Das tut mir leid!

Höre ich dann jedes Mal… bis sich das Spielchen bei der nächsten Bestellung wiederholt. Pourquoi? Warum? Manchmal sind es Lappalien, aber es ist so dumm. Und es fällt schwer daran zu glauben, dass größere Projekte gut gehen können, wenn es schon im Kleinen scheitert…

Für einen Job sollte ein anderer Freund eine Radioreportage besorgen. Er kannte das Thema, wusste, dass es schon oft behandelt worden war, konnte aber kein Datum geben.

– Oh là là! Das wird schwierig ! seufzte da die freundliche Dame am Empfang eines der größten Sender Frankreichs.

– Das wird schwierig, weil unser Archiv nicht beschriftet ist. Ich meine, da stehen glaube ich Jahreszahlen, aber keine Monate. Und schon gar keine Themen…

Ich soll Trauzeugin einer Freundin sein. Sie ist Deutsche und schätzt Organisation, ist daher einiges vorweg durchgegangen, und hat auch alles mit der Bürgermeisterin ihres Ortes gecheckt. Zehn Tage vor der Hochzeit ruft sie mich verzweifelt an: man hatte vergessen ihr zu sagen, dass man meinen Personalausweis braucht. Also muss ich im Eilverfahren den Ausweis fotokopieren und SOFORT rüberschicken… bzw. ich habe es erst gescannt und gemailt, man weiß ja nie, das Postloch und so… Dabei hat meine Freundin noch Glück: lange sah es nämlich so aus, als würde sie gar nicht heiraten können. Als sie und ihr Freund damals anfingen, ihre Papiere zusammen zu tragen stellte sich nämlich heraus, dass ihr Verlobter noch… verheiratet war! Dumm gelaufen: irgendwer – oder irgendwas – hatte vergessen, seiner Ex-Frau die Scheidungspapiere zur Unterschrift zu schicken. Also galt die Scheidung juristisch als nicht vollzogen. Zum Glück hegte die Ex-Frau keine Rachegelüste, sonst hätte sie die Unterschrift verweigern können…

Oft muss ich lachen über diese und ähnliche Geschichten, aber oft ist es mühsam, weil der Alltag dadurch ungleich komplizierter wird: man kann sich auf nichts verlassen… außer darauf, dass vielleicht, wahrscheinlich, aber nicht sicher, das Chaos an der Ecke wartet, mit seinem „gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben“. Ein deutscher Freund von mir, der beruflich regelmäßig in Frankreich zu tun hat, beschrieb es so:

– Man kommt in ein nagelneues 4-Sterne-Hotel in Südfrankreich an. Gut, es ist nicht das, was man von einem 4-Sterne-Hotel in Deutschland oder in anderen Ländern erwarten würde, aber es ist schön. Es ist neu, es ist geschmackvoll eingerichtet, das Essen ist gut und die Leute sind freundlich. Aber irgendwas, irgend etwas, das weiß man, wird schief gehen. Das ist einfach so. Entweder die Minibar geht nicht auf, oder sie ist leer, oder die Reservation hat nicht geklappt oder es tropft irgendwas… Perfektion existiert bei euch nicht!

Er hat nicht Unrecht. Perfektion kennen wir nicht. Der Teufel steckt im Detail, und im französischen Alltag gibt es verdammt viele Details.

Aber dieses Chaos, diese mauvaise foi, haben auch eine Kehrseite.

Man findet hier nämlich auch eine spontane Menschlichkeit, eine Improvisationsgabe, die einem genau so oft aus der Patsche hilft, wie es einen reinbefördert. Auch hier ist es etwas willkürlich, und entweder, der Mensch Ihnen gegenüber möchte gerne helfen, oder er will es eben nicht. Doch wenn er es will, kann Ihnen viel passieren.

Meine kleine Schwester stieg mal mit einer Gruppe Jugendlicher in den falschen Zug. Was nicht ihre Schuld war: wieder einmal gab es Verspätungen und Probleme, so dass der Zug, den sie eigentlich hätten nehmen sollen, nicht zur rechten Zeit am rechten Ort war. Als sie merkte, dass der Zug in dem sie saßen nicht dort halten sollte, wo sie hinwollten, rannte sie zum Kontrolleur… der auch prompt im Zug per Lautsprecher einen „außerplanmäßigen Halt“ ankündigte und die ganze Gruppe am richtigen Bahnhof aussteigen ließ. Etwas ähnliches passierte mir auch mal mit einer deutsch-französischen Gruppe in Bordeaux. Dort hielt die Busfahrerin mitten auf dem Kreisverkehr an, damit unserer Gruppe noch die letzte Trambahn kriegen konnte. Auch solche Geschichten gibt es zu erzählen. Und das Schönste an ihnen – finde ich – ist, dass sich keiner aufregt. Ich meine, kein Mensch regte sich auf, als der Zug unplanmäßig hielt, oder der Bus mitten auf dem Kreisverkehr. Solche kleinen zwischenmenschlichen Gesten sind für uns selbstverständlich.

Und wie gesagt:

nur zu gut ist uns allen bewusst, dass auch wir sie mal brauchen können, diese Gesten, um aus dem „gibt’s nicht, kennen wir nicht, hat’s nie gegeben“ Schlamassel zu kommen…

2014/2015 : neues Jahr, altes Land

09/01/2014

Und wieder einmal schlägt in Frankreich die alles vertilgende Stunde der „rentrée“, der Tag, an dem alles neu beginnt, und dann schliesslich doch alles beim alten bleibt. Der Tag, der Eltern bereits Anfang August in akkute Stresszustände versetzt, weil das Kind einen neuen Ranzen braucht, dieses Jahr Abi macht, eigentlich schon letztes Jahr in den Sportverein hätte angemeldet werden müssen, und/oder den dümmsten/gemeinsten/hässlichsten Lehrer der Schule bekommt und damit, so steht schon fest, weder Kind noch Eltern zurecht kommen werden (an dieser Stelle darf ich mir erlauben, als Französin auf diese penible deutsche Eigenart der Feminisierung jeglicher Substantive zu verzichten, da es natürlich auch dumme/gemeine/hässliche LehrerINNEN gibt). Heute, Montag den 1. September, sind die Lehrer schon mal zurück zur Schule marschiert, einen Tag vorher, um sich (so die offizielle Erklärung) entsprechend auf die Kids vorbereiten zu können. Dass der „Lehrertag“ dieses Jahr auf einen Montag fällt liege in Wirklichkeit daran, so Kritiker, dass es für die Pädagogen so einfacher war, ordnungsgemäss ihre Ferienwohnungen von Samstag auf Samstag zu buchen. Es mag aber auch einfach sein, dass dieses Eingeständnis deshalb erfolgte, weil die Lehrer so freundlich gestimmt werden sollen auf die Neuerung des Jahres: die neuen Stundenpläne.

Bereits bei der „rentrée 2013/2014“ ansatzweise erprobt soll die Reform dieses Jahr endgültig in Kraft treten, ab morgen haben auch Grundschulkinder Mittwoch Vormittag Unterricht, und nachmittags ab 16 Uhr eher „kreative & sportliche Tätigkeiten“ (ganz beliebt hier: Malen und Hiphop). Damit passt sich Frankreich nicht nur der in der EU dominanten Tendenz an, sondern folgt auch modernen Erkenntnissen der Pädagogik. Leider aber pfeift sowohl ein nicht geringer Teil des pädagogischen Personals als auch ein grosser Teil der Eltern auf Moderne. Diese Veränderung des Stundenplanes löst im Lande seit letztem Herbst Entsetzen, Chaos und Widerstand aus, seit heute Vormittag ist die neue Erziehungsministerin in allen Sendern und Redaktionen unterwegs, um die Motzer und Kritiker zu beruhigen. Das letzte Mal gab es eine solche Protestbewegung, als der Samstag Vormittag Unterricht gestrichen wurde. Den wünscht sich inzwischen zwar keiner mehr zurück, aber dass man die Stunden halt auch ausgleichen muss, sollen kleine Franzosen nicht länger pro Woche arbeiten müssen, als ihre Eltern, das sieht im Augenblick noch keiner ein. Der Franzose motzt nun mal gern.

Bewiesen letzte Woche auch drei Minister, nur dass die inzwischen ihren Job los sind, irgendwann wird das ewige Meckern aber auch echt zur Plage hier! Frankreich, das Land, wo man nie wirklich weiss, wo Individualismus aufhört und das Gemeinwohl anfängt, bzw. manchmal weiss man es nur zu gut. In anderen Bereichen als Schule ist motzen wiederum nicht einfach grundlegendes Verteidigen seines profunden französischen Seins (je motze, donc je suis) sondern kann auch Ausdruck tiefer Melancholie sein (c’était mieux avant). So, wie als kurz vor den Sommerferien zwei aber wirklich URALT-Journalisten vom französischen öffentlichen Sender France Inter mehr oder minder freundlich in die Rente geschubst wurden. Der eine, Yvan Levaï, 74 (!) nutzte seine Presserevue am WE schon lange für das Verbreiten seiner persönlichen, denkbar unoriginellen und abgrundtief langweiligen Anekdötchen und Gedankchen, der andere, Daniel Mermet, 72 (!!), hatte 25 (!!!) Jahre lang seine Sendung auf Antenne, beide dachten wahrscheinlich schon, sie würden im Funkhaus begraben werden. Protestwellen, naja, Wellchen eher, stürmten bzw. kullerten in den Internet Foren, und beim Radio selbst. Doch die neue Direktion von France Inter hatte nun mal beschlossen, das Programm insgesamt zu verjüngern, und auch, wenn man die neuen Sendungen nicht mag, so verhält es sich auch hier wie mit den Stundenplänen: solange man es nicht probiert, wie soll man wissen, ob’s neu nicht doch besser ist?

Ego vs Allgemeinwohl. Andere Egos wiederum werden absichtlich ganz klein gehalten: in dem Shuttle vom Flughafen in die Innenstadt hörte ich kürzlich ein ernüchterndes Gespräch zwischen einer jungen Französin und ihrer deutschen Freundin, beide ca. Mitte 20. Die Französin arbeitet bei der französischen Bahn, die mal wieder streikte (obwohl man sagen muss, dass es erheblich weniger vorkommt, als einst). Sie erzählte ihrer deutschen Freundin, sie habe überlegt, ebenfalls der Gewerkschaft der Bahn beizutreten, aus persönlicher Überzeugung. „Man“ habe ihr aber mehr oder minder dezent davon abgeraten, berichtete sie. Ein Beitritt in die Gewerkschaft, und das Verfolgen der Streikbewegung würde, so die „Stimme Paris’“, in ihren Akten stehen, und könnten möglicherweise einen steilen Karriereaufschwung nicht unerheblich bremsen. Sprach da etwa die Sorge um das Gemeinwohl ? Der Leser möge entscheiden.

Die „rentrée“ 2014/2015 ist also voll im Gange, und während sich so manch einer gegen jegliche Veränderung des Schulalltags auflehnt, haben andere nicht die geringste Chance auf Schulalltag: es ist der 1. September 2014, letztes Jahr sind in Frankreich 15 Kinder an den Folgen von Armut gestorben.

Ein Ball, ein Volk

06/23/2014

Irgendwo in Frankreich, Juni 2014…

Regional…

Der Bus, mit dem ich zu meiner Familie will, fährt mit 10 Minuten Verspätung von der Endhaltestelle ab, die in dem Fall die Anfanghaltestelle ist, nur dass das keiner sagt. Wir fahren deshalb mit 10 Minuten Verspätung ab, weil der Fahrer meint, auf die nächste Tram warten zu müssen, falls ein Fahrgast mit in den Bus möchte. Dass man es in dem Fall so halten kann, wie ich, sprich einfach eine Bahn früher fahren, das behalte ich einfach mal für mich. Es ist Sonntag, die Sonne scheint, auf mich warten ein schönes Essen und ein kühler Pool. Die Tram kommt an, keiner will mit den in Bus, wir fahren los. Zehn Minuten später halten wir wieder an, weil eine junge Frau sich aus welchen Gründen auch immer (sowas ist ja doch immer sehr persönlich) in dem Bus übergibt. „Fahren Sie ruhig weiter“, sagt ihre Freundin, als beide eiligst aussteigen, damit die gastrisch Labile ihren Mageninhalt am Fuss einer Platane in Ruhe auskotzen kann. „Aber nicht doch, ich bitte Sie!“ antwortet unser Fahrer freundlich „wir warten“. Ich komme mit 20 Minuten Verspätung ans Ziel bei einer Fahrt, die insgesamt nur 30 dauert, offiziell. Was solls’s, mir ist ohnehin der Apetit vergangen. Frankreichs Freundlichkeit führt uns noch endgültig ins Chaos…

National…
Abi ist in Frankreich jedes Jahr so ein Riesenereignis, ich weiss nicht, ob es noch ein anderes Land gibt, wo man in den Nachrichten tagtäglich davon hört, wie Tausende von Kids über die Klausuren schwitzen. Jedes Jahr erfahren wir, voller Ehrfurcht, wie alt der jüngste und wie jung der älteste Kandidat ist, und wenn die Ergebnisse endlich feststehen, zeigt uns das Fernsehen Bilder junger hysterischer Menschen, allesamt in Tränen aufgelöst, sei es, weil sie ihr Abi nicht haben, sei es, weil sie ihn haben. Frankreich ist nicht umsonst ein Land, das nah am Wasser gebaut ist. Irgendwas muss den Kids dieses Jahr aber zu Kopf gestiegen sein, denn man las diese Woche in der Presse, sie hätten eine Petition an die Regierung (oder an den Präsidenten, ich müsste jetzt nachschauen) jedenfalls an höchster Stelle geschickt, weil die Aufgaben der Mathe Klausur zu schwer gewesen seien. Hab’s gerade geprüft: 40.000 Abiturienten haben dem Erziehungsminister eine Petition geschickt. Da zieht meine gesamte schulische Laufbahn plötzlich vor meinem inneren Auge und ich frage mich, warum ICH NIE auf die Idee gekommen bin, Petitionen zu schreiben, wenn mir Klassenarbeiten zu schwer vorkamen! Ehrlich: mein Abidurchschnitt hätte sich da gewiss um einiges verbessert. „Nö, Deutsch LK hin oder her, dieses Thema ist mir zu schwer, mach’ ich nicht!“ Andere beschweren sich auf Twitter lautstark und denkbar unelegant über die Französisch Aufgabe, ein Gedicht von Victor Hugo. „Fuck Hugo“ schreiben sie da. Victor, pardonnez-leur, ils ne savent même pas écrire votre nom !

International…
Es gibt ja einige Parameter, um Auskunft über die psychologische Lage eines Landes zu erhalten. Statistische Daten, wirtschaftliche Fakten, politische Wahlen…. Hier in Frankreich gibt es noch etwas anderes: Fussball-WM. Wobei wir da nicht die Einzigen sind, vermute ich. Aber seit 1998 und dem Sieg unserer „BlackBlancBeur“ Mannschaft gleicht die Beziehung „Fussball – Land“ fast schon einer metaphysischen Gleichung. So, wie andere im Kaffeesatz lesen oder Tauben rupfen, um die Zukunft zu sehen, so schauen wir in Frankreich Fussball. Irgendwie habe ich plötzlich „Astérix et le Devin“vor Augen, „Asterix und das Medium“ (wenn es der deutsche Titel ist). Wie auch immer, in den jeweiligen Fussball WM scheint sich für uns Franzosen mehr abzuspielen, als „nur“ Fussball. Und es ist nicht, dass das jeweilige Team und dessen Leistungen Auskunft gibt über den Zustand der Nation, nein! Die Leistungen des Teams können dauerhaften Einfluss auf den Zustand der Nation haben. Beziehungsweise, die Wechselwirkung ist subtiler. Ein Volk eine Mannschaft, eine Mannschaft, ein Volk… Bei DER WM 1998 standen wir plötzlich alle wie beseelt hinter unser Sieger, so schön bunt, so schön intelligent, so schön, überhaupt… 2002 kann sich keiner erinnern, was war. Da standen wir wohl noch unter dem Schock, den die Anwesenheit von Jean-Marie Le Pen in der zweiten Präsidentschaftswahlrunde und Jospins Rücktritt ausgelöst hatten (hab’ gesucht: wir sind gleich in der Vorrunde rausgeflogen). 2006: wir sind zweite nach einem Finale gegen Italien, doch in Erinnerung bleibt vor allem Zidanes Kopfnuss. 2010: Skandale, Grossmäule, verwöhntes Kickervolk, laut (wegen?) damaliger Sportministerin Bachelot Tränen in den Umziehkabinen, Getue überall, und dann nicht mal ins Achtelfinal. Wer war zu der Zeit Präsident in Frankreich? Genau! Und dieses Jahr… Gut, es fängt erst an, aber anscheinend ist diese Mannschaft in der Lage, das französische Volk mit dem Fussball zu versöhnen. Die Jungs sind höflich, bescheiden, sie beteuern regelmässig ihre Liebe zum Land, und sie können spielen. Bleibt abzuwarten, ob es ihnen gelingt, des Präsidenten Beliebtheit zu steigern. Derzeit mag ihn nämlich niemand so rechtens leiden, hier. Aber so ging’s der Nationalelf auch, vor vier Jahren…

 

 

Ein Land voller Weiber

06/08/2014

Eine Freundin von mir erzählt immer wieder gerne diesen typischen Frauenwitz:
steht eine weibliche Zuhörerschaft vor einem Rednerpult. Die Rednerin fragt:
– Was sind wir?
Die Frauen antworten:
– FRAU-EN!
– Was wollen wir?
– WIR WISSEN ES NICHT!
– Wann wollen wir es?
– SOFORT!

Frankreich, so scheint mir, ist ein Land voller Weiber.

Alle motzen über Hollande, seine Beliebtheitsskala ist irgendwo zwischen Keller und Erdrutsch (allein die Tatsache, dass es eine „Beliebtheitsskala“ gibt, als wäre der Präsident Teil einer politischen Hitparade, die nach mysteriösen Kriterien funktioniert) keiner ist zufrieden, bereits nach zwei Jahren wird gemunkelt, er könne vielleicht früher gehen, als es die offizielle Amtszeit (5 Jahre) vorsieht, und wenn man sich umhört bekommt man das Gefühl, er mache so rein gar nichts aus seinen Tagen im Elysee Palast.

Ich habe nicht nur Freundinnen, ich habe auch Freunde. Einer von ihnen ist meines Erachtens ein intelligenter, feinfülliger Mensch, auf dessen Analyse ich in vielen Fällen grossen Wert lege (ich meine, ALLE meine Freunde UND Freundinnen sind intelligent und feinfüllig, aber Sie werden gleich verstehen, worauf ich hinaus will). Dieser Freund aber vertritt eine ganz seltsame Auffassung. Er liest keine Presse, hört keine Nachrichten, besitzt auch keinen Fernseher, was ich zumindest in letzterem Fall äusserst positiv finde. Dieser Freund wählt nicht. Er findet, alle Politiker seien eh arrogante Volksverächter, denen man nicht über den Weg trauen darf, weil sie sich sowieso nur deshalb wählen lassen, um sich die eigene Tasche voll zu schaufeln. Womit dieser Freund zu den 56,5 % Franzosen gehört, die sich bei der Europa-Wahl enthalten haben. Er hat zu allem eine Meinung. Da er sich nicht informiert eine – meines Erachtens – oftmals unreflektierte, auf nichts als auf Affekt beruhende Ansicht. Eine politische Meinung, am Kantinen Büffet gebildet. Wobei Kantinen Büffet AUCH zur politischen Meinungsbildung beitragen, kein Zweifel. Aber sie sollten nicht die einzige Quelle sein. Finde ich.

Das letzte Mal ist dieser Sohn spanischer Immigranten, heute regulärer französischer Beamter und Mitglied der – schmalen – französischen Mittelschicht bei der Präsidentschaftswahl 2007 den Gang zur Urne gegangen. Und hat für Sarkozy gestimmt.

Sarkozys Beliebtheitsskala war am Ende auch recht nah am Nullniveau. Woran sich heute natürlich in Frankreich niemand mehr erinnert, so recht-ens. Hätte dieses Weibervolk nämlich ein Gedächnis, müsste es eigentlich dankbar sein, dass Hollande eine Politik betreibt, die der seines Vorgängers diametral entgegensteht. Hollande ist still, wenig pressewirksam, in PR-Sachen auf Minimalniveau arbeitend, bescheiden, höflich, zurückhaltend… Und, wie ich jedenfalls finde, durchaus effizient. Keine grossen Annoncen, wie bei seinem Vorgänger. Keine laut angekündigten Gesetzes- und/oder Gesellschaftsrevolutionen, die entweder gar nicht oder (in letzter Zeit immer mehr) in zwielichtigem Zusammenhang und oftmals juristischen „Auffrischungsspritzen“ daher kommen.

Aber viele kleine, aber gesamtgesellschaftlich betrachtet nicht unwichtige Gesetze (gleichgestelltes Hochzeitsrecht, kürzere Schultage, das Ende dieser kommunistischen Altlast „Proletariat vs Arbeitgeber“) und vor allem: der Versuch, etwas zu verankern, was uns Franzosen doch eher fremd ist: le dialogue social. Verhandeln statt Verordnen.

Man kann ihn weich nennen, oder besänftigend finden. Fest steht, dass Hollande das französischen Volk für’s Erste schon mal aus dieser – entsetzlichen – leidenschaftlichen und oftmals völlig theatralisierten Volk-Präsident-Beziehung rausgezogen hat. Es ist eine Politik der kleinen Schritte, die Frankreich aber, glaube ich, hoffe ich, langsam in die Moderne zieht.

Man muss einen Präsidenten nicht lieben müssen. Man muss einen Präsidenten wählen dürfen.

Erstaunlicherweise lese ich heute eine interaktive Umfrage, in der Leser beurteilen können, welche Wahlversprechen gehalten wurde, welche teilweise, welche gar nicht. Und einen Artikel über die Bilanz von Hollande. Erstere in der – tendenziell eher links gerichteten Tageszeitung Le Monde – den zweiten Artikel in der Wirtschaftszeitung Les Echos. In beiden Fällen ist die Bilanz eher positiv. Entzieht man die Analyse diesem leidenschaftlichen Kontext, der Politik in Frankreich immer anhaftet, ist Hollande nicht so schlecht, wie er immer wieder verkauft wird. Aber eben auch (zu) wenig theatralisch für Molières Kinder.

Wenig theatralisch, kaum sofort wahrnehmbar, aber – so meine Wette – mittelfristig doch tiefer eingreifender, in unserer skuriller Gesellschaft, als die Hauruck-Methoden seines Vorgängers. Es ist zäh, es braucht Zeit, es ist nicht einfach, es verlangt, genau aus dieser entsetzlichen, extrem persönlichen Affektbeziehung rauszukommen, die heute Frankreichs Haltung zur Politik charakterisiert.

Kleine Klammer am Rande : ich las kürzlich Berichte zum Erfolg der extrem rechten Partei FN in Frankreich. Persönlich fand ich es nicht erstaunlich, dass sich deren Wählerschaft auch immer mehr in Kreisen von « Einwandererkinder » findet, sprich Franzosen, deren Urgrosseltern, Grosseltern oder Eltern nach Frankreich kamen, in Hoffnung auf besseres Leben. Und die heute keine neuen „Ausländer“ mehr wollen aus Angst, diese könnten ihnen das wegnehmen, was ihre Vorfahren sich einst so hart erarbeiten mussten.

– Was sind wir?
– Franzosen!
– Was wollen wir?
– Keine Ahnung!
– Wann wollen wir es?
– Sofort… aber bitte nicht zu schnell!

Angst essen Länder auf

05/18/2014

Kürzlich, bei einem Essen unter Freunden.
Eine der Gäste, offensichtlich seit dem 4. Glas Wein in recht trüber Stimmung, seufzt plötzlich herzzerreissend auf, und sagt:
– Ich weiss ja auch nicht, als echte „femme de gauche“ müsste es mir eigentlich egal sein. Aber ist es normal, dass ein Bettler ein besseres Telefon hat, als ich?

Nur zur Illustration

Nur zur Illustration

Als kleine Einführung muss man hier sagen, dass eine echte „femme de gauche“ in Frankreich die – moralisch selbsternannte – Erbin der grossen französischen sozialistischen Figuren ist. Was (stark vereinfachend gesagt) ein aufgeklärtes Wissen um soziale Ungerechtigkeiten voraussetzt, sowie eine gewisse Solidarität und der Wille, dem sozialen Unrecht entgegen zu wirken. Indem man z.B. dem Bettler vor dem Supermarkt ab und an ein Münze in die Büchse wirft. Beim Bettler der Woche aber hapert’s, denn er hat, so will es scheinen, ein moderneres Telefon als die Frau von Links.Was dieser insofern aufstösst, als dass sie, wie sie sagt, gerade mal über den SMIC verfügt (Frankreichs Mindesteinkommen, derzeit bei 1.128 € netto). Was nicht viel ist im Monat. Und jetzt ist sie verwirrt denn sie weiss nicht, was sie davon halten soll, dass ein Mensch, dessen Einkommen darin besteht, dass er vor dem Supermarkt hockt und die Hand aufhält, anscheinend besser ausgestattet ist, sprich einen höheren Lebensstandard geniesst, als sie selbst, verwirrt sie.

Diese Geschichte erinnert an eine andere, im Winter auf einem sozialen Netzwerk gelesene. Dort berichtete eine ehrenamtliche Helferin der „Resto du Coeur“, ein berühmter karitativer Verein, sie wisse nicht, was sie davon halten solle, dass Menschen, die in den solidarischen Supermärkten kämen (dort, wo sie umsonst gespendetete Lebensmittel erhalten) immer anspruchsvoller werden, ja sich teilweise darüber beschweren, dass sie nicht das bekommen, was sie wollen/erwarten/wünschen?

Sinnlos, damit Zeit zu verlieren unserer „femme de gauche“ zu erklären, Smartphones würden einem heute nachgeschmiessen denn die Welt geht unter in einem Smartphone Überfluss, sinnlos auch sie daran zu erinnern, sie selbst habe nur deshalb keinen, sondern ein altmodisches Handy Modell mit Tasten, weil ihr letzter Smartphone Versuch daran gescheitert ist, dass sie mit dem Touchscreen nicht zurechtkommt.

Denn egal wie, die Frage, um die es in Frankreich wirklich geht, ist: wie reich darf ein Armer eigentlich sein?

Eine Freundin, die in einer Anlaufstelle für Asylanten arbeitet, kämpft mit einem sehr ähnlichen Dilemma.
– Heute kommen Menschen zu uns, die regelrechte Ansprüche haben! Es sind nicht mehr die armen politisch Verfolgten, die froh sind, wenn sie in Frankreich einfach in Frieden leben können! Es sind Wirtschaftsflüchtlinge, viele von ihnen aufgeklärt, informiert, aber auch mit einem völlig falschen Bild der Lage hier! Man kann nicht mit seiner Familie nach Frankreich „flüchten“ und glauben, der Staat werde einem automatisch eine 3-Zimmer-Wohnung zur Verfügung stellen!

Von aussen her ist die Szene auf dem ersten Blick fast rührend: um einen reich gedeckten Tisch mit Blick auf einem Swimmingpool unterhalten sich Menschen „de gauche“ darüber, wie der perfekte Bedürftige auszusehen hat. Aber zwischen den Zeilen sieht die Wahrheit anders aus, Haus und Pool gehören die nächsten 30 Jahre der Bank, heute ist der Tisch voll aber wer weiss, was am Monatsende noch drauf ist, und vertrauen kann man auch nichts und niemanden mehr, den Armen nicht, und auch nicht seinem sozialistischen Idealismus, denn die Welt, in der der „klassische“ französische Sozialismus noch wurzelte, und seine Rechtfertigung fand, die existiert nun mal nicht mehr. Aber wir in Frankreich tun uns schwer damit, es zu sehen, es zu verstehen, und es zu akzeptieren.

Ich traue mich nicht zu sagen, dass ich irgendwo gelesen habe, es gäbe Länder, in den Video Clips die Einwohner dazu ermutigen, nach Europa zu flüchten, und Infozettel darüber verteilen, wie die Rechtslage für Flüchtlinge in jedem Land der E.U. aussieht. Ein Nebenaspekt der heutigen Kommunikations- und Informationswelt, selbst Asylanten kennen ihre Rechte.

Je ne sais pas vous, seufzt einer der Gäste nach ein paar Sekunden deprimierter Stille um den Tisch, je ne sais pas vous mais moi, je trouve tout ça assez anxiogène, en ce moment.
Ich weiss ich, wie’s euch geht, aber ich finde das alles ziemlich Angst erregend.

Angst davor, den Job zu verlieren, Angst davor, die Kinder in einer schlechten, europäischen Bildungsstandards nicht entsprechenden Schule zu wissen, Angst davor, dass man den Kredit für das Haus nicht abbezahlen kann, bevor die Kids aus dem Gröbsten raus sind, Angst vor Europa, Angst vor Krebs, Angst vor Gemüse und den Pestiziden, Angst davor, von der Pharmaindustrie reingelegt zu werden. Oder von den Lebensmittelgiganten. Angst vor Grippe, Angst vor dem polnischen Klempner, wobei der mittlerweile von den chinesischen Bordeaux Fans oder den fussballverliebten Kataren ersetzt wurde. Angst, weil keiner mehr die Nationalhymne singen mag, Angst weil Frankreichs Köche nicht mehr zu den Weltbesten gehören, von der Eurovision und dem letzten letzten Platz ganz zu schweigen.

– C’est vrai, on a tous peur, mais personne ne nous prend au sérieux.

Die französische Mittelklasse hat Gegenwarts- und Zukunftsängste, und keiner, so empfindet sie, keiner nimmt sie ernst.

Irgendwie weiss keiner mehr, ob man hier eigentlich Angst vor dem Anderen hat, oder Angst um sich selbst. Eine nicht unbedeutende Nuance, denn es geht um um Vertrauen, und auch um Verantwortung. Um ein gewisses Weltbild. Denn was für eine Welt kann das sein, in der man ernsthaft zu glauben beginnt, vor einem Diskountmarkt zu betteln sei ein beneidenswerter Lebensinhalt? In der man ernsthaft denkt, seine Heimat zu verlassen, um sich in die Fremde zu begeben, ohne Sprachkenntnisse, ohne Kenntnisse überhaupt ausser dem Glauben, man habe finanzielle Ansprüche an das Gastland, sei einfach? Eine Welt in der man sich vor kleinen Rotznasen fürchtet, die in der Kälte betteln. Die tatsächlich oftmals etwas rauh, etwas agressiv daher kommen. Aber wie agressiv ist deren Rückkehr in den Favellas Europas, nach ihrem Betteltag…

Ein Land, das beginnt, auch vor den Schwachen Angst zu haben, läuft Gefahr, seine Seele zu verlieren. Und dennoch verdient es diese Angst, Ernst genommen zu werden.

J’ai testé pour vous : Montpellier-Toulouse en moto

05/12/2014

C’est comme ça, vous n’y pouvez rien et d’ailleurs, c’est même pas votre faute, mais des fois, dans la vie, on tombe sur de ces trucs ! Là par exemple, vous êtes tombée sur un motard.

Si vous avez lu le chapitre sur l’escalade, vous savez que les choses ne sont que rarement ce que l’on pense qu’elles sont. Vous par exemple, vous avez toujours pensé que la moto, c’était sexy. A cause de l’image de deux corps collés l’un contre l’autre. Ca évoque quelque chose de terriblement sensuel: la vision d’une Femelle plaquée contre son Mâle. Un monde où vous, féministe, goûteriez au péché de la soumission à celui qui dompte le bolide comme feu nos aïeux les mammouths .

Récemment, une copine vous a d’ailleurs confortée dans cette vision idyllique bien que gentiment archaïque. Evoquant un site de sorties bien connu, elle vous racontait, je cite, que lors de virées en moto, « les lionnes défendaient leur selle comme d’autres leur progéniture ». A savoir que, contrairement au monde réel, où approximativement sept mecs se disputent une nana, dans le monde des motards, les proportions sont inversées. Or vous, petite veinarde, vous faites désormais partie des Lionnes qui ont une selle à défendre. Yeap. Sauf qu’à l’heure qu’il est, vous préféreriez nettement que ce soit une progéniture en danger. Et pas vous.

Petit cours de « biking » en accéléré.

Leçon n° 1 : s’accrocher

Ceci n'est pas une Lionne.

Ceci n’est pas une Lionne.

C’est la première chose que vous explique votre motard : en moto, la femelle s’accroche. Bon, bien sûr, si c’est la femelle qui conduit, c’est l’inverse. Sauf que jusqu’à preuve du contraire, dans le monde des motards, on voit rarement des mâles cramponnés aux femelles. Bref, vous, pas chiante et aussi passablement pétocharde, quand on vous dit « accroche-toi », vous vous accrochez. Après, pour les autres « lionnes » , vous ne savez pas, mais pour vous, les choses se présentent de façon presque mathématique : vous, vous mesurez 177 cm. Votre motard, environ 20 de moins. Et la selle de sa moto, pardon, la selle de sa bécane côté Lionne est plus haute que côté Mâle d’environ, allez, 15 cm. Ce qui, a visto de nas, vous fait en tout un dénivelé d’à peu près 35 cm. Dans l’absolu, les dénivelés entre vous et votre concentré de testostérones, vous vous en foutez à peu près autant que de la consommation au 100 litres de sa 750. Sauf que, assise derrière lui, la perspective change. Là, si vous vous accrochez en vous tenant assise bien droite comme votre mère vous l’a seriné pendant des lustres, c’est plus juste une nana derrière un mec sur une moto qu’on voit, c’est une hystérique en train d’essayer d’étrangler un motard. Qu’a cela ne tienne, vous optez finalement pour l’option « une devant une derrière » : une main plaquée sur l’estomac de votre motard, l’autre cramponnée derrière à cette chose qui sert à… à se cramponner, dans le doute.

Ah oui, parce qu’il faut aussi savoir que, contrairement à d’autres Lionnes qui font leur maligne bien calées entre leur mec et son suitcase rembourré, vous, vous vous êtes tombée sur un vrai de vrai. Un motard pur jus pour qui un suitcase est à peu près l’équivalent moto du canapé d’angle avec trou dans l’accoudoir pour mettre la canette de bière. Autant dire le top du top de la beaufitude. D’ailleurs, c’est bien simple : depuis que P vit en couple avec H et qu’elle lui a offert un suitcase (pas folle, la Lionne !) on ne les voit plus. Un suitcase qu’on offre à un motard, c’est un peu comme une bague au doigt. Une corde au cou. Autant dire un truc qu’un motard vrai de vrai ne vous laissera jamais lui offrir… Sauf à être à deux doigts du canapé d’angle.

Une devant une derrière, donc, et ça marche, vous arrivez à peu près à tenir en équilibre sur la Chose. Vous pouvez par conséquent préserver cette fière allure qui est la vôtre, bien droite derrière votre mec jusqu’au moment où…
… jusqu’au moment où vous expérimentez le faufilage. Cet espace-temps qui n’appartient qu’aux deux roues motorisées, pendant lequel ils se faufilent entre les quatre roues motorisées pour arriver tout en début de file. C’est indéniablement un des gros avantages de la moto, ce faufilage, ça permet entre autre de griller tout le monde aux feux rouges. Vous, qui croyez avoir déjà tout compris alors que vous avez fait à peine trois kilomètres en moto, vous vous trouvez ça génial. Jusqu’au moment où votre motard et ses 35 cm de dénivelé se faufilent sous le rétroviseur transgénique d’un poids lourd. Lui passe de justesse. Et vous… Vous voulez un dessin ? Rappelez-vous : votre tête est 35 cm plus haute que la sienne. Ben oui : oups. Heureusement, vous avez vu plusieurs fois l’intégral de « Rocky », l’esquive est votre deuxième nature. Sinon, à l’heure qu’il est, vous ressembleriez à „Sleepy Hollow“, pour rester dans le cinéphile.

 

Leçon n° 2 : s’accrocher (bis)

Vous passez donc les 10 premiers kilomètres accrochée avec autant d’élégance qu’une moule sur une frite à cet individu qui, pour l’instant, respecte à peu de chose près les limitations de vitesse en agglomération. C’est à dire que vous roulez approximativement à 75 km/h, autant dire au ralenti, pour un motard, n’importe quel radar vous le confirmera. Du coup, vous vous enhardissez, et décidez de tester différents « accrochements ». Bon, faut dire aussi qu’à force, vous commencez à avoir mal à l’épaule. La gauche. Celle du bras avec lequel vous vous cramponnez, plus ou moins détendue, à une sorte de barre qui court derrière la selle. Derrière, pas devant, ce serait trop simple. Bref, vous avez beau être souple, au bout d’une demi-heure, vous commencez à avoir des crampes dans l’omoplate. Alors vous testez une autre version de « l’Accrochage de la Lionne à son Mâââââle » et vous enroulez vos deux bras autour de son torse. C’est rigolo (quoique passablement stupide) mais soudain, vous avez l’impression d’être beaucoup plus crédible, en passagère. Vous vous « ventousez » gentiment contre le dos de votre motard toulousain, et vous vous sentiriez presque aussi confortablement installée que sur votre canapé suédois si… , si…

… si à cet instant très précis, vous ne sortiez pas de l’agglomération sus-dite. Ce qui implique une accélération aussi soudaine que puissante de la part de celui qui, à l’heure qu’il est (et vous allez bientôt le regretter) détient tout pouvoir sur votre vie. Surprise par le mouvement, vous lui filez un grand coup de boule, à votre mec. Mais quand je dis un grand coup de boule, c’est vraiment un grand coup de boule. Casque contre casque à 120 km/h, ça résonne dans les neurones. Vous vous promettez de ne plus jamais jamais recommencer. Résolution qui dure deux secondes, le temps pour votre motard de faire un truc qui transmet une grosse secousse à toute la moto (2ème coup de boule) avant d’accélérer de nouveau (3ème coup de boule). Au début, ça fait bizarre, mais au 25ème coup de boule, et dans la mesure où votre motard n’a toujours pas réagi, votre naturel optimiste reprend le dessus. Vous êtes du genre à toujours voir le bon côté des choses, alors vous vous dites que a) les casques, c’est là pour protéger la tête en cas de chute, donc ce n’est pas un petit coup de boule qui va faire mal au Mâle ; b) il n’a qu’à conduire sa moto comme il vous serine de conduire votre voiture, c’est à dire en souplesse ; c) au pire, si vous vous emmerdez au bout de 200 bornes, vous pourrez toujours compter les coups de boules comme d’autres comptent les moutons, pour vous endormir sur la moto. Vous, vous pensez à ça un peu comme à une blagounette un peu cucul, histoire de meubler, sauf que d’un coup, ça vous rappelle l’histoire de votre bonne copine : Lolli.

Femme de motarde, Lolli aime à raconter comment un jour, alors qu’elle et son motard de mari traversaient la France en moto, elle s’est endormie. Sur la moto. « Il a failli me perdre ! » raconte-t-elle toujours en rigolant parce que Lolli, elle trouve drôle d’être de celles qui s’endorment sur les motos. Vous, moins. Du coup, pour ne pas perdre celle qu’il venait d’épouser, son mari a eu la charmante idée de – et je jure que c’est vrai – de ficeler celle qui allait devenir la mère de ses enfants sur sa 750. De sorte que ma Lolli a fait St Jean de Luz – Strasbourg saucissonnée pire qu’un jambon de Bayonne sur le bolide d’Alain. En dormant. A peine sortie de Montpellier, vous vous dites que vous auriez peut-être dû vérifier si votre motard à vous n’a pas embarqué la ficelle à rôti avant de partir. Même si vous êtes à peu près sûre de ne pas vous endormir.

 

Leçon n° 3 : les doigts pour le dire

Plusieurs fois dans votre vie d’automobiliste, vous avez pu voir des motards tendre nonchalamment une jambe sur le côté, à peine dépassé votre véhicule. Naïve créature, vous avez échafaudé moult théories pour expliquer ce besoin soudain de tendre nonchalamment une jambe sur le côté : crampe du mollet, fourmis dans les pieds, chaussures trop petites, moustique dans la botte, bref : dans votre imaginaire poétique, cette jambe nonchalante était support et inspiration pour tout plein de jolies histoires. Oui mais maintenant que vous êtes une Lionne, vous savez ce qu’en vrai ça veut dire, ce pied. Et même, vous apprenez plein d’autres gestes typiquement motards qui ont la particularité qu’on peut les effectuer même à 200 à l’heure avec une hystérique ventousée dans le dos.

Lorsque le motard croise un autre motard, p.e., l’univers communicatif du motard s’exprime dans un geste de la main à la fois ample et souple, qui consiste à lâcher le guidon, à faire un arrondi élégant du bras, puis à ébaucher le « V » de la victoire avec index et majeur, sans toutefois ce côté dynamique et résolument vainqueur du vrai V. Comment dire ? C’est un mélange du « Victory » des alliés américains et du « tu veux une taffe ? » qu’on a tous entendu un jour. Scotchée à votre motard, la première fois que vous le voyez faire ce geste, vous rigolez. Parce que ça a l’air tout mou, surtout comparé à son énergie habituelle. Du coup, au 12ème motard que vous croisez, vous décidez de faire le même geste, mais en mieux. En plus dynamique. Fière de vous, vous lâchez du bras gauche le torse de votre motard… et vous comprenez instantanément pourquoi ce petit geste des deux doigts se fait systématiquement au ralenti. C’est parce que, en moto et à 120 km/h, bouger le moindre orteil, ça fait pas pareil que vous gratter le nez dans votre salon. Yeah man…

Une constatation valable à peu près pour tout mouvement, du moins quand c’est vous qui bougez. Le motard, lui, se distingue par un sens de l’équilibre impressionnant. Tenez, quand il lâche son engin pour venir poser la main sur la jambe de l’autre engin, à savoir : vous. Qu’il vous flatte le genou, vous aimez bien, mais passé une certaine vitesse, ça vous inquiète quand même un peu. Encore plus quand il lâche les deux mains (ben oui, il fait ça, le motard) pour se détendre les bras tous les 50 km/h environ. Y’a rien à faire, votre prof de conduite vous a tellement répété de toujours, toujours garder les deux mains sur le volant que, quand vous voyez votre motard gesticuler comme ça, ça vous fait bizarre. Peur, même.

Et nous n’évoquerons même pas ces moments de grâce où il se met debout sur ce qui ne s’appelle certainement pas des pédales pour se délier les jambes. Sans parler du fait que, quand il fait ça, vous ne savez plus trop à quoi vous accrocher. Si vous ne comprenez pas où est le problème, fermez les yeux et essayez de visualiser la scène : vous, assise sur la selle, et devant vous, un motard jambes tendues. Ca y est ? Vous y êtes ? Encore heureux qu’il vous tourne le dos, sinon vous pourriez vous faire arrêter pour attentat à la pudeur.

A part ça, vous constaterez rapidement que, quand vous croisez un scooter, aucun motard digne de ce nom ne le saluera des deux doigts. Un scooter, c’est déjà bien quand il ne se voit pas salué d’un seul des deux doigts du motard. Devinez lequel.

Interlude : les clés
« Va p’têt pleuvoir, demain! » vous a annoncé votre motard au moment de partir de chez vous. Du coup, il a été décidé de passer par chez lui récupérer l’équipement spécial pluie. Avant de partir, vous vous habillez comme il vous l’indique. Arrivés chez lui, vous enlevez tout ce que vous avez péniblement mis (gants, casque, écharpe, blouson, tour de cou) parce qu’il fait 30°C à l’ombre et que vous crevez de chaud dès que vous retrouvez une vitesse de déplacement humaine. Arrivé devant sa porte, il constate qu’il n’a pas ses clés. Parce qu’il les a oubliées au boulot. Ca, c’est pas un truc de motard. Ca, c’est juste votre mec qui est parfois un peu tête en l’air. Vous remettez tout l’équipement de base (gants, casque, écharpe, blouson, tour de cou) et vous repartez sans équipement de pluie. Souvenez-vous de ce détail, il va avoir son importance.

 

Leçon n° 4 : appréhender ses sensations

Avant que vous ne posiez la question : oui, en moto, le tour de cou est essentiel. Pour les fans d’accessoires « mode » un peu chics, c’est une mauvaise nouvelle. Pour toutes celles qui ont un petit problème de cervicales, ça vaut plutôt mieux. Parce qu’il faut savoir qu’en moto, toutes les sensations sont décuplées. Plus intenses. Plus fortes. Plus… directement vécues, quelque part. Dos d’âne, nid de poule, fond de l’air qui, comme le dit la chanson, est frais, lariho, lariho, d’où, d’ailleurs, l’intérêt du tour de cou, parce que les courant d’air, à 150 km/h, sont particulièrement insidieux. Tout comme cette chaleur qui vous assaille dès que vous vous arrêtez. Si vous vous arrêtez. Ceci-dit, aux feux rouges, c’est un peu obligatoire, même pour un motard et là, il fait vraiment chaud. Les vibrations traversent tout votre corps, certaines sont particulièrement agréables, d’autres moins, mais d’une manière générale, chaque changement de température, chaque odeur, chaque imperfection un peu conséquente du bitume, vous le ressentez bien plus intensément qu’en voiture. Au point que sur un tronçon de route, vous vous demandez s’il est physiquement possible que vos ovaires vous sortent par les narines.

Toutes les sensations sont décuplées, donc, et la nausée, aussi. Oui, parfaitement, la nausée. Sensation aussi étrange qu’inattendue, vous qui jamais de votre vie n’avez connu le mal de mer, vous qui, le cul sanglé dans un harnais de catamaran volant au-dessus des eaux déchaînées de la Grande Bleue étiez le Roi du Monde, là, alors que vous roulez sur une jolie route de campagne, vous n’êtes qu’une petite chose d’un mètre 77 à deux doigts de vomir sa race. Ce qui, affublée d’un casque comme vous l’êtes, n’est vraiment, mais alors vraiment pas la chose à faire.

A un moment, il y a une longue suite de virages. Une très, très, très longue suite de virages. Or jusqu’à ce jour, que dis-je, jusqu’à cet instant, vous n’y aviez jamais vraiment prêté attention, vous contentant de jeter un vague œil à ces couples qui se penchaient en unisson dans les virages. Il y avait un truc logique, dans leur façon de faire. A deux sur une moto, à deux dans un virage, et puis après tout, vous aussi vous êtes sortie avec un garçon qui conduisait une Enduro 50 cc quand vous étiez ado, et il vous avait bassiné une bonne paire de fois de surtout vous pencher du même côté que lui! Et pas de geste brusque, „sinon, ma bécane, elle est morte ! “ (L’adolescence a ses propres priorités, c’est comme ça).

Sauf que là, vous êtes une Lionne assise derrière un motard, un vrai, un pour qui le virage ne se conçoit qu’à l’horizontale. Du moins c’est l’impression que vous avez alors que le bitume se rapproche de vous à une vitesse proportionnelle aux battements de votre cœur. Heureusement, vous n’êtes pas cardiaque. La terre est basse, oui, mais vous n’êtes pas poète pour autant. C’est, certainement, la sensation la plus flippante, pour la Lionne débutante que vous êtes : les virages. Cet ensemble incongru composé d’un motard, d’une moto, et de vous, qui passe à 160 km/h d’une position verticale relativement cohérente à une inclinaison telle que vous avez l’impression que, si vous éternuez, vous allez rompre ce fragile équilibre et vous fracasser contre les platanes. Vous vous sentez à la fois incroyablement vulnérable et connement immortelle, et vous chopez des crampes dans les cuisses. Pour une raison que nous n’approfondirons pas ici et maintenant, vous pensez soudain aux cours de physique sur la force centrifuge, et quoi qu’il arrive, vous ne regarderez plus jamais votre panier à salade du même œil.

 
Leçon n° 5 : Aphorismes pour grosse cylindrée

Les kilomètres se déroulent sous les roues, au bout d’une centaine, vous vous détendez un peu, vous commencez presque à profiter du voyage. Encore un peu, et vous retrouveriez presque votre sens de l’humour.

Au fil du voyage, des dizaines de mouches s’écrasent sans un bruit sur votre visière. Vous vous demandez s’il n’aurait pas moyen d’approfondir le concept pour vous débarrasser des moustiques qui vous envahissent, l’été. Bon, bien sûr, rouler à 180 km/h dans votre F1 n’est pas envisageable. Mais si vous gardez le principe du casque et de la visière, et que vous mettez vos rollers, ça donnerait quoi ?

Y’a pas à dire, c’est con, une Lionne… Surtout quand elle est blonde.

Heureusement que vous vous détendez, soit dit en passant, sinon votre mec, il aurait bientôt un trou à la place de l’estomac, tellement vous vous accrochez…

NB : Pour un motard, les lignes blanches ont une fonction purement décorative. Un peu comme les limitations de vitesse.

Dans l’arrière pays montpelliérain, village rime avec virage. Et il y a beaucoup de jolis virages bucoliques, dans l’arrière pays montpelliérain. Et si vous, quand vous êtes sur une ligne droite derrière un tracteur qui roule à environ 18 à l’heure, vous avez déjà des scrupules à le doubler, un motard, lui, n’hésite pas à doubler un véhicule roulant à 93 km/h juste avant un virage. Pardon. Un village.

A un moment, par pure curiosité, vous essayez de regarder à combien vous roulez. Vous décalez votre tête casquée au ralenti (voir la leçon 3 et le rapport « vitesse/geste ») et jetez un œil sur le compteur, sauf que vous ne voyez rien parce que ça vibre trop. Ou alors, le liquide cérébral censé protéger votre bien le plus précieux est définitivement en train de bouillir et c’est pour ça que votre vision est trouble.

Dans le doute, vous refaites une tentative un peu plus tard. Et une autre encore un peu plus tard. Après 236 km, vous avez l’équivalent d’une étude empirique quoi que hasardeuse, d’un point de vue scientifique. Mais bon, ceci n’est pas le „Science“, ce qui vous permet de déclarer que c’est à partir de 165 km/h que vous perdez le contrôle de vos cervicales. Là, pour le cou(p), vous avez un chiffre parce que, apparemment, à partir de 158 km/h, la moto décolle, ce qui visiblement stabilise le compteur. Vu de derrière, dix contre un que vous ressemblez à ces teckels qu’on voyait sur la plage arrière des voitures, quand vous étiez petite et que vous aviez le droit à une heure devant dans la Citroën paternelle parce que sinon, vous vomissiez direct sur la nuque maternelle. De là, vous aviez une vue imprenable sur le petit chien au cou amovible dans la voiture devant vous, celui juste à gauche du rouleau de PQ sous sa jolie robe en crochet. Sauf que là, le foutu teckel, c’est vous.

NB : Un motard n’est jamais pressé, mais roule quand même toujours trop vite.

Une vérité qui se vérifie à un feu rouge, quelque part dans un village entre deux virage. Oh bonheur ou du moins petit plaisir du motard : vous vous retrouvez en début de file à côté d’un autre motard, lui aussi chargé d’une Lionne sans suitcase. « On le grille ? » vous demande votre motard à vous, visière relevée. A cette question, vous répondez ce que tout être adulte et doté d’une cervelle à peu près normalement constituée se doit de répondre, à savoir : « Ca va pas imbécile ?!! Bien sûr que non !!! » Vous vous faites donc griller. Logique. Sauf que soudain, et sans vraiment comprendre comment vous en êtes arrivée là, vous vous retrouvez sur la roue arrière de la moto. Genre « cheval qui cabre ». Genre ce que vous n’avez jamais ni voulu ni imaginé ni même… voulu. A peine la roue avant de nouveau sur le bitume et votre rythme cardiaque crédible, vous entreprenez de donner de grands coups sur l’épaule de ce c… de motard qui vous sert de copain. Sauf que les blousons de c…. de motard sont rembourrés en dur, et qu’en définitive, tout ce que ça vous amène, c’est que vous vous cassez un ongle. Les coups de boule sans conséquences auraient dû vous faire réfléchir.
– Ha ! C’est normal ! rigolera votre frangine quelque jours plus tard, quand vous lui raconterez l’Histoire du Wheeling*. Il veut griller l’autre au feu, tu dis non, du coup, il fait un Wheeling pour que l’autre voit dans son rétro que s’il avait voulu, et si t’avais pas été là, ben, il l’aurait grillé. Méchamment.
– C’est clair, là, tu l’as frustré, ton mec, renchérit le beau-frère (motard, est-il utile de le préciser)

En gros, sans vous derrière lui, votre motard à vous démarrait à environ 200 km/h à ce petit feu rouge perdu dans un minuscule village, juste parce qu’à côté de lui, un autre motard en avait – peut-être – une plus grosse.

NB : Le motard est à la fois délicieusement viril et incroyablement puéril.

Vous arrivez finalement à Toulouse. En vie, et sans autre séquelle que la certitude que ce début d’arthrose récemment diagnostiqué entre la 4ème et la 5ème vertèbre s’est propagé à l’ensemble de votre colonne vertébrale et est désormais irréversible. Vous pourriez vous détendre, sauf que vous savez que le lendemain matin, une autre épreuve vous attend : le retour.

Le lendemain matin, il pleut. Ce qui prouve au moins que la météo ne dit pas que des conneries. Si vous avez bien retenu l’épisode des clés, vous savez que vous n’avez pas d’équipement pour vous protéger de l’humidité sur le trajet de 300 et quelques kilomètres qui vous attend. En Lionne indépendante et dégourdie que vous êtes, vous avez pris votre carte bleue en même temps que votre brosse à dents. Et donc, vous pourriez, théoriquement, prendre ce train bien sec et bien chaud qui fait Toulouse-Montpellier en deux heures et quelques seulement. Sauf que quelque chose vous dit que pour devenir une vraie Lionne, vous ne couperez pas à l’épreuve de l’eau. Alors puisqu’un jour ou l’autre, vous devrez de toute façon en passer par là, autant que ce soit fait aujourd’hui.

Pour le haut, vous avez : gants, casque, écharpe, blouson, et tour de cou. Le tout à peu près étanche. Pour le bas, va falloir improviser. Tentez le sac poubelle. Pour un pantalon en 40, comptez deux sacs de 10 litres.

 

Origami im Neinsagerland

04/25/2014

Ich weiss ja auch nicht. Aber es gibt immer wieder Situationen in diesem Land, in denen ich nicht weiss, ob ich resigniert den Kopf schütteln, hysterisch schreihen oder in lautes Lachen ausbrechen soll. Da stehe ich also nun an Ende März in einer Grundschule meines Viertels, in einer einer altmodischen Duschkabine nicht unähnlichen Zelle, und grüble. Gemeindewahlen sind in Frankreich angesagt, und ich weiss schon wieder nicht, wie ich das A4-Blatt mit den Namen der Kandidaten in einen ca. 10 x 8 cm grossen Umschlag hineinbekommen soll. Ich falte und drehe und drücke artig mit dem Daumen an der Kante, zum Glück bin ich unschlagbar in Wasserbomben aus Papier, denn das hilft mir heute. Sehr.

Wieder draussen aus der Kabine stehe ich mit meinen Landsmänner Schlange. Die durchsichtige Urne steht nur ein paar Meter vor meiner Nase, aber es stockt der Wählerverkehr. Nicht alle nämlich fahren so schön mit dem Daumen an der Kante ihres DinA4 Blattes, und so sehen die Umschläge manchmal tatsächlich aus wie japanische Wasserbomben aus Papier. Nur dass sie da nicht mehr in den Schlitz der Urne passen.

In Frankreich sind viele Gesten des Alltags irgendwie Kunst. Überlebenskunst.

Das Rathaus In meiner Stadt ist die Wahllage eine besondere. Ich erspare dem Leser hier und jetzt die Details, aber wir haben vier ernstzunehmende Kandidaten (bis hierhin nichts aussergewöhnliches). Der erste ist UMP-Vertreter (Sarkozys Partei) und versucht bereits seit Jahren, Bürgermeister von Montpellier zu werden. Die zweite Kandidatin ist die obligatorische Front National Präsenz (inzwischen sieht es nämlich so aus, als sei der FN ein nicht mehr wegzudenkendes Übel). Der dritte Anwärter und Favorit ist der offizielle sozialistische Kandidat und Distriktvorsitzender, und da Montpellier seit 1977 immer sozialistisch wählt, sehen fast alle in ihm den nächsten Bürgermeister der Stadt. Da ist aber noch ein vierter Kandidat. Ein typischer Neinsager. Jahrzehntelang Mitglied der sozialistischen Partei hat er sich letztes Jahr der Primärwahl verweigert. Und seine eigene Liste aufgestellt. Überhaupt ist er gegen vieles, was in Montpellier seit Jahren in die Wege geleitet wird. « Non à la destruction du parc Montcalm», « », « Non au cumul des mandats », « Non à la politique politicienne »… Am 30. März wird Neinsager und Aussenseiter Philippe Saurel einer eigenen französischen Logik folgend neuer Bürgermeister von Montpellier.

Kurze Zeit später schlendere ich leger über den Samstagsmarkt. Die Sonne scheint, das Gemüse glänzt, die Austern duften… Wie fast jede Woche läuft hier eine kleine Demo, kleine Demos scheinen in Südfrankreich zum Wochenmarkt zu gehören wie der Thunfisch ins Mittelmeer, wenn auch weniger vom Aussterben bedroht. « Non à la déviation de l’A9! » « Non à la délégation du traitement des eaux », « Non à la ligne 5 du tramway ! »

Ich laufe auf dem Markt und horche ein wenig aufmerksamer in mein Volk hinein, und tatsächlich: „non“ ist ein häufig verwendetes Wort hier in Frankreich. Auch national: « Non à la réforme des retraites! » « Non au pacte de responsabilité ! » « Non à Valls ! » « Non à un nouveau mandat ! »

« Möchten Sie heute Petersilie ? » fragt mich mein Gemüsebauer freundlich. „Non!“, antworte ich, kontaminiert vom Negativum des Landes. Füge aber gleich ein „merci!“ hinterher.

Samstag Vormittag, Marktende, es rollen lauter zerknüllte Flugblätter auf dem Pflastersteinen. Origami, heute französisch

La Panacée, ou les bruits de l’invisible…

04/24/2014

A vrai dire, je ne sais jamais si c’est moi, ou si Montpellier a vraiment la communication discrète, parfois, toujours est-il que c’est un peu par hasard que j’ai entendu parler pour la première fois de la Panacée. Nouveau lieu « d’expression culturelle contemporaine » au centre de Montpellier, l’endroit s’annonce par d’énigmatiques affiches, format moyen, visuel agréable.

En ce qui me concerne, avec un « centre de culture contemporaine », je trouve qu’on ne sait jamais vraiment à quoi s’attendre. Il y en a quelques-uns, en région, certains sont plus proches du musée d’art moderne, d’autres interpellent surtout à cause de leur installation dans des bâtiments hors du commun, tel le CRAC, à Sète, logé dans un ancien centre de congélation et de conservation de poisson. Quoi qu’il en soit, j’aime bien l’idée d’un nouveau lieu d’expression culturelle. Bien sûr, et comme souvent lorsqu’on habite une ville, je rate la première expo. C’est fou ce qu’on peut rater comme expos lorsqu’on habite une ville.

Je ne raterai pas la seconde.

Une bannière, (d)étonnante dans ce vieux centre soigneusement restauré, indique au visiteur par où rentrer. Derrière la lourde porte, et comme souvent dans les vieilles villes du Sud, l’espace dans lequel on pénètre est étonnamment grand. Immense même. Aéré, lumineux, bien différent de ces ruelles un peu tortueuses, un peu sombres, parfois, du vieux Montpellier. Un grand patio attire le regard à peine franchi le seuil, il est au centre du lieu, on l’aperçoit grâce aux monumentales baies vitrées qui l’entourent, on y découvre quelques arbres, quelques illusions de mobilier – bancs, grandes tables, peu, le tout à différentes hauteurs. S’il détache son regard du patio, le visiteur réalise qu’il arrive presque directement dans le café-resto de la Panacée. C’est drôle : je me souviens de la déco comme de quelque chose de presque chaleureux, avec pas mal de bois, à la limite décorative de l’anglo-saxon, d’ailleurs, on y sert des brunchs. C’est résolument urbain et anglo-saxon, le brunch, du moins en France. Or sur les photos du site que je consulte à l’instant pour me rafraîchir la mémoire, le café-resto est plutôt design, bois, certes, mais métal, aussi. Ceci-dit, ma mémoire est souvent faite d’impressions plutôt que de faits, et je garde le souvenir d’un endroit accueillant.

L’entrée est gratuite, l’équipe, sympathique, l’interactivité de mise et me voici pourvue d’un « billet » sur lequel s’affichent les consonnes de mon nom. C’est assez amusant, du moins pour l’adulte que je suis, les enfants qui m’accompagnent sont moins convaincus.

« Dernières nouvelles de l’éther » est la deuxième séquence de « Vous avez un message », qui est en quelque sorte le titre de la première saison du lieu. Les salles s’exposent autour du patio, tout est spacieux, lumineux, aéré et aérien… Beaucoup d’espace, une ambiance paisible, il y a très peu de monde, et ce peu de monde flâne et découvre, s’interroge et, comme moi, ne comprend pas tout. Voire ne comprend rien. D’ailleurs, réagir à l’expression des visiteurs allant du dubitatif à l’incompréhension absolue semble faire partie de la formation du personnel, car dans chaque salle, une personne à la voix douce et posée demande si elle peut nous aider. A découvrir. A comprendre.

Dans l’heure qui va suivre, nous allons tester une table qui envoie de la musique dans nos oreilles à travers les coudes que ma mère m’a pourtant toujours interdit de poser dessus (Laurie Anderson : « The handphone Table »). Nous allons approcher nos oreilles de micros dans lesquels vibrent des ondes (nous apprendrons que ce sont les bruits produits par les aurores boréales…) . Une étrange sphère lumineuse attirera nos regards et nous mettra à genoux. Nous verrons des cadres avec de drôles de dessins, nous enfileront des écouteurs, nous verrons des photos d’humains décalés qui cherchent à se protéger de certaines ondes, invisibles au regard mais pourtant bien présentes, partout. Et nocives, selon certains. Je me souviendrais de la ficelle tendue entre deux boites de conserve, sous l’œil condescendant des membres de la Génération Smartphone, et d’une manière générale, je passerais une heure et quelque à me balader dans un monde où l’invisible règne en maître, et se laisse parfois deviner sous les formes les plus diverses, les plus inattendues… L’ensemble est aussi dense que les salles sont spacieuses, ce qui, à la fin de la visite, laisse une impression déroutante.

Pour cette première visite, j’ai préféré naviguer à vue, sans explications malgré les offres affables des guides, je pense y retourner prochainement, refaire un tour dans les salles aux ondes de lumière, et essayer de plonger plus profondément dans ce monde de l’invisible audible…

http://www.lapanacee.org/fr

J’ai testé pour vous : l’escalade en milieu naturel

04/09/2014

Vous ne vous souvenez plus vraiment des raisons initiales, là, alors que vous pendouillez dans un baudrier. Vous savez juste qu’un jour, vous avez décidé de tenter l’escalade.
Pour mémoire : à la base, vous êtes une citadine endurcie.
Ne l’oubliez pas : ce détail est décisif, pour la suite de l’histoire.

Mais reprenons depuis le début.

Comme vous donnez malheureusement souvent suite à vos idées, vous voici donc à crapahuter dans la nature, des chaussures de rando aussi neuves que propres aux pieds. Pas de bol : un Mistral à décorner les taureaux souffle dans la farigoulette.

L’homme que vous accompagnez, créature pourtant habituellement attentive et attentionnée, retrouve, dès lors qu’il revient à son environnement naturel, l’étendue de ses racines. Racines dans lesquelles circule manifestement du sang de bouquetin. Comment expliquer autrement l’aisance quasi aérienne avec laquelle il se déplace dans ce paysage dit « vertical », les mains dans les poches, comme si ceci était la chose la plus évidente du monde. Vous, pendant ce temps, tentez désespérément de ne pas continuer à quatre pattes dès qu’un obstacle se présente devant vos pieds. C’est à dire environ tous les deux mètres. Alors que vous adoptez pour la dixième fois la position de celle qui vénère le Grand pin parasol et le supplie de bien vouloir la téléporter dans n’importe quel bar de n’importe quelle centre-ville, vous vous souvenez de ce proverbe selon lequel « pierre qui roule n’amasse pas mousse ». Tandis que vous tentez de vous relever plus ou moins dignement, vous vous dites qu’en effet, toutes ces saloperies de caillasses qui se dérobent sous vos pieds n’ont pas amassé mousse. Comme quoi la sagesse populaire ne dit pas que des conneries.

Cet homme que vous suivez à travers bois n’a visiblement pas encore tout à fait compris à qui il a à faire. Ou alors il a tout compris, mais il s’en fout. Lui, il trace la route, comme nos ancêtres ont dû tracer la leur pour chasser le bison, longtemps, bien longtemps avant que la galanterie ne soit inventée, en France. Résultat : vous vous bouffez toutes les branches et les buissons que lui écarte de son passage, pensant, bêtement, que vous saurez en faire de même. Moïse eut-il été grimpeur, nombre de femmes auraient péri dans cette mer qu’il n’aurait pas pris la peine de garder ouverte, pour elles. Vous n’échappez à la balafre que parce qu’une autre pierre qui roule et qui, du coup, n’amasse pas mousse, vous fait trébucher au moment même où une grosse branche menace de vous fendre le front.

Qui dit escalade dit montagne et qui dit montagne dit : ça grimpe. Enfin, vous, vous grimpez, parce que les cailloux, eux, continuent de rouler, mais dans le sens de la descente. De sorte que vous vous retrouvez à devoir éviter ces saloperies sans mousse qui dévalent vers vous alors que vous tentez plus ou moins vainement d’au moins garder l’équilibre. Pour vous aider, profitant du fait que même l’homme très roots qui vous devance n’a pas d’yeux dans le dos, vous vous accrochez aux arbres. Vous tentez sans grand succès de maintenir le rythme du bouquetin en polaire et grosses godasses. Mais hélas ! Qui dit arbre dit bois et qui dit bois dit écharde. Ou plutôt : échardeS, avec un gros pluriel. Rapidement, vous avez des doigts en forme de hérisson. Qui comme dans la chanson, pique pique pique. Si vous voulez rire un coup, demandez donc à votre guide où est la trousse de premiers secours. S’il vous sort le Laguiole et un briquet, c’est que c’est un vrai de vrai.

A votre place, j’essaierais même pas.

Vous continuez l’ascension, mue par on ne sait quelle ridicule ambition d’aller jusqu’au bout de l’aventure. Vous vous croyez ouverte à tout, courageuse, et physiquement bien plus en forme qu’à 30 ans. Or c’est à peu près au 50ème mètre que vous devez admettre que ces années de « cuisses abdos fessiers » ont une vertu essentiellement décorative. Parce que là, telle vous crapahutez sur ce chemin, vos cuisses, elles pleurent leur race.

Heureusement, à l’heure qu’il est, vous n’avez pas encore réalisé que si ça, c’est un accès facile, cela signifie que la falaise où vous êtes censée grimper le sera moins. Vous, là, vous avez déjà l’impression d’avoir entrepris le Mont Blanc. Alors que c’est du Pic St Loup qu’on parle.

L’homme que vous accompagnez a des réactions presque animales au fur et à mesure que les falaises se rapprochent. Loin, bien loin de ralentir le rythme, il accélère, au contraire. L’enfoiré. L’inclinaison frôle entre-temps les 45°, mais lui continue de gambader, les mains dans les poches, sifflotant allègrement. L’image même de l’être qui frétille à l’idée de retrouver, enfin ! son environnement naturel, celui-là même dont la civilisation le tient éloigné. C’est drôle : à la base, il est comme vous : il a une tête, deux bras, deux jambes (et un joli petit cul, ça, même à quatre pattes le nez dans le romarin, vous ne pouvez pas l’ignorer) et il marche debout, ainsi que nous l’ont enseigné des millions d’années d’évolution. Et pourtant, pourtant, vous ne faites pas partie du même monde. C’est une évidence.

Il accélère, donc, les pierres paraissent rouler de plus en plus vite, les branches fouetter de plus en plus fort, vos échardes vous font souffrir et peut-être que finalement, vous auriez été bien inspirée d’écouter le vendeur qui vous conseillait de prendre vos chaussures une taille au-dessus… Vous envisagez brièvement de faire la fille, voire de lâcher quelques larmes pour que votre compagnon ralentisse un peu. Sauf que si, à 30 ans, faire la fille peut déjà être ridicule, à 40, c’est carrément pathétique.

En vous rapprochant des falaises, vous reprenez espoir : vous entendez des voix, humaines ! En vous rapprochant encore plus, vous le reperdez, l’espoir. Faut dire que les dialogues sont à la hauteur du lieu :

Au site numéro un, une femme a l’air pourtant avenante demande : « Ca va, tes doigts ? Descends avant de les perdre, hein ? » en s’adressant à un homme clairement en grande souffrance ambidextre dix mètres plus haut. Encore un peu plus loin, une autre femme se retourne pour mater le cul de l’homme que vous accompagnez, sauf que dans ses mains, elle tient la corde censée sécuriser cette pauvre créature qui peine à trouver ses appuis 15 mètres plus haut. Elle se souvient que quelque part, elle est responsable de la vie de ladite créature au moment où celle-ci se met à beugler parce qu’elle vient de rater une manip’ et qu’elle s’est cassé la gueule sur 13 mètres. « Et maintenant, profite du moment ! La grimpe, y’a que ça de vrai ! » lance un de ces êtres étranges qui aiment les paysages verticaux au site numéro trois.

A part ça, c’était une super idée de vouloir essayer l’escalade, si si. Une super idée.

Si vous avez pris la peine d’agrémenter votre tenue d’une petite Pashmina ou autre coquetterie, vous allez vous sentir bizarre. Car dans nos montagnes, la mode est au bonnet de laine tricoté main, si possible par des daltoniens faméliques. D’une manière générale, le grimpeur porte large, bigarré, et résolument déstructuré.

Autre constatation étrange : après chaque voix, le grimpeur s’octroie un casse-croûte. Vous n’osez pas le dire à voix haute, mais d’un point de vue purement mathématique, un grimpeur passe plus de temps à casse-croûter qu’à grimper.

Pour s’adonner à cette activité, le grimpeur se met en accord avec l’environnement qui l’entoure. Et qui est, comment dire ? Rustique. Back to the roots, on taille direct dans les miches avec le canif. Et que ces miches soient de pain ou de fromage, qu’importe, le grimpeur essuie son couteau sur son pantalon, c’est vrai que ça évite les déchets de papier absorbant et économise l’eau de la vaisselle. En même temps, c’est vrai que le canif n’a plus trop d’utilité, après, dans la mesure où ici, on croque à pleine dents dans sa grosse tranche de jambon. Qu’on fait tourner, parce que la grimpe, c’est convivial. Quand votre tour arrive, vous vous entendez déclarer que vous êtes végétarienne, ce dont vous êtes la première étonnée.

Constatation numéro quinzemilledeuxcentcinquantetrois… et demi : quand ils ne sont pas en train de hurler que « putain ! j’la vois pas cette s… de p… de prise de mes d… » (en original dans le texte) les grimpeurs utilisent un langage tout en codes et en messages bizarres. Quelque part, c’est entre le primaire, veux dire, l’école :

« là, c’est du combien ? » « Du 5 b plus » « Ah bon ? T’es sûr ? C’est pas plutôt un 6 a moins plus ? »

Sauf que vous ne savez jamais si vous allez devoir aller au coin, ou si vous allez recevoir un bon point (enfin, avant, y’avait des bons points, et même qu’ils avaient souvent une tête de vierge, allez comprendre…). Quelque part entre l’école élémentaire, donc, et des dialogues de représentant en éléctro-ménager :
– Attends merde ! là tu montes en moulinette ! Si tu veux partir en tête, ben après tu laisses les dégaines, de toute façon, au relais, y’a un pilon !
Ou quelque chose d’approximatif.

Quoi qu’il en soit, ce que vous en retenez, de ces dialogues, c’est que vous n’y comprenez rien, à ces dialogues. Tant que vous êtes en bas, franchement, vous vous en foutez un peu, que vous compreniez ou pas. Oui mais…

Oui mais…

Oui mais voilà. Chaque chose a une fin et là, en l’occurrence, c’est votre ascension qui touche à la sienne. Normal : vous êtes arrivée ! Enfin… Arrivée… Disons que vous êtes là où finit l’ascension et où commence l’escalade, la vraie. Au pied de ce qui va devenir votre première expérience de grimpe.

La première et – inutile d’infliger plus de suspense au lecteur – la dernière.

Qui diable vous a laissé croire que vous seriez adaptée aux circonstances, en pantalon de lin beige, et petit t-shirt blanc ? Enfin, adaptée… Un bien grand mot ! Déjà : mais comment avez-vous pu croire pauvre conne qu’un pantalon de lin beige avec un petit t-shirt blanc constituaient la tenue adéquate pour escalader une falaise ?! Et quel troll malveillant s’est donc glissé dans votre tête lorsque, sous votre pantalon clair, vous avez mis une culotte (une culotte !! Mais qui de nos jours porte encore des CULOTTES je vous le demande !!) bleue ?!! Foncée, qui plus est.

Oui, bon, d’accord, le coton, c’est bien, quand on transpire. Mais quand même !

Surtout que là, telle quelle, vous pendez dans votre baudrier comme un sac de chanvre sur l’épaule d’un cul-de-jatte, et vous faites moins la maligne, hein ? Faut dire que, vue de loin, genre à la télé, l’escalade, ça a de l’allure. Des êtres humains, longilignes, cheveux longs et regard profond, affrontent la nature avec la même facilité que celle avec laquelle vous montez une mayonnaise. Voire plus facilement encore… Quand on réalise qu’en plus, ces êtres sont souvent de sexe masculin, et dotés d’un torse à faire frémir…

Non, sérieux, vu de loin, c’est franchement sexy, l’escalade. Carrément bandant… Un corps de mec, torse nu, plaqué contre la paroi, les mains agrippant les moindres recoins de la roche, les jambes parfois écartées genre Jean-Claude Van Damne en mode grand écart (oui, bon, on a les fantasmes qu’on mérite, hein !)… Ca, ça vous donne envie de vous réincarner illico en façade nord du Pic St Loup.

Plaque-toi, plaque-moi, accroche-toi, agrippe-moi !!

Sauf que…

Vu de près, l’escalade, c’est avant tout de la roche plaquée contre vos narines. Et votre culotte bleue foncé qui se dessine sur les bourrelets compressés par ce pu… de baudrier. Votre nez coule, normal, nous sommes en octobre, il fait froid, y’a du vent, et en y réfléchissant bien, mais trop tard, vous êtes allergique à la faune montagnarde, qui résiste à toutes les molécules de votre anti-histaminique. Vous avez envie d’éternuer, oui mais si vous éternuez, vous risquez de vous fracasser le crâne contre la falaise.

Ca rappelle une autre expérience, celle d’éternuer dans un casque alors que vous êtes accrochée à un mec sur un gros cylindre, à, mettons, 163 km/h sur une route de campagne. Si vous ne comprenez pas l’image, mettez un casque et éternuez dedans. Même sans quitter votre salon, vous verrez tout de suite ce que je veux dire.

Vu de loin, vu d’en bas, l’escalade, c’est facile. Suffit de grimper. Avec les mains, vous vous tenez dans les trous et avec les pieds, vous vous posez sur les irrégularités de la falaise. Vu de près, déjà, y’a pas de trous, dans la falaise. Ou du moins, pas beaucoup. Et en plus, quand il y en a, leur position ne tient absolument pas compte de la longueur réelle de vos bras. Là, par exemple, vous avez un pied qui tient difficilement sur une ridicule aspérité, la main droite crispée dans un trou, et le seul endroit où vous pourriez trouver une prise main gauche pour vous permettre d’avancer se situe très exactement 92 cm sur votre gauche, à 131 cm au-dessus de vous. Autant dire qu’à moins de vous transformer en Elastic Woman, là, sur le champ, vous n’avez aucune chance d’y parvenir.

De la pointe du pied, vous moulinez bêtement pour chercher un appui, histoire de vous donner le temps de réfléchir deux secondes, de respirer, de trouver comment avancer, un peu… Ne sentant rien sous vos semelles, vous risquez un œil. C’est là que vous réalisez qu’en vrai, vous souffrez de vertige.

Ben ouais. C’est juste que vous ne le saviez pas parce que, à ce jour, vous n’aviez jamais été accrochée ainsi deux mètres 50 au-dessus du vide. Là, si. Ah oui, faut dire que, malgré tous vos efforts, vous n’avez parcouru que deux mètres 50. Mais même à cette hauteur, primo, vous avez envie de vomir, et deuzio, vous avez une vue imprenable sur les cent mètres de gouffre juste au-dessous.

Panique. Vous posez votre pied là où vous pouvez. C’est un réflexe, on ne peut pas vous en vouloir. Vous sentez quelque chose qui vous donne une impression bienfaisante de sécurité. Vu où vous en êtes, c’est bon à prendre. Collée contre la falaise, vous essayez de reprendre le contrôle de votre respiration, comme vous le faites quand vous courez gentiment sur le tapis, en salle de sport, à l’abri de la nature. On ne sait pas comment, mais vous y parvenez. Vous voulez alors reprendre l’ascension. Sauf que vous ne pouvez pas. Parce que votre pied, il est coincé. Pas étonnant que vous vous soyez sentie en sécurité, quand enfin vous avez trouvé où poser votre 40 fillette : vous l’avez glissé dans une fente. De laquelle vous n’arrivez plus à le sortir.

Vous tirez. Une fois. Deux fois. Trois fois.
Vous hurlez. Vous appelez ce c… qui vous a amenée jusqu’ici. Et qui vous donne ce conseil dont vous vous seriez bien passé :
– Enlève ta chaussure ! Sors ton pied ! Comme ça tu pourras sortir ta chaussure de la fente !
C’est bien ça, en théorie. En pratique, ça implique que vous lâchiez tout, même cette prise main droite que vous avez eu tellement de mal à trouver. Ce qui implique que vous devez faire confiance au baudrier (« fais confiance au baudrier ! » vous crie justement celui que vous pensiez être un copain) et accessoirement, au parfait inconnu qui tient la corde, dix mètres plus haut (« fais-moi confiance ! je te tiens ! » crie-t-il justement, ce gringalet. Qui dans vos fantasmes est un homme « longiligne avec un joli torse ». Mais qui là tient la corde qui tient votre vie sauf qu’à vue de nez, vous pesez plus lourd que lui et si vous tombez, n’allez-vous pas l’entraîner dans votre chute ?)

Parce que Dieu a suffisamment rigolé, pour l’instant, vous arrivez à sortir votre pied de la fente.
– Prends-la sec ! crie alors quelqu’un au teneur de corde.

Nouvel instant de panique. Ces gens-là sont-ils vraiment sadiques à ce point ?! Vous prendre… à sec ?!! Là ?! Ici ?! Maintenant ?! Mais qu’est-ce que…

Ce n’est que lorsque la corde se tend violemment et que le baudrier vous scie l’entrejambe que vous comprenez l’expression « prendre quelqu’un à sec » dans sa version « grimpe ».

Quand enfin vous arrivez en haut, votre pantalon est aussi noir que vos ongles. Vos cheveux, sont trempés et pendouillent sans grande conviction, votre rimmel a coulé parce que bien sûr, vous suez comme un dahu, d’ailleurs, vous en avez l’allure, et votre t-shirt blanc arbore désormais des échantillons de l’ensemble de la faune locale.

Vous ne le savez pas encore, mais cela vous coûtera 19 € pour faire nettoyer tout ça, et quand la petite dame manifestement portugaise qui tient le pressing du coin vous demandera si, au moins, vous vous êtes bien amusée, vous fondrez en larmes.

Quant au potentiel « drague » de l’escalade, laissez tomber. Les beaux gosses longilignes qui grimpent à vous donner envie de ne faire qu’un avec la roche sont un peu comme les gamins bronzés qui vous ont donné envie de vous mettre au chewing-gum, un jour… Des hologrammes.

Parce qu’à l’heure qu’il est, ces mecs-là sont habillés chaudement. Entièrement à leur délire d’altitude, à croire que vous êtes la seule à ne pas être grisée d’oxygène. Et surtout : ils sont tous complètement, mais alors complètement insensible au charme discret de cette créature en lin sale qui maudit sa mère, le cheveux moite, l’air hagard.

De toute façon, quand ces mecs-là sont en couple, ils le sont avec des filles qui vont bien avec. Des nanas qui aiment la nature, trouvent on ne sait où des fringues d’escalade aussi pratiques que seyantes, se hissent sur les parois avec une élégance que même les deux pieds à terre, vous n’aurez jamais. Des filles qui arrivent en haut la peau nickel, le cheveu juste ce qu’il faut de décoiffé pour faire joli, le sourire triomphant de celle qui a réussi son coup. Le genre de fille qui n’a pas peur de faire pipi dans la nature alors que vous, vous n’en êtes même pas capable. D’ailleurs, c’est bien simple : la première fois que vous avez essayé, vous n’aviez pas de kleenex, sur vous. Vous vous êtes sentie conne. La 2ème fois, vous en aviez un, de kleenex. Que vous avez utilisé. Vous vous êtes sentie encore plus conne. Les deux fois, vous avez attrapé un rhume des foins, comme à chaque fois que vous avez les pieds mouillés.

Re-casse-croûte. Vous n’avez plus faim. Certains envisagent de descendre d’un côté de la montagne « en rappel » et comme vous pressentez bien que ça n’a rien à voir avec votre forfait de portable, vous préférez vous abstenir. De toute façon, personne n’essaie de vous convaincre. Quelqu’un vous file un plan topographique, vous n’osez pas dire que vous ne savez même pas dans quel sens le tenir. On vous donne rendez-vous au parking, le fait qu’on semble vous croire capable de le trouver ne vous rassure pas vraiment. Mais vous n’avez pas le choix.

Au retour, ça descend, ce qui, physiquement parlant est parfaitement logique dans la mesure où à l’aller, ça montait. Vous pensiez que ce serait plus facile, ce qui prouve que vous n’avez vraiment rien compris à la nature. Et qu’il serait temps de bouger ailleurs que sur un tapis de course parce que là, vous ne pouvez régler ni la vitesse, ni l’inclinaison de cette putain de pente. Après avoir tourné en rond pendant une bonne heure, vous suivez les premiers randonneurs qui vous passent sous le nez. Ceux-ci vous lancent des regards quelque peu inquiets et tentent, à deux reprises, de vous semer, mais vous vous accrochez.

Si Dieu vous déteste tout particulièrement, la veille, il a plu. Vous finissez la descente sur les fesses, mais à ce stade-là, l’élégance de votre allure est un peu le cadet de vos soucis…

 

 

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